Digitalisierung

Die Digitalisierung verändert nahezu alle Bereiche des Gesundheitswesens und digitale Lösungen bereichern das Gesundheitswesen. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Telematikinfrastruktur und ihre Einführung sowie zu weiteren Digitalisierungsthemen Ihrer Branche.

Neue Chancen für das digitale Sanitätshaus

Wie in vielen anderen Branchen verändert die Digitalisierung auch die Arbeitsweise in Sanitätshäusern. Chancen bieten sich unter anderem in der Administration, der Herstellung und im Marketing. Und in nicht allzu ferner Zukunft kommen Telematikinfrastruktur und E-Rezept hinzu.

Frau mit Brille macht sich Notizen vor einem Computer

Dass Krisen auch Chancen darstellen können, zeigte sich im Gesundheitswesen während der Corona-Pandemie. Mit der Telemedizin funktionierte die Digitalisierung plötzlich, wo es zuvor nicht möglich gehalten wurde. Der Bedarf an Videosprechstunden hat bei Patient:innen und bei Ärzt:innen zu einem Hallo-Wach-Moment mit bleibendem Effekt geführt. In einer Umfrage zeigte sich mehr als die Hälfte der Menschen im Alter von 18 bis 75 Jahren digitalen Gesundheitsangeboten gegenüber aufgeschlossener als vorher. Und in der Altersgruppe zwischen 65 bis 75 Jahren sagten das sogar drei Viertel der Befragten.

Gerade Menschen dieser Altersgruppe – und älter – gehören zu denjenigen, die in besonderem Maß Hilfsmittel in Anspruch nehmen. Das betrifft in ausgeprägter Weise Hörhilfen, Stomaversorgung, Kompressionstherapie aber auch Orthesen/Schienen, wie der Hilfsmittelreport 2022 des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung, bifg, zeigt. Die Aufgeschlossenheit der Älteren gegenüber digitaler Medizin kombiniert mit ihren Versorgungsbedarfen kann nur zu einem Schluss führen: Dass Hilfsmittelanbieter wie beispielsweise der Sanitätsfachhandel gut beraten wären, an ihrer Digitalisierung zu arbeiten.

Administrative Prozesse digitalisieren und Effizienz steigern

Gerade dem Sanitätsfachhandel bieten sich dabei eine ganze Reihe von Chancen. Wer digitale Tools einsetzt, kann beispielsweise Arbeitsabläufe vereinfachen, was Zeit und Kosten spart. Am besten ist alles durchgehend digital, ohne dass an einem Punkt noch etwas auf Papier notiert wird, das später auf einen Computer übertragen werden muss. Dieser Schritt wird nicht nur gerne verschoben oder ganz vergessen, er ist auch fehleranfällig. Eine schwer lesbare Stelle, ein Vertipper, und schon ist ein Fehler, der sich auf Behandlung, Bestellung oder Abrechnung auswirken kann. Nebenwirkung der Modernisierung: Junge, digital-affine Menschen fühlen sich davon stark angesprochen, Stichwort „Fachkräftemangel“.

Deshalb gilt: Kundenverwaltung, Angebote, Rechnungen und vieles andere können heute nahtlos digital bearbeitet werden. Mit der richtigen Branchensoftware funktioniert das sogar auf allen Arten von Geräten – Computer, Laptops, Tablets und Smartphones –, während die Daten in der Cloud liegen. Die Praxis zeigt: Auch die Selbstverwaltung von Mitarbeiter:innen lässt sich vereinfachen, wenn das Team beispielsweise Arbeits- oder Urlaubspläne eigenständig über digitale Tools koordiniert. Wen eine 100-prozentige Digitalisierung als Projekt abschreckt, kann auch erst einmal klein anfangen, beispielsweise mit der Kundendatenverwaltung. 

Orthesen digital planen und im 3D-Druck herstellen lassen

Abseits administrativer Tätigkeiten kommen digitale Tools und Techniken auch immer öfter in der Beratung und der Werkstatt der Sanitätshäuser zum Einsatz. Im sogenannten additiven Fertigungsverfahren können Orthesen und andere orthopädische Produkte mit exakter als früher an den Körper der Patient:innen angepasst werden. Nötig sind dafür drei technische Schritte: das Abtasten des Körperteils mit einem mobilen Scanner, die Konstruktion der Orthese am Computer als virtuelles Modell und schließlich die Produktion in einem 3D-Drucker. 

Digitales Sanitätshaus-Marketing mit Social Media

Wer digital ist, sollte auch digital gefunden werden. Die Rede ist von Möglichkeiten, die sich Sanitätshäusern zur Kommunikation mit ihren Kund:innen bieten, und denen, die das noch werden könnten. Selbstvermarktung gehört auch im Gesundheitshandwerk dazu, und die digitalen Tools eröffnen neue Chancen. Kleine Geschichten aus dem Alltag können mehr über das Sanitätshaus erzählen, als das professionelle Werbeanzeigen vermögen. Dass viele Sanitätshäuser dies bereits erkannt haben, zeigen nicht nur entsprechende Instagram-Accounts, sondern auch Stellenanzeigen, in denen sie Social Media-Expert:innen suchen. 

Werden die digitalen Kanäle richtig genutzt, tragen sie dazu bei, mit den Kund:innen ein unbezahlbares Vertrauensverhältnis aufzubauen. Dabei lassen sich die einzelnen Social Media-Plattformen relativ genau Altersgruppen zuordnen. Laut der fundierten und jährlich aktualisierten ARD und ZDF-Onlinestudie von 2022 liegt Facebook in den Altersgruppen zwischen 30 und über 70 Jahren vorne, gefolgt von Instagram. Die Plattformen dienen aber nicht ausschließlich dem Eigenmarketing, sondern auch der eigenen Information: Twitter oder LinkedIn eignen sich bestens dazu, Branchennews zu verfolgen oder sich mit Expert:innen auszutauschen.

Telematikinfrastruktur wird auch für Sanitätshäuser relevant

Die Bundesregierung in Gestalt des Bundesgesundheitsministeriums macht seit Jahren Druck, was die Digitalisierung angeht. Gesetze wie das PDSG (Patientendaten-Schutzgesetz) oder DVPMG (Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz) zeugen vom politischen Willen, hier voranzukommen. Eingeführt wurden und werden auf Basis der Telematikstruktur sogenannte Fachanwendungen wie das E-Rezept, die elektronische Verordnung oder die elektronische Patientenakte (ePA), die beide bis 2026 verpflichtend werden. 

Auch wenn der Hilfsmittelbereich noch nicht davon erfasst ist: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird kommen und sich mit den in diesem Beitrag erwähnten Trends (und anderen) zum digitalen Sanitätshaus ergänzen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist es ratsam, sich frühzeitig mit den Anforderungen und Chancen zu beschäftigen. Denn wie in jedem anderen Kompetenzbereich gilt auch für die Digitalisierung: Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen.
 

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