Der richtige Mensch am falschen Platz

Was tun, wenn’s im Team knirscht? Diese Frage ist für Führungskräfte nicht immer leicht zu beantworten. Wie es trotzdem gelingt, das Teamklima zu verbessern, verraten wir anhand von vier praxisnahen Tipps.

Bei der Besetzung einer Schlüsselstelle ist Fingerspitzengefühl gefragt. Doch auch, wenn die Entscheidung für ein bestimmtes Teammitglied anfangs manchmal noch so gut und richtig erscheint, kann sie sich als Fehlbesetzung entpuppen. Dann sollten Sie handeln, und zwar schnell.

Fallbeispiel: In einer Praxis arbeiten 24 Therapeuten zum Teil schon seit vielen Jahren zusammen. Die engagierte und ihrem Team sehr zugeneigte Chefin, ebenfalls Therapeutin, hatte ein Teammitglied zu ihrer Vertreterin ernannt. Zunächst lief alles gut, dann häuften sich die Schwierigkeiten, obwohl die Personalentscheidung transparent kommuniziert und durchgesetzt wurde. Die Praxisinhaberin selbst bemerkte lange nichts. Erst als ein geschätzter Therapeut in einem vertraulichen Gespräch der Chefin mitteilte, dass er darüber nachdenke, sich eine andere Stelle zu suchen, wurden die angesammelten Unstimmigkeiten und die Schieflage offenbar.

Was tun, wenn's im Team knirscht?

 

Vier Praxis-Tipps:

1. Hören Sie zu

Hören Sie sich die Argumente des Teams offen an, schließen Sie nicht von vorneherein aus, dass dieser Mitarbeiter nicht für den Posten geeignet ist, auf den Sie ihn gesetzt haben.

2. Seien Sie ehrlich und fair

In einem Personalgespräch fragen Sie den Mitarbeiter dann nach seiner persönlichen Einschätzung seiner Arbeitsleitung, seiner Arbeitszufriedenheit und eventuellen Problemen. Oft öffnen sich nun die Mitarbeiter und berichten, dass sie sich über- oder unterfordert fühlen, Arbeitsabläufe nicht ausreichend verstanden haben oder sich unverstanden fühlen. Jetzt können Sie aktiv und führend deutlich werden. Mit einer Aussage, dass sie „nun gemeinsam nach konstruktiven Lösungen und Veränderungen suchen, da die momentane Situation nicht tragbar sei“, signalisieren Sie die erforderliche Hilfsbereitschaft, machen aber auch deutlich, dass es ernst ist und sich der Betreffende nicht entspannt zurücklehnen kann, wenn er an der Zusammenarbeit interessiert ist.

3. Bringen Sie aktuelle Baustellen in Ordnung

Bevor Sie an die weiteren Schritte denken, sind zunächst die Dinge zu bereinigen, die brach liegen, versäumt wurden oder schiefgelaufen sind. Nach der Devise „first things first“ priorisieren Sie die größeren und kleineren Dramen, auch nach der Wirtschaftlichkeit. Denn auch für Ihre anderen Mitarbeiter ist es vorrangig, dass Ihrem Unternehmen kein weiterer wirtschaftlicher Schaden entsteht.

4. Ziehen Sie Bilanz

Wie haben Sie diesen Mitarbeiter bisher wahrgenommen? War er/sie bisher zuverlässig und hat Kompetenzen, Fortbildungen, auf die Sie nicht verzichten wollen? Dann können Sie ihm entweder durch Fortbildungen das noch fehlende Wissen zukommen lassen und ihm einen anderen Kollegen zur Seite stellen. Oder Sie finden eine Aufgabe, die besser zu seinen Fähigkeiten passt. Nicht jeder gute Therapeut hat auch ein Händchen für Bürokratie und planerischen Weitblick. Andere Therapeuten sind mit einem abzuarbeitenden Terminplan langfristig unterfordert und sind auf Dauer nicht die Richtigen, um die Warteliste abzuarbeiten, jedoch vielleicht genau die Passenden, um kreativ über Projekte, neue Assessments oder eine Fortbildungsstruktur nachzudenken.

 

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