Praxis & Betrieb

Als Leistungserbringer:in behandeln Sie nicht nur Patient:innen, Sie sind gleichzeitig selbstständige:r Unternehmer:in und führen eine Praxis oder ein Unternhemen. Hier stellen wir Ihnen hilfreiche Tipps und Hinweise für eine erfolgreiche Praxisführung und Praxisorganisation zusammen. 

Nachhaltigkeit – mit 10 Tipps Schritt für Schritt ans Ziel

Energiesparen und Mülltrennung, aber auch wirtschaftliche Stabilität und attraktive Arbeitsbedingungen: Zehn praxisnahe Tipps zeigen, wie sich diese Aspekte miteinander verbinden lassen – für eine Praxis, die nachhaltig und zukunftssicher aufgestellt ist.

In den Heilmittelberufen ist das Thema längst angekommen, einige Berufsverbände haben bereits echte Signale gesetzt. So hat der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK) bereits 2023 eine Resolution  unter dem Motto „Ohne gesunden Planeten keine gesunden Menschen“ verabschiedet. Auch der Ergotherapie-Verband DVE hat sich mit dem Thema ausführlich befasst und dabei auf das Konzept der planetaren Gesundheit verwiesen. Der jüngste Beitrag stammt vom dbl, dem Verband der Logopäd:innen, dessen Projektgruppe Planetary Health im März 2025 mit „Die grüne logopädische Praxis“ eine Ideensammlung veröffentlicht hat. Doch Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur ökologisches Handeln, sondern umfasst auch die verantwortungsbewusste Führung von Praxen, ihre wirtschaftliche Stabilität und ihre Zukunftsfähigkeit

Für mehr ökologische Nachhaltigkeit

1. Energieeffizienz steigern

Alte Leuchtmittel konsequent durch LEDs zu ersetzen ist einfach durchzuführen und ein echter Quick Win. Diese verbrauchen rund 90 Prozent weniger Strom als Glühbirnen. Durch den Einsatz von Bewegungsmeldern und Zeitschaltuhren lässt sich der Verbrauch zusätzlich reduzieren – nicht nur bei Lampen, sondern auch bei stromhungrigen Geräten wie Wärmeschränken für Handtücher oder Kaffeeautomaten. Wer außerdem zu einem günstigeren Ökostromanbieter wechselt, spart Kosten und senkt den CO₂-Fußabdruck.

2. Papierverbrauch senken

Vom „papierlosen Büro“ war schon in den 1980er-Jahren die Rede – eingelöst wurde dieses Versprechen jedoch kaum. Befunde und Verordnungen füllen weiterhin Schränke. Doch eine digitale Organisation mit elektronischen Patientenakten, Online-Terminbuchung, automatischen Terminerinnerungen und Unterschriftenpads spart Papier und Porto. Wenn doch etwas ausgedruckt werden muss, helfen Recyclingpapier und doppelseitiger Druck.

3. Abfallmanagement optimieren

Die Deutschen gelten als „Mülltrennungsweltmeister“. Kaum ein Land weltweit hat so viele verschiedene Tonnenfarben und so detaillierte Abholkalender. Auch in der Praxis lohnen sich klare Strukturen: klar beschriftete Behälter, feste Entsorgungsroutinen und die konsequente Reduktion von Einwegmaterialien, sofern dies hygienisch möglich ist. Wer das Team beispielsweise mit einem monatlichen „Waste Walk“ einbindet, macht Müllmanagement zu einer gemeinsamen Aufgabe.

4. Nachhaltige Materialbeschaffung

Ob Einweghandschuhe, Klarsichtfolien, Kaffeebecher oder Desinfektionsmittel: Oft gibt es diese Produkte aus pflanzlichen oder biologisch abbaubaren Bestandteilen. Großpackungen von Verbrauchsmaterialien reduzieren Müll und Transportwege – ebenso die Nutzung regionaler Anbieter. Geräte lassen sich häufig mieten oder leasen statt sie zu kaufen und später zu entsorgen. Es lohnt sich, bei Anschaffungen die CO₂-Bilanz im Blick zu behalten – für Umwelt und Budget.

5. Mobilität umweltfreundlich gestalten

Auf dem Weg zur Praxis oder zu Hausbesuchen lässt sich viel für die Umwelt tun. Gerade in Städten ist das Fahrrad oft das schnellere und einfachere Fortbewegungsmittel. Wenn dennoch ein Firmenauto benötigt wird, sind E-Autos auf Kurzstrecken eine gute Wahl. Wer noch vor der Praxisgründung steht, sollte außerdem auf eine gute Erreichbarkeit per Fahrrad und ÖPNV achten.

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Die Praxis fit für die Zukunft machen

6. Digitale Prozesse ausbauen

Was ökologische Vorteile bringt, dient auch dem wirtschaftlichen Erfolg, und eine moderne Praxissoftware ist dafür zentral. Sie verknüpft Terminplanung, Dokumentation, Abrechnung und betriebswirtschaftliche Auswertung, verbindet über Schnittstellen die Praxis mit Arztpraxen, Krankenkassen und Abrechnungszentren. Selbst das Personalmanagement, beispielsweise die Planung von Einsatz- und Urlaubszeiten, wird dadurch einfacher. Mit der kommenden Telematikinfrastruktur ist sie ohnehin unverzichtbar.

7. Wissen und Fähigkeiten pflegen

Nachhaltigkeit zahlt sich auch bei der Weiterbildung der Mitarbeiter:innen aus. Ein Fortbildungsbudget, im Jahresgespräch vereinbarte Lernziele und der regelmäßige Austausch von Wissen stärken die Qualität und Sicherheit im Team. So bleibt die gesamte Praxis immer auf der Höhe der Zeit.

8. Flexible Arbeitszeitmodelle bieten

Der Fachkräftemangel ist eines der größten Probleme der Branche. Eine faire Dienstplanung, die Wunschzeiten, Teilzeitoptionen und fest geplante freie Tage berücksichtigt, erhöht die Zufriedenheit der Mitarbeiter und stärkt die Bindung an das Unternehmen. Digitale Praxissoftware wie z.B. Optica Viva kann hier wahre Wunder wirken, denn sie erleichtert die Schichtplanung, die Urlaubskoordination und das Vertretungsmanagement und sorgt für Transparenz der Planung im Team.

9. Patient:innen besser orientieren

Durch eine durchdachte Kommunikation können Unsicherheiten und Rückfragen vermieden werden – sowohl bei den Mitarbeitenden als auch bei den Patient:innen. Klare Therapieziele, kurze Feedbackschleifen und verständliche Hausübungen erhöhen die Adhärenz und den Behandlungserfolg. Auch die Praxis selbst lässt sich mit gut lesbaren Beschilderungen, leicht verständlichen Informationen und – wo möglich – digitalen Mitteln verbessern, beispielsweise bei Anamnesebögen oder Terminerinnerungen.

10. Netzwerke ausbauen und nutzen

Kooperationen bringen in vielerlei Hinsicht Vorteile. Ein guter Kontakt zu Arztpraxen, Kliniken und Sanitätshäusern erschließt neue Kundenkreise. Die Zusammenarbeit mit anderen Praxen schafft Synergien bei Fortbildungen oder Großbestellungen. Auch digitale Netzwerke, etwa in Fachforen oder Verbandsgruppen, bieten einen wertvollen Austausch.
 

Kalender der Praxissoftware Optica Viva auf einem Laptop und Terminbearbeitung auf einem Smartphone

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Nachhaltigkeit ist kein Thema, das einmal angefasst wird und dann erledigt ist. Es ist ein kontinuierlicher Optimierungsprozess, der sich sogar doppelt lohnen kann. Einerseits lässt sich so ein Beitrag zur planetaren Gesundheit leisten, andererseits kann die Attraktivität und die wirtschaftliche Stabilität der Praxis gesteigert werden. Viele der zehn vorgestellten Tipps können ohne große Investitionen umgesetzt werden. Es muss nicht alles auf einmal gestartet und sofort perfekt umgesetzt werden. Schritt für Schritt kommt man auch ans Ziel!

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