Kommunikation als betriebliche Gesundheitsförderung – Gesunder Hormoncocktail

Gesunde Menschen sind motivierter, leistungsfähiger und konzentrierter. Daher können Arbeitgeber die Wirkung von gesunder Kommunikation gezielt einsetzen, denn sie führt zu zufriedenen Mitarbeitern.

Wir kommunizieren jeden Tag auf unterschiedlichste Art und Weise. WhatsApp, Facebook, Instagram, per Mail, und manchmal ist sogar ein Telefonat oder ein Gespräch vis-à-vis dabei. Die Kommunikation ist, objektiv betrachtet, leichter denn je. Doch ist sie auch gesund?

Gesundheitsfördernder Austausch

Gesund durch Kommunikation. Geht das? Klar! Krank durch Kommunikation geht ja schließlich auch. Vielleicht kennen Sie die Situation, dass Ihnen ein Gespräch noch im Nachhinein Kopfzerbrechen bereitet oder dass Sie sich durch Worte anderer verletzt gefühlt haben. Das ist kein gefühlsduseliger Quatsch, sondern ganz rational und neurologisch zu erklären. Gesunde Kommunikation oder auch gesundheitsorientierte Kommunikation bedeutet, durch Austausch mit anderen die eigene Gesundheit und die des Gesprächspartners zu fördern. Sie ist übrigens nicht zu verwechseln mit Gesundheitskommunikation. Dieser Forschungszeig beschäftigt sich mit der Vermittlung gesundheitsrelevanter und medizinischer Informationen.

Hormoncocktail to go

Worte begünstigen die Ausschüttung verschiedenster Hormone. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um innere Dialoge oder um Konversationen mit anderen Menschen handelt. Wertschätzende Worte führen zur vermehrten Ausschüttung von Endorphin, Adrenalin, Oxytocin und Dopamin. Diese Hormone wirken gesundheitsfördernd und tragen zum Wohlbefinden bei. Das Peptid Endorphin zum Beispiel wirkt schmerzstillend. Durch eine anerkennende und wertschätzende Gesprächsführung kommt es zur vermehrten Endorphinausschüttung. Der Begriff Endorphin setzt sich aus „endogen“ und „Morphin“ zusammen. Es kommt also zur körpereigenen Opioidherstellung. Somit können Schmerzen gelindert werden oder treten teilweise gar nicht erst in voller Intensität auf.

Neben Endorphin wird durch einen herzlichen Dialog Adrenalin ausgeschüttet. Es lässt Menschen auf gesunde Art und Weise leistungsfähig sein. Häufig wird Adrenalin ausschließlich mit Angst und Stress in Verbindung gebracht. Menschen brauchen dieses Hormon aber auch, um fit und leistungsfähig zu sein. Adrenalin motiviert und feuert an!

Oxytocin ist im Volksmund auch als Kuschel oder Bindungshormon bekannt. Früher kannte man es ausschließlich als Geburts- und Wehenhormon. Heute weiß man, dass es zur emotionalen Bindung beiträgt. Insbesondere für alle Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter an die Praxis binden möchten, ist es sehr wichtig. Wertschätzende Dialoge führen zur Oxytocinausschüttung und ermöglichen somit die Festigung emotionaler Bindungen und stärken das zwischenmenschliche Vertrauen im Team. Aus diesem Grund ist es äußerst empfehlenswert, Teamsitzungen dafür zu nutzen, Wertschätzung auszusprechen. Wichtig: Jeder darf Wertschätzung erhalten – die Teammitglieder untereinander, aber auch der Chef oder die Chefin!

Dopamin wird umgangssprachlich als Glückshormon bezeichnet und hat viele gesundheitsfördernde Auswirkungen. Es steigert die Motivation, die Konzentration, führt unter anderem zu einer positiveren Grundstimmung, ermöglicht eine verbesserte Wahrnehmungsfähigkeit und wirkt regulierend bei Stress. All diese Bereiche sind in der therapeutischen Arbeit sehr wichtig. Wird im Team gesund kommuniziert, sind die Mitarbeiter gelassener und stressresistenter, und wir alle wissen, dass es in der therapeutischen Arbeit durchaus mal hektisch werden kann. Wenig Stress führt zugleich zu mehr Gesundheit.

Zu einer gesunden Kommunikation gehören folgende Zutaten:

Wertschätzung: Worte mit wertschätzendem Charakter erhöhen die Ausschüttung von Dopamin, Adrenalin, Oxytocin und Endorphin.
Respekt: Schon René Borbonus sagte: „Respekt ist der Sauerstoff unter den sozialen Elementen.“
Transparenz: Eindeutige Kommunikation beugt Missverständnissen und Konflikten vor.
Akzeptanz: Gesunde Kommunikation bedeutet, Situationen und Gegebenheiten hinnehmen und akzeptieren, wenn man sie nicht ändern kann.
Positive Formulierungen führen zu mehr Verständnis und verursachen weniger Stress.
Zukunftsorientierung und Lösungsorientierung: Diese Faktoren reduzieren Stress und lösen Konflikte nachhaltig und effizienter.
Achtsamkeit: Es ist wichtig, achtsam zuzuhören und achtsam zu sein bei der Wahl seiner eigenen Worte.
Fragen statt sagen: Fragen ermöglichen Teilhabe, sie geben das Gefühl, gebraucht zu werden, und schaffen ein Miteinander.
Aktives Zuhören: Die Natur hat uns nicht umsonst zwei Ohren und nur einen Mund gegeben. Wir sollten unseren Mitmenschen mehr zuhören!
Informationen: die Balance zwischen Informationsflut und Informationsdefiziten finden
Ressourcenorientierung: Sich auf die Ressourcen und auf das Positive zu fokussieren, spielt eine große Rolle.
Möglichst wert- und urteilsfrei sprechen: Wir bewerten viel zu schnell. Das stresst uns selbst und tut auch dem Gespräch nichts Gutes.
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