FAQ COVID-19 - Alles, was Heilmittelerbringer wissen müssen

COVID-19, besser bekannt als Corona-Virus, führt momentan nicht nur zu abgesagten Messen, sondern zu vielen Fragen. Wir haben alles Wichtige zur Abrechnung und Unterbrechungsfristen gesammelt und aktualisieren laufend.

Stand: 15.10.2020

Nach Wochen der Entspannung spitzt sich die Lage in der Corona-Pandemie zu Herbstbeginn gerade wieder etwas zu. Darauf hat auch der Gemeinsame Bundesausschuss reagiert und weitere Änderungen in der Heilmittelrichtlinie bekannt gegeben. Wir haben diese in unser FAQ integriert.

 

Alle Änderungen im Überblick

  • Können Folgeverordnungen telefonisch ausgestellt werden?

    Ja, allerdings nur in sogenannten regionalen Ausnahmefällen. Das heißt konkret: Steigen die Infektionszahlen in einer bestimmten Region an, kann der G-BA mit einem gesonderten Beschluss dort Ausnahmeregelungen in Kraft setzen, die regional beschränkt und zeitlich befristet sind.

    Ein solcher Beschluss umfasst dann auch die Verodnungen am Telefon. Folgende Regelung tritt dann in Kraft:

    Folgeverordnungen und Verordnungen außerhalb des Regelfalls können auch nach telefonischer Anamnese ausgestellt und per Post verschickt werden. Allerdings nur, wenn der Patient im Vorfeld aufgrund derselben Erkrankung bereits persönlich untersucht wurde.

    Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss

  • Dürfen weiterhin Videobehandlungen durchgeführt werden?

    Ja, wenn der Patient zustimmt und das per Mail oder Fax quittiert. Dann dürfen Patienten mit ihrem Einverständnis auch mit einer telemedizinischen Leistung (Videobehandlung) behandelt werden, sofern eine persönliche Leistungserbringung aufgrund der aktuellen Pandemielage nicht möglich ist und sie zur Vermeidung einer Verschlimmerung der Gesundheit erforderlich ist.

    Die Regelung gilt für Behandlungen ab dem 02. November bis zum 31. Januar 2021.

    Für folgende Leistungen ist eine Videobehandlung erlaubt:

    • Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie mit Ausnahme der Schlucktherapie
    • Ergotherapie,
    • Physiotherapie für die Übungsbehandlung gemäß § 19 Absatz 3 Nummer 1a, für die allgemeine Krankengymnastik (KG und KG-Atemtherapie) gemäß § 19 Absatz 3 Nummer 3a sowie für die Krankengymnastik-Mukoviszidose gemäß § 19 Absatz 3 Nummer 3c,
    • Ernährungstherapie

    Die Quittierung des Patienten mit seinem Einverständnis muss für die Abrechnung nicht mit eingereicht werden. Therapeuten muss sie trotzdem aufbewahren, falls ein Nachweis verlangt wird.

    Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss

  • Kann Hygienebedarf weiterhin abgerechnet werden?

    Ja, diese Regelung gilt noch bis zum 31.12.2020. Abgerechnet werden darf ein Pauschalpreis von 1,50 Euro je Verordnung. Bei Verordnungen, die nach dem 31.12.2020 bei der Krankenkasse eingereicht werden (Rechnungseingang), wird die Positionsnummer nicht mehr abgerechnet. Für die Abrechnung ist der Rechnungseingang bei der Krankenkasse maßgeblich. Deswegen werden wir alle Rezepte bei der Krankenkasse zur Abrechnung bringen, die bis zum 17.12.2020 bei uns eingehen. Bitte beachten Sie, dass es rund um die Weihnachtszeit bei der Post länger dauern kann. 

    Sie müssen sich übrigens um nichts kümmern. Optica rechnet die Positionsnummer X9944 automatisch für Sie ab. Im Detail bedeutet das:

    • Für eine Abrechnung bei Optica ist die Angabe der Positionsnummer X9944 nicht nötig. Wir rechnen das Pauschal für alle Rezepte der Gesetzlichen Krankenversicherung ab. Für Krankenhäuser, Kureinrichtungen und Rehasport/Funktionstraining ist die Hygienepauschale nicht abrechenbar.
    • Bei Teilabrechnungen erfolgt die Abrechnung der Positionsnummer X9944 einmalig mit der Schlussrechnung.
    • Bei Verordnungen, die nach dem 31.12.2020 bei der Krankenkasse eingehen, wird die Positionsnummer nicht mehr abgerechnet. 
    • Bei der Privatabrechnung geben Sie die die Hygienepauschale bitte in der Honorarvereinbarung mit an – oder notieren Sie auf der jeweiligen Verordnung die Hygienepauschale mit Anzahl, damit wir wissen, wie oft diese abgerechnet werden soll.
    • Auch in der Beihilfe gilt dieser Satz. In Anlehnung an § 2 Abs. 7 COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung können Kosten in Höhe von 1,50 € pro Anwendung zunächst befristet bis zum 30. September 2020 beihilfefähig anerkannt werden.

    Ausgenommen von dieser Regelung sind Kureinrichtungen. Nicht ausgenommen sind Berufsgenosschenschaften und Unfallkassen. Auch hier wurde die Hygienepauschale bis Ende des Jahres verlängert.

    Quelle: Physio Deutschland

     

  • Sind Teilabrechnungen weiterhin möglich?

    Nein, Teilabrechnungen sind seit dem 31.05.2020 (Rechnungseingang bei der Krankenkasse) nicht mehr möglich. Die Schlussrechnung noch nicht abgerechneter Leistungen kann aber weiterhin erfolgen. Wichtig: Die bereits angerechneten Leistungen müssen auf der Verordnungskopie gekennzeichnet werden.

    Eine Ausnahme gilt für Podologen: Hier sind Teilabrechnungen mit Rechnungseingang bei der Krankenkasse noch bis zum 31.12.2020 möglich. Auch hier gilt, dass Schlussabrechnungen auf Kopien mit deutlicher Kennzeichnung bereits abgerechneter Leistungen auch danach möglich sein werden.

  • Können Verordnungen selbst geändert werden?

    Bei nicht richtlinienkonform ausgestellten Heilmittelverordnungen ab dem 18.02.2020 (Verordnungsdatum) können die Leistungserbringer notwendige Änderungen bzw. Ergänzungen der gemachten Angaben bis zum 31.12.2020 (Datum der Abrechnung) selbst vornehmen. Einer Änderung bzw. Ergänzung der Verordnung durch den Arzt bzw. einer Rücksprache mit dem Arzt bedarf es hierzu nicht. Die Änderung bzw. Ergänzung ist auf der Rückseite des Verordnungsblatts unten links kurz zu begründen und mit Datum und Handzeichen des Leistungserbringers zu versehen.

    Ausgenommen davon sind: 

    • Art des Heilmittels
    • Hausbesuch 
    • Verordnungsmenge
  • Welche Regelungen gelten für das Entlassmanagement?

    Für das Entlassmanagement gelten die Ausnahmeregelungen solange der Deutsche Bundestag eine „epidemische Lage von nationaler Bedeutung“ feststellt. Im Detail bedeutet das für alle Verordnungen mit dem Ausstellungsdatum ab 09.03.2020:

    • Verlängerung der Beginnfrist von 7 auf 14 Tage
    • Verlängerung des Behandlungsabschlusses von 12 auf 21 Tage

Bei Fragen sind wir per Telefon und Mail für Sie erreichbar:

Telefon: 0711/99373 2000
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