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Erfolgsfaktor Team

Gute Stimmung, ein angenehmes Arbeitsklima und Teamgeist sind kein Selbstzweck. Es sind wichtige Faktoren für wirtschaftlichen Erfolg.

Wenn Andreas Haag morgens in seine Praxis geht, freut er sich auf seine Arbeit. Nicht nur, weil sie ihm noch nach zehn Jahren Spaß macht, sondern auch wegen seiner netten Kolleginnen und Kollegen. „Wir haben hier einfach ein super Team,“ schwärmt der Physiotherapeut und Geschäftsführer der Unicum-Praxen in Stuttgart. „Das ist fast schon so etwas wie eine zweite Familie.“ Dann erzählt Andreas Haag von den Festen, die sie zusammen feiern, von den Betriebsausflügen und auch von den gemeinsamen Events: zum Beispiel vom vergangenen Jahr, als sie zusammen ein großes Graffiti an die Wand sprühten. Es war der Name der Praxis, denn es ging schließlich um die Förderung der Identifikation mit der Praxis und ihren Werten und Zielen, klassisches Teambuilding eben.

Hauptproblem fehlende Führung

Mitarbeiterführung will gelernt sein. Inzwischen weiß Haag, worauf es für ihn vor allem ankommt: nämlich auf „Mitbestimmung und den regelmäßigen Austausch innerhalb des Teams“. Selbst wenn der 45-Jährige 20 Mitarbeiter, verteilt auf zwei Standorte, zu führen hat, setzt er auf flache Hierarchien und einen stets freundlichen und kollegialen Umgangston. „Ich bin nicht der Typ, der immer den Boss raushängen lassen muss“, sagt Haag. „Meine Mitarbeiter sind für mich vor allem Kollegen, mit denen man zusammen in einem Boot sitzt.“

Für Frank Gerlach liegt er mit dieser Einstellung genau richtig: „Ziele, Projekte, Aufgaben und Entwicklungen gemeinsam im Team zu definieren und zielorientiert mit Freude zu steuern sind Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg“, weiß der Kölner Unternehmensberater und Teamcoach. Seit 1998 berät Gerlach deutschlandweit Gesundheitszentren und Physiotherapiepraxen. Dabei hat er oft genug die Erfahrung gemacht, dass fehlende Führungsqualitäten – und die damit verbundenen Schwierigkeiten im Team – das Hauptproblem sind, wenn es in einem Betrieb nicht richtig läuft. Deshalb sei es auch so wichtig, dass man sich als Chef mit der Frage der Mitarbeiterführung proaktiv auseinandersetzt – und nicht erst, wenn es im Gebälk knirscht.

„Ziele, Projekte, Aufgaben und Entwicklungen gemeinsam im Team zu definieren und zielorientiert mit Freude zu steuern sind Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.“
Frank Gerlach, Unternehmensberater und Teamcoach

Aber wie macht man aus seinen Mitarbeitern solch ein „Dreamteam“, das nicht nur harmonisch und einträchtig zusammenarbeitet, sondern dabei auch noch möglichst hochmotiviert und leistungsstark ist? Das ist eine der Fragen, die jeder Praxisinhaber beantworten muss. So auch in der Interview-Reihe „PRAXISnah“ in diesem Magazin. Hier geht es darum, Kollegen über die Schulter schauen und von ihnen zu lernen. So verschieden die Praxisinhaber, so unterschiedlich sind daher auch ihre Antworten auf die Frage nach dem „Dreamteam“. Ein Patentrezept scheint es nicht zu geben. Melissa Frierson, Geschäftsführerin einer ergotherapeutischen Praxis in Denkendorf, setzt zum Beispiel darauf, dass sich die Mitarbeiter im Betrieb entfalten und einbringen können. Für Raymond Binder, Geschäftsführer eines großen Physiotherapie- und Rehazentrums in Nagold, ist es wichtig, dass er seine Mitarbeiter in ihren Interessen und Möglichkeiten fördert. Und Celine Westphal-Ebner, Geschäftsführerin der Praxis Dialogo in Esslingen und Denkendorf, ist bemüht, für ihre Mitarbeiter die perfekte Stelle zu schaffen – mit guter Bezahlung und vielen Urlaubstagen.

Praxisinhaber müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein

Es sind aber auch Gemeinsamkeiten erkennbar. Denn egal, ob man der freundliche Kumpeltyp ist oder der klassische Chef, der einen eher distanzierten Umgang mit seinen Mitarbeitern pflegt; ob man die Mitbestimmung hochhält oder eher auf klare Hierarchien setzt; ob man seine Mitarbeiter einmal im Jahr mit einem großen Teambuilding-Event beglückt oder sich mit einer kleinen Weihnachtsfeier begnügt: Das Wichtigste ist, dass man sich seiner Verantwortung als Praxisinhaber bewusst ist und die Mitarbeiterführung nicht auf die leichte Schulter nimmt. Von daher, betont der Unternehmensberater und Teamcoach Frank Gerlach, ist schon viel gewonnen, wenn man sich für seine Mitarbeiter einfach viel Zeit nimmt, viel kommuniziert und einen respektvollen und wertschätzenden Umgang pflegt. „Nur wer das berücksichtigt, wird seine Praxis nachhaltig erfolgreich führen können“, warnt Gerlach.

5 goldene Regeln für die Mitarbeiterführung

1. Selbstreflexion

Hinterfragen und analysieren Sie zunächst sich selbst, bevor Sie an Ihre Mitarbeiter herantreten!

2. Kommunikation

Reden Sie miteinander und nicht übereinander!

3. Respekt

Seien Sie achtsam und rücksichtsvoll im Umgang!

4. Konsequenz

Klare Regeln und Konsequenzen geben Halt und Sicherheit!

5. Zeit

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mitarbeiter und für die Entwicklung ihres eigenen persönlichen Führungsstils!


 

"Zeit für Ihre Mitarbeiter"

Als Unternehmensberater und Teamentwickler vertritt Frank Gerlach einen ganzheitlichen Ansatz.


Mit welchen Problemen haben Sie es in Ihrer Beratertätigkeit am häufigsten zu tun?
Wie heißt es so schön: Der Fisch stinkt immer zuerst am Kopf. Alle Probleme im Team oder der Praxis haben ihre Ursachen meiner Erfahrung nach in der Betriebs- und Mitarbeiterführung. Doch sobald Sie nicht mehr allein tätig sind und weitere Mitarbeiter beschäftigen, ist es Ihr Job als Chef, dafür zu sorgen, dass das Team funktioniert. Denn Ihre Patienten spüren ganz schnell, ob in der Praxis eine gute Stimmung herrscht, ob die Kommunikation stimmt und wie das Verhältnis untereinander ist. Meistens spüren sie es sogar, bevor es in der Praxis selbst bemerkt wird.

Haben Sie denn einen Tipp für Praxisinhaber in Sachen Mitarbeiterführung?
Nehmen Sie sich viel mehr Zeit für Ihre Mitarbeiter! Da es schwieriger geworden ist, neue Mitarbeiter zu gewinnen, ist es umso wichtiger, die bestehenden Mitarbeiter zu halten. Das geht nur, wenn Sie als Chef genau wissen, was bei Ihren Mitarbeitern los ist, was gut klappt, was Schwierigkeiten bereitet und was deren persönliche Ziele und Motivationsfaktoren sind.

Das ganze Interview lesen Sie hier.


 


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