Analoge Prozesse im digitalen Wandel

Lückenlose digitale Versorgungsprozesse statt analoger Insellösungen. Das ist das erklärte Ziel der Digitalisierung. Aber wie kann das gelingen? Dieser Fachartikel erschien zuerst in der MTD.

Das deutsche Gesundheitswesen zeichnet sich durch hohe Standards aus. Für die medizinische Versorgung, auch während der Corona-Pandemie, fiel häufig ein Wort: „vorbildlich“. 

Status quo: Digitalisierung im Gesundheitswesen 

Dies mag für die Versorgung gelten, aber bei der Digitalisierung stellt sich die Lage anders: Im Digital-Health-Index, einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Digi talisierungsgrad im Gesundheitswesen, belegte Deutschland von 17 untersuchten Ländern nur den vorletzten Platz. Während in anderen Ländern Services wie die Videosprechstunde, das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte bereits Standard geworden sind, hinkt Deutschland hinterher. Vor allem die Vernetzung der verschiedenen Sektoren ist unzureichend. 
Fakt ist also, dass sich die Branche verändern muss – und gerade verändert. Veränderung beginnt allerdings oft nicht im Großen, sondern im Kleinen – speziell in den Betrieben vor Ort. Was heißt also Digitalisierung für Betriebe? Wie können analoge Prozesse digitalisiert werden? Wer hilft beim digitalen Umstieg? 

Digital statt analog: von jetzt auf gleich? 

Dass das Gesundheitswesen nicht von heute auf morgen digital werden kann, ist klar. Auch Betriebe, die sich digitaler aufstellen wollen, müssen ausreichend Zeit einplanen – denn nur, wer erfasste Prozesse hinterfragt und versteht, kann sie im Anschluss verbessern und verschlanken. Nur gute analoge, optimierte Prozesse werden sehr gute digitale Prozesse. Ein schlechter Prozess wird auch digital nicht besser werden. 
Vor dem Einsatz einer Software steht also erst einmal die Prozessanalyse der eigenen Betriebsabläufe – und die erstreckt sich von der Rezeptannahme über die Beratung und den Verkauf bis hin zur Abrechnung. 


Analoge Prozesse optimieren: Prozessanalyse

Abläufe erkennen und optimieren. Damit verbundene Vorteile:

  • mehr Transparenz mit Blick auf die Unternehmensprozesse
  • Neuverteilung wertvoller Ressourcen
  • Management Summary als belastbare Entscheidungsgrundlage für aktive Unternehmensführung und betriebliches Controlling

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Jetzt schon digital: die Branchensoftware

Die Prozessanalyse zeigt Möglichkeiten auf, zeitintensive Vorgänge mit sinnvollem Technikeinsatz effektiver zu gestalten. An dieser Stelle lohnt sich der Blick auf bereits bestehende Branchensoftware-Lösungen. Hier zeigt sich, dass analoge Prozesse bereits digital umgesetzt worden sind. 
Erstes Beispiel ist der OCR-Scan (OCR – Optical Character Re¬cognition). Statt Rezepte händisch zu erfassen, werden diese automatisch eingelesen. Das spart nicht nur Zeit und erleichtert die Korrektur von falschen Eingaben – ein automatisierter Ab-gleich mit den Kundenstammdaten schützt außerdem vor einer doppelten Kundenerfassung und steigert damit die Datenqualität. 

Die Datenqualität steigern – eine wichtige Aufgabe in der Digitalisierung. Eine zukunftsfähige Software hat alle wichtigen Stammdaten bereits hinterlegt. Mithilfe der Anbindung an eine Cloud bleiben die Daten von Arzt- und Kostenträgern stets aktuell und werden täglich mit einer Datenbank abgeglichen. 
Wenn es um Produkt- und Preisinformationen geht, kommen immer noch häufig Listen und Kataloge zum Einsatz. Mit einer passenden Software ist das nicht mehr nötig, denn sie zeigt an, welche Standardprodukte zu welchem aktuellen Preis von der Krankenkasse übernommen werden. Basis dafür ist eine Preis- und Vertragsdatenbank, die direkt vom Anbieter gepflegt und aktualisiert wird. 

Papier wird künftig auch bei der Vermessung nicht mehr nötig sein, denn der digitale Prozess findet direkt in der Software statt. Statt Papierbergen sind alle Daten direkt in der Software verfügbar und werden dem Kunden direkt zugeordnet. 

Analog heißt heute oft auch: fehlende Verknüpfung der Prozesse. Mithilfe von Schnittstellen können Software-Lösungen bei Bedarf erweitert werden. So lassen sich Prozesse verknüpfen, alle wichtigen Arbeitsschritte erfolgen dann auf einer Softwareoberfläche. Eine gute Programmoberfläche kann alle Betriebsabläufe übersichtlich verbinden und darstellen. Deswegen ist eine gute Oberfläche das A und O für die tägliche Arbeit. Sie bildet die Prozesse digital ab und gewährleistet Transparenz über alle Verkaufsschritte hinweg. 
Eine zukunftsfähige Software ist also ein erster großer Schritt in Richtung Digitalisierung – und gleichzeitig eine Vorbereitung zur Anbindung an die Telematik-Infrastruktur. Mit Schnitt stellenanbindungen wird dann künftig auch die sichere Kommunikation zwischen Leistungserbringern möglich sein, ebenso die Einbindung des E-Rezeptes.


Branchensoftware Optica Omnia

Ganzheitliche Abbildung des Versorgungsprozesses von der Rezeptabnahme bis zur Abrechnung.

  • intuitive Nutzung und Handhabung
  • integrierte Arzt- und Kostenträger-Stammdaten
  • inkludierte Anbindung an die Vertragsdatenbank für tagesaktuelle Preise
  • einfache Rezepterfassung mit OCR-Texterkennung

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E-Rezept jetzt schon testen 

Die Einführung des E-Rezeptes gilt gemeinhin als einer der größten Schritte in Richtung digitalisiertes Gesundheitswesen. Um die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben, hat das Bundesgesundheitsministerium gesetzliche Maßnahmen beschlossen, die den Prozess beschleunigen sollen. 

Seitdem gibt es verschiedene Projekte, die an der Digitalisierung arbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei meist das E-Rezept. Über 700 Mio. Verordnungen werden jährlich noch auf Papier gedruckt, eingelöst und abgerechnet. 

Dass es auch anders geht, zeigt ein Pilotprojekt in Hessen. Unter der Schirmherrschaft der Kassenärztlichen Vereinigung haben Patienten dort die Möglichkeit, sich telemedizinisch behandeln zu lassen. Im Anschluss erhalten sie ein E-Rezept. 

Vorbild hier ist Estland, seit Jahren auf dem ersten Platz des Digital-Health-Index. Anstatt den Weg des Papierrezeptes nachzubauen, setzt das estnische Gesundheitssystem auf die Blockchain-basierte Datenplattform X-Road, die einen sicheren Daten-austausch zwischen verschiedenen Partnern ermöglicht – Stichwort Interoperabilität. Sie ist die Voraussetzung für den verlustfreien und einheitlich definierten medizinischen Datenaustausch. 

Zurück nach Deutschland. Die technologische Grundlage bildet der HL7-Standard FHIR (Fast Healthcare Interoperability Ressources), der sich auch in Estland bewährt hat. Die X-Road fungiert weiter als Verbindungstechnologie für den Datenaustausch untereinander. Der Einsatz dieses Modells hat vor allem einen Vorteil: Schnelligkeit. Der Austausch medizinischer Daten kann erheblich verbessert und beschleunigt werden. In Hessen wird der neue technische Standard gerade erprobt, zuerst im ärztlichen Bereitschaftsdienst. 


Analoge Prozesse digital umsetzen: das E-Rezept

Wohnzimmer statt Wartezimmer: Patienten in Hessen profitieren von der Videosprechstunde und vom E-Rezept.

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Jetzt handeln und Weichen richtig stellen 

Neue technische Standards, Pilotprojekte, Software-Lösungen: Das Gesundheitswesen befindet sich augenscheinlich im Umbruch. Zahlreiche digitale Lösungen verändern die Arbeitsabläufe, indem sie analoge und digitale Einzellösungen verknüpfen. Denn digitale Lösungen, wie eine Branchensoftware, sollen die Unternehmensstruktur abbilden und die Abläufe übersichtlich und prozessorientiert strukturieren. Bei diesem Prozess sind die Betriebe nicht alleine. Softwareanbieter helfen, Potenziale zu entdecken und Prozesse auf die Digitalisierung vorzubereiten. 

Es steht jetzt schon außer Frage, dass sich die Digitalisierung für das deutsche Gesundheitswesen auszahlt. 34 Mrd. Euro beträgt die damit verbundene mögliche Ersparnis laut der Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey. Das entspricht ca. 12 Prozent der gesamten Kosten in der Branche. Damit müsste allen klar sein: Jetzt müssen die Weichen gestellt werden, um auch in Zukunft von den Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren.

Copyright MTD-Verlag 2020, www.mtd.de


Autoren: 

Matthias Reinhard ist bei Optica Leiter im Vertrieb. Er kennt die Bedürfnisse der Kunden und findet mit Ihnen die passende (Software-)Lösung. Die Digitalisierung vorantreiben und passende Software-Lösungen entwickeln: Das ist das Steckenpferd von Marcus May, Leiter Branchensoftware.


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