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AOK Bayern: keine Rückgabe von fehlerhaften Rezepten und strengere Prüfungen

Nach Kürzungen und Komplettabsetzungen durch die AOK Bayern sind ab 1. Oktober 2018 in vielen Fällen keine Korrekturen mehr möglich. Außerdem verschärft die Krankenkasse ihre Prüfkriterien.

Die AOK Bayern gibt fehlerhafte Rezepte in den unten genannten Fällen nicht mehr zur Nachbesserung zurück. Betroffen sind alle Verordnungen, die ab dem 1. Oktober 2018 eingehen. Darauf weist die Krankenkasse in einem Rundschreiben hin. Außerdem werden die Unterschriften auf der Rückseite künftig strenger geprüft. Nicht mehr akzeptiert werden Änderungen mit Tipp-Ex oder Eintragungen per Bleistift.

Fehler bei diesen Punkten führen zu Absetzungen und können nicht korrigiert werden

Unterschriften
Wenn nicht der Patient selbst, sondern ein Betreuer unterschreibt, muss dies in einem Vermerk erklärt werden (siehe Rahmenvertrag, § 17, Absatz 2)

Änderungen
Nachträgliche Korrekturen durch den verordnenden Arzt müssen mit erneuter Unterschrift und Datumsangabe bestätigt werden. Zulässige Änderungen durch den Therapeuten dürfen nicht per Tipp-Ex erfolgen, weil sie dann nicht mehr nachvollziehbar sind. Auch Eintragungen per Bleistift sind deswegen nicht zulässig. Ändern sich z.B. die Behandlungstage, muss der Patient das per Unterschrift bestätigen.

Fehlende Angaben
Die Angaben zu den erbrachten Maßnahmen auf der Rückseite des Rezepts müssen vollständig sein und dem Rahmenvertrag entsprechen (siehe Rahmenvertrag, § 17, Absatz 2).

Indikationsschlüssel
Der Indikationsschlüssel muss zum Heilmittel passen.

Kopien
Verordnungen werden nur im Original akzeptiert. Ausnahmen wie zum Beispiel Praxisübernahmen sind im Rahmenvertrag beschrieben (siehe Rahmenvertrag, § 21, Absatz 5).

Heilmittel-Bezeichnung
Wenn das Heilmittel nicht eindeutig bezeichnet ist, muss die Verordnung vom Arzt vor Behandlungsbeginn präzisiert bzw. ergänzt werden. Die Änderung bestätigt der Arzt mit Unterschrift und Stempel (siehe Heilmittel-Richtlinie, § 13, Absatz 2)

Medizinische Begründung
Die medizinische Begründung bei Verordnungen außerhalb des Regelfalls darf laut Rahmenvertrag (§ 4, Absatz 2) nicht fehlen.

Behandlungsunterbrechung
Behandlungsunterbrechungen von mehr als 14 Tagen sind laut Rahmenvertrag erlaubt, wenn sie begründet sind. Folgende Gründe werden akzeptiert, sofern sie mit dem entsprechenden Buchstaben sowie Datum und Handzeichen dokumentiert sind.

  • therapeutisch indizierte Unterbrechung (T)
  • Urlaub des Patienten oder Therapeuten (U)
  • Krankheit des Patienten oder Therapeuten (F)

Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber zu den Unterbrechungsfristen.

Behandlungsbeginn
Grundsätzlich muss die Behandlung innerhalb von 14 Kalendertagen ab dem Ausstellungsdatum der Verordnung begonnen werden. Ein späterer Behandlungsbeginn ist laut Rahmenvertrag möglich, wenn er mit dem Vertragsarzt abgestimmt wurde. Therapeuten müssen den späteren Behandlungsbeginn auf der Verordnung dokumentieren und begründen (siehe Rahmenvertrag, § 16, Absatz 2).

Zahnärztliche Verordnungen
Besonders häufig sind Fehler bei zahnärztlichen Verordnungen. Auch hier sind ab 1. Oktober 2018 keine nachträglichen Korrekturen mehr möglich. Fehlerhafte oder fehlende Angaben müssen durch den Zahnarzt vor der Abrechnung ergänzt oder verbessert werden.

Checkliste der AOK

Die AOK Bayern stellt auf ihrer Website eine Checkliste für die Rezeptprüfung zur Verfügung: Direkt zur Checkliste

Einnahmen sichern mit der Vorab-Rezept-Prüfung

Rezepte nach Absetzungen korrigieren zu lassen, kostet Zeit und Nerven. Wenn Verordnungen wie bei der AOK Bayern unbezahlt einbehalten werden, kosten Fehler sogar bares Geld. Davor können Sie sich schützen – mit der Vorab-Rezept-Prüfung. Die Basis bilden 22 verbindliche Prüfpunkte aus dem Prüfkatalog der Kostenträger.

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