Gemeinsam geht’s besser!

Nicht immer findet sich für jede Aufgabe bereitwillig jemand aus dem Team, der sie übernimmt. Was nun? Barbara Freitag-Herse, Ergotherapeutin und Coach, hat sechs Tipps parat, wie die Entscheidung im Team gelingt.

Nicht immer findet sich für jede Aufgabe bereitwillig jemand aus dem Team, der sie übernimmt. Was nun? Als Chefin entscheiden? Es selbst übernehmen? Es gibt noch einen anderen Weg, bei dem alle mit der Entscheidung zufrieden sein werden, wie unattraktiv die Aufgabe auch sein mag: die Teamentscheidung.

Entscheidungen im Team treffen
1. Die Ausgangssituation
Sie stehen als Chef, Teamleiter usw. vor der Situation, eine Aufgabe vergeben zu müssen, zu der es keinen Freiwilligen gibt, die auch noch ziemlich belastend oder eher unbeliebt ist. Sie haben jedoch entschieden, dass es diese Aufgabe weiterhin geben wird. Sie haben also nicht bei der PDL und dem Arzt angerufen und verkündet, dass dieses spezielle Heim zukünftig nicht mehr von Ihrer Praxis betreut wird, sondern Sie wollen/müssen dies weiterhin versorgen. Also muss auch jemand aus Ihrem Team dorthin. Aber wer?
2. Die Grundwerte
Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter gleichwürdig. Das besagt, dass wir alle die gleichen Rechte auf Bedürfnisse, Grenzen und Integrität haben. Dass ich mit meinen Mitarbeitern auf Augenhöhe spreche, auch wenn wir natürlich nicht gleichberechtigt sind. So gebe ich keine Entscheidungen ab, ich beziehe ein. Die Entscheidung liegt letztendlich immer noch bei mir als Arbeitgeberin. Vertrauen ist ein Grundpfeiler der gleichwürdigen Führung.
3. Das Ziel
Das Ziel ist eine kollegial getragene Entscheidung, die für alle nachvollziehbar, transparent und fair ist. Ein wahrhaft hehres Ziel, jedoch auch ein erreichbares.
4. Das Setting
Nehmen Sie sich bitte Zeit. Sorgen Sie dafür, dass Sie etwa eine bis drei Stunden gemeinsam mit Ihrem Team nicht gestört werden. Das ist hervorragend investierte Zeit, zeigt es doch Ihrem Team, dass Sie an der besten Lösung für alle Beteiligten interessiert sind.
5. Der Ablauf

Beispiel: Es ist ein Heim zu versorgen, das eher unbeliebt ist, und die Therapeuten reagieren nicht gerade freudig auf diese zusätzliche Aufgabe. Formulieren Sie Ihre Zielstellung sauber und eindeutig: „Das Heim in Posemuckel soll auch weiterhin von uns therapeutisch betreut werden. Ich weiß, dass dies eine große Herausforderung ist. Daher will ich euch in den Entscheidungsprozess mit einbeziehen. Lasst uns gemeinsam die bestmögliche Lösung finden.“ Bedanken Sie sich für die Bereitschaft Ihres Teams.

Jetzt sammeln Sie die Wünsche, die Sie und die Mitarbeiter für dieses Heim haben, ohne sie zu bewerten. Aus der anschließenden Priorisierung der gefundenen Bedürfnisse ergibt sich das Teamziel, z. B.: „Das Heim braucht einen langfristigen Therapeuten und keine Interimslösung. Der Therapeut muss nicht sehr erfahren sein.“ 

Jetzt sammeln Sie alle möglichen Vorschläge, wie diese Aufgabe zu besetzen ist. Streichen Sie mit dem Team gemeinsam die Varianten, durch die am meisten Leid entsteht., und die, die nicht dem genannten Ziel entsprechen. 

Bei den übrig gebliebenen Lösungsmöglichkeiten kommen nun die Kandidaten zu Wort: Wie geht es mir mit dieser Lösung? Wenn sich dann eine Variante herauskristallisiert, geht es nur noch darum, welche Unterstützung derjenige vom Team braucht.

6. Der Dank
Zum Schluss geht ein Dank an alle. Und wenn Sie dem Therapeuten, der die Aufgabe übernimmt, nun noch ein „Bonbon“ drauflegen wollen, freut sich der, und auch das Team kann ihm das gönnen und nachvollziehen.
Lust auf mehr? 

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