FAQ COVID-19 - Alles, was Hilfsmittelerbringer wissen müssen

COVID-19, bekannt als Corona-Virus, führt momentan zu abgesagten Veranstaltungen, vielen Fragen und Unsicherheit. Was Sie für Ihren Betrieb wissen müssen, fassen wir in unserem FAQ zusammen und aktualisieren laufend.

FAQ - Unsere Antworten zu Ihren Fragen

In diesem FAQ möchten wir die meist gestellten Fragen beantworten und Tipps geben, wie Sie in dieser Zeit als Betrieb reagieren sollten. Die Informationen werden von uns laufend aktualisiert und angepasst.

Stand: 11.05.2020

Hier gehts zum FAQ für Heilmittelerbringer


Die meist gestellten Fragen:

  • Beeinträchtigt COVID-19 auch die Arbeit bei Optica?
    Unsere Standorte sind aufgrund entsprechender Schutzmaßnahmen für unsere Mitarbeiter derzeit in der Lage, die Abrechnung wie gewohnt durchzuführen. Auch unser Kundenservice ist nicht beeinträchtigt. Damit wir den Betrieb aufrecht erhalten können, bitten wir Sie, Rezepte in der derzeitigen Situation nicht persönlich abzugeben, sondern per Post zu uns zu schicken. Sollte sich an der derzeitigen Ausgangssituation etwas ändern, informieren wir Sie kurzfristig.

    Hier bleiben Sie aktuell informiert: 

  • Können Hilfsmittel auch kontaktlos ausgegeben werden?
    Dazu hat der GKV-Spitzenverband Regelungen formuliert und empfiehlt:
    - Hilfsmittel vorrangig per Versand abzugeben, wenn die Anpassung des Hilfsmittels nicht zwingend erforderlich ist
    - Medizinisch notwendige Hilfsmittelversorgungen, bei denen körperliche Nähe unabdingbar ist, bleiben möglich
    - Schutzmaßnahmen vor Infektionen bei persönlichem Kontakt ergreifen – dabei sind die Anordnungen der Bundesländer, des Bundes und der zuständigen Behörden maßgeblich
    - Prüfung, ob Versorgungen aufschiebbar sind
    - Beratungen oder Hinweise zur Einweisung in den Gebrauch sollen telefonisch, per E-Mail, per Verweis auf Videoeinweisungen oder durch digitale Medien erfolgen, soweit dies aufgrund der Art des Hilfsmittels vertretbar ist
    - Verzicht auf Lagerbegehungen der Krankenkassen, die im Rahmen der Prüfung des Kasseneigentums durchgeführt werden
    Besondere Regelungen gibt es zur Versorgung des diabetischen Fuß. So heißt es vom GKV-Spitzenverband:
    „Ist eine Versorgung des diabetischen Fußes nicht aufschiebbar, kann die Dauer des persönlichen Kontaktes und die Entfernung zum Versicherten reduziert werden, indem anstelle einer Pedographie andere geeignete Messverfahren angewendet werden, die entsprechend von den Krankenkassen akzeptiert werden.“
    Diese Regelungen gelten bis zum 30. Juni 2020.

    Quelle: GKV-Spitzenverband

  • Wenn der persönliche Kontakt vermieden werden soll, wie erbringen Versicherte ihre Unterschrift?

    Auch hier hat der GKV-Spitzenverband eine Empfehlung abgegeben. Auf Unterschriften – sei es auf Empfangsbestätigung, Beratungsdokumentation, Lieferschein, etc. – kann zum jetzigen Zeitpunkt verzichtet werden. Statt des Versicherten unterzeichnet der Leistungserbringer oder die zustellende Person die Dokumente an der Stelle, an der normalerweise der Versicherte unterschreibt. Es richtet sich nach den vertraglichen Regelungen, ob und wann die Unterlagen bei der Krankenkasse einzureichen sind. Auch diese Regelung gilt bis zum 30.06.2020.

    Quelle: GKV-Spitzenverband

  • Habe ich Vertragsstrafen zu befürchten, wenn vorgeschriebene Fristen nicht eingehalten werden?

    Nein. Dazu zählen zum einen Lieferfristen. Sie haben keine Strafen zu befürchten, wenn die vertraglich vereinbarten Lieferfristen aus triftigem Grund nicht eingehalten werden, sieht die Krankenkasse von Vertragsstrafen ab. Zu diesen triftigen Gründen zählen beispielsweise Lieferengpässe oder Quarantänemaßnahmen beim Leistungserbringer oder Versicherten. 

    Zum anderen zählen dazu aber auch vertragliche oder gesetzliche Pflichten wie Wartungen oder sicherheitstechnische Kontrollen. Auch hier gilt: Sie haben keine Strafen zu befürchten, wenn Sie die Fristen nicht einhalten können.

    Der GKV-Spitzenverband teilt außerdem mit, dass dies auch auf Fristen zutrifft, binnen derer nach erteilten Genehmigungen zu versorgen ist. Mehrmonatslieferungen anstelle der vertraglich vereinbarten Lieferzyklen werden bei zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln wie Inkontinenzhilfen oder Stomaartikeln erforderlchenfalls akzeptiert, sofern es dadurch nicht zu Lieferengpässen bei anderen Versicherten kommt. Bezüglich der Abrechnung gelten die vertraglichen Regelungen. 

    Quelle: GKV-Spitzenverband

  • Müssen weiterhin Fortbildungsnachweise erbracht werden?

    Auf Fortbildungsnachweise, die gemäß einer vertraglichen Verpflichtung von den Leistungserbringern beizubringen sind, wird bis auf Weiteres verzichtet. Auch das gilt vorerst bis zum 30. Juni 2020.

    Quelle: GKV-Spitzenverband

  • Steigt die Vergütung zum Verbrauch bestimmter Pflegehilfsmittel?

    Ja, in seiner neuesten Handlungsempfehlung vom 05. Mai hat der GKV-Spitzenverband beschlossen, die Pauschale für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel vom Abrechnungszeitraum vom 01. April 2020 bis 30. September 2020 von bisher 40,00 EUR auf 60,00 EUR zu erhöhen.
    Für Sie bedeutet das:
    - Sie können vorübergehend gegenüber den Pflegekassen auch Preise oberhalb der aktuellen Vertragspreise abrechnen oder abweichend von den Mengenangaben im Vertrag kleinere Mengen zu den Vertragspreisen abgeben, sofern die tatsächlichen Preise die Vertragspreise übersteigen.
    - Maßgeblich für die Feststellung, ob eine Versorgung in diesem Zeitraum erfolgt, ist der Tag der Leistungserbringung
    - Rückwirkend ab 01. April 2020 ist eine Nachberechnung nur möglich, soweit die abgegebenen Produkte auch tatsächlich den Wert von 40,00 EUR überstiegen haben. Ab sofort sollten Sie die Abgabe der zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel so ausgestalten, dass Sie die Möglichkeiten der Handlungsempfehlung ausschöpfen können.
    - Nachberechnungen nehmen wir selbstverständlich gerne für Sie vor. Nutzen Sie dafür einfach unser Nachberechnungsformular oder erstellen Sie die Nachberechnung – entsprechend gekennzeichnet – selber und übersenden Sie diese mit der nächsten Rezepteinsendung.

    Die Meldung im Wortlaut lesen Sie hier: GKV-Spitzenverband

  • Was muss ich als Arbeitgeber beachten?

    Die möglichen Auswirkungen von COVID-19 auf Arbeitgeber hat Rechtsanwalt Dr. Dr. Ruppel in einem Artikel zusammengefasst. Darin geht es sowohl um das Thema Fürsorgepflicht als Arbeitgeber als auch um die Fragen, was es bei Verdienstausfall für Möglichkeiten gibt.

    Mehr lesen

  • Welche Änderungen ergeben sich für die Abrechnung?


    Vertraglich vereinbarte Fristen, in denen eine Abrechnung spätestens einzureichen ist, werden für sechs Monate nach Ende der Gültigkeit dieser Empfehlungen ausgesetzt – gelten also bis Ende Dezember. Zudem kann der Leistungserbringer bei der Abrechnung das Verordnungsdatum auf das Lieferdatum zurücksetzen, wenn die Abrechnung bei korrekter Angabe aus softwaretechnischen Gründen nicht möglich ist. Das Lieferdatum muss dem Datum der tatsächlichen Abgabe entsprechen.

    Quelle: GKV-Spitzenverband

  • Wird die Prüfungsfrist von 28 Kalendertagen ausgesetzt?


    Ja, die Prüfung der gemäß § 8 Absatz 2 der Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundessausschusses festgelegten Frist von 28 Kalendertagen, innerhalb derer die Hilfsmittelversorgung nach Ausstellung der Verordnung aufgenommen werden muss, wird ausgesetzt. Eine derartige Frist wird von den Krankenkassen auch dann nicht geprüft, wenn sie sich aus den Verträgen ergibt. Auch diese Regelung gilt bis 30. Juni 2020.

    Quelle: GKV-Spitzenverband

  • Was ist im Zusammenhang mit ärztlichen Verordnungen zu beachten?

    Hier hat der GKV-Spitzenverband ebenfalls bis 30. Juni 2020 ein Vorgehen beschrieben:

    Erst-Versorgungen, die nicht aufschiebbar sind, können im Ermessen des Leistungserbringers auch ohne vorliegende vertragsärztliche Verordnung begonnen werden. Allerdings bleibt die Vorlage der Verordnung für die Abrechnung unabdingbar – es wird allerdings nicht geprüft, ob die Verordnung erst nach dem Lieferdatum ausgestellt wurde. Dies gilt auch, wenn Genehmigungsfreiheit vertraglich vereinbart wurde; diese bleibt bestehen. Verordnungen, die per Fax übermittelt werden, sind im Abrechnungsprozess als Original anzuerkennen.
    Auf eine Folgeverordnung wird bei zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln wie Inkontinenzhilfen oder Stomaartikel verzichtet, wenn die Erstversorgung bereits von der Krankenkasse genehmigt oder Genehmigungsfreiheit vertraglich vereinbart wurde. Dies gilt auch für laufend notwendiges Verbrauchsmaterial für Hilfsmittel (z. B. für Beatmungs- und Sauerstoffgeräte) und für benötigten Sauerstoff. Bei Fallpauschalen kann während der Zeit der Gültigkeit der Empfehlungen ebenfalls für evtl. Verlängerungszeiträume (Folgefallpauschalen) auf die ggf. vertraglich vorgesehene erneute Verordnung verzichtet werden. Hier reicht eine Bestätigung des Leistungserbringers, dass nach Rücksprache mit dem Versicherten die weitere Versorgung erforderlich ist. Der Leistungserbringer muss diese Rücksprache dokumentieren und der Krankenkasse mit der Abrechnung vorlegen.
    Auf die Vorlage einer ärztlichen Verordnung kann bei Ersatzlieferungen verzichtet werden, wenn
    - keine Abweichungen zur vorherigen Versorgung besteht,
    - das bisherige Produkt nicht mehr einsetzbar/defekt ist,
    - die Erbringung des Hilfsmittels unaufschiebbar ist und
    - der Versicherte keine Möglichkeit hat, eine ärztliche Verordnung einzuholen.

    Es reicht eine Bestätigung des Leistungserbringers, dass nach Rücksprache mit dem Versicherten die zuvor genannten Punkte erfüllt sind. Auch hier gilt: Bitte dokumentieren Sie die dies und legen Sie dies auf Verlangen der Krankenkasse vor.
    Beispiele für Ersatzlieferungen nach Ablauf des Versorgungszeitraums:
    - zerbrochener Gehstock
    - gerissene Bandage
    - defektes Hörgerät
    Sofern eine Verordnung im Krankenhaus ausgestellt wurde, hat diese bis zum 30. Juni den Stellenwert einer vertragsärztlichen Verordnung. Für die Weiterversorgung wird keine ärztliche Verordnung eines niedergelassenen Vertragsarztes von der Krankenkasse für die Dauer der Versorgung verlangt.

    Quelle: GKV-Spitzenverband

  • Kann es zu Verzögerungen bei den Präqualifizierungsverfahren kommen?

    Ja, kann es. Dazu hat die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) Handlungsanweisungen für die Präqualifizierungsstellen herausgegeben, in denen Maßnahmen beim Umgang mit Verzögerungen bei den Präqualifizierungsverfahren aufgrund der Corona-Pandemie beschrieben sind. Die Krankenkassen machen die Berechtigung zur Versorgung bei bestehenden Verträgen nicht von einer zeitlich evtl. nicht rechtzeitig vorliegenden Folge-Präqualifizierung abhängig. Mehr Infos dazu finden Sie direkt auf den Seiten der DAkks.

    Mehr lesen

  • Wie kann ich aktuell informiert bleiben?

    Alle abrechnungsrelevanten Themen fassen wir tagesaktuell in diesem FAQ zusammen. Außerdem informieren wir regelmäßig in unserem Newsletter und auf unserer Facebook-Seite. 

  • Welche arbeitsrechtlichen Folgen hat das Corona-Virus?

    Rechtsanwalt Peter Hartmann ist Spezialist für arbeitsrechtliche Fragen in der Hilfsmittel-Branche. Für Optica hat er alle relevanten arbeitsrechtlichen Folgen zusammengestellt und einfach erklärt. In seinem Artikel geht er auf die folgenden Themen ein: Quarantäne, Krankmeldung, Krankheit des Kindes, Fehlende Kinderbetreuung, audbleibende Provisionszahlungen, unbezahlten Sonderurlaub sowie Anordnung von Überstunden und Widerruf bereits genehmigten Urlaubs. 

    Mehr lesen

  • Welche Veranstaltungen uns Messen sind momentan von Absagen und Verschiebungen betroffen?

    Diese Messen sind bisher vom Veranstalter abgesagt oder verschoben worden:

    • Jahreskongress Technische Orthopädie 2020, Garmisch-Partenkirchen (Termin: 27.-28.03.) – Absage
    • Die Zweithaar, Fulda (Termin: 05.-06.04.) – Absage
    • OT World, Leipzig (Termin: 12.-15.05.) – Verschoben! Neuer Termin: 27.-30.10.2020

    Detailierte Informationen entnehmen Sie bitte den Seiten der Veranstalter.


Wir sind wie gewohnt telefonisch und schriftlich erreichbar:

Telefon: 0711/99373 2020
kundenserviceoptica.de

Branchen-News automatisch in Ihr Postfach

Geänderte gesetzliche Vorgaben, aktuelle Absetzungen, spannende Events: Wir bringen Wissenswertes per E-Mail für Sie auf den Punkt – immer Mitte des Monats und bei besonderen Ereignissen auch ganz aktuell.  

Jetzt anmelden



Funktionalität eingeschränkt! Bitte aktivieren Sie JavaScript.