„Geiz ist nicht geil“

Markus Sobau von MEDIsecur, ein auf Heilmittelpraxen spezialisierter Versicherungsmakler, über die richtigen und wichtigen Versicherungen.

Herr Sobau, eine Berufshaftpflichtversicherung ist für Therapeuten Pflicht. Worauf ist dabei zu achten?
Das Risiko beginnt, wenn der Therapeut den Patienten anfasst. Viele Ansprüche sind zwar durch den Behandlungsvertrag ausgeschlossen, der durch die ärztliche Verordnung zwischen Therapeut und Patient zustande kommt. Trotzdem kann bei der Behandlung etwas schiefgehen und hier bietet die Berufshaftpflichtversicherung nicht nur dem Therapeuten und seinen Mitarbeitern Sicherheit, sondern auch den Patienten. Kommt es bei der Massage zum Hämatom oder bei der Elektrotherapie zu Verbrennungen, ist der Therapeut schadenersatzpflichtig, aber nur dann von der Berufshaftpflicht geschützt, wenn die Behandlung verordnet war. Weicht er davon ab, wäre das in vielen Verträgen nicht versichert. Deshalb sollte eine Police gewählt werden, die auch „Behandeln ohne Rezept“ abdeckt, wie es bei Selbstzahlerleistungen der Fall ist. Die meisten Policen in Deutschland leisten das nicht.

In welchem Bereich sind Therapeuten häufig schlecht versichert?
Generell werden drei Bausteine vernachlässigt. Der erste wäre die Altersvorsorge. Die zweite ist die Berufsunfähigkeitsversicherung, die wichtig ist, weil gerade Therapeuten viel öfter berufsunfähig werden, als sie glauben. Ein Skiunfall mit gebrochener Hand, eine Daumensattelgelenksarthrose – das war’s. Besonders wichtig bei der Police ist, dass die Verweisung in ein anderes Berufsbild ausgeschlossen ist. In guten neuen Verträgen ist das so, in vielen Altverträgen aber nicht. Das müsste aktiv geändert werden. Der dritte Punkt ist das Einkommen im Krankheitsfall. Fällt der Praxisinhaber vielleicht wegen Corona länger aus, genügt die Absicherung der gesetzlichen Krankenkasse nicht. Hier muss privat vorgesorgt werden.

Welchen Tipp haben Sie für unsere Leser?
Beim Abschluss von Versicherungen sollte meist „Geiz ist nicht geil“ gelten. Die preiswerteren Anbieter sparen oft bei den Leistungen. Deshalb empfehlen wir, sich auch die Gruppenversicherungen ihres Berufsverbands anzuschauen. Dort gibt es häufig günstige Konditionen bei hoher Leistung.

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