Lachen macht gesund

Humor spielt in der medizinischen Versorgung von Patienten längst eine „ernstzunehmende“ Rolle. Doch auch in der Therapie muss man zum Lachen nicht in den Keller gehen.

Wie halten es Heilmittelerbringer eigentlich mit dem Humor? Während bei Ärzten und auch bei Pflegern der Humor ein breit diskutiertes und sogar vielfach wissenschaftlich untersuchtes Thema ist, scheinen sich Logopäden wie auch Physio- und Ergotherapeuten damit eher seltener zu befassen. Zumindest sind keine entsprechenden Abhandlungen, Hinweise auf Fortbildungen oder ähnliches zu finden. Dabei ist Lachen gesund, das sagt schon der Volksmund. Nicht umsonst gibt es inzwischen allerorten Lachclubs, Lachyoga und Lachtherapien. Und am „Weltlachtag“ brechen jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai weltweit Zehntausende Menschen um 14 Uhr für drei Minuten in kollektives Gelächter aus.

„Im Umgang mit Patienten kann Humor ein hilfreiches Werkzeug sein“, betont auch Katrin Hansmeier. Sie ist Trainerin am Deutschen Institut für Humor – ja, so etwas gibt es! – und Leiterin der Initiative „Arzt mit Humor“. Die Fachfrau bestätigt, dass auch bei den Heilmittelerbringern der Humor bereits Einzug gehalten habe. Ihre Initiative richte sich nämlich ausdrücklich an „alle medizinischen und heilenden Berufe“ – Heilmittelerbringer inklusive. Mit „Arzt mit Humor“ habe man damals nur einen passenden und griffigen Namen gesucht und gefunden.

Wie sieht es denn überhaupt mit der wissenschaftlichen Evidenz von „Lachen ist die beste Medizin“ aus? Kann Humor im Umgang mit kranken Menschen wirklich helfen? Tatsächlich belegen einige kleinere Untersuchungen, dass Lachen etwa den Blutfluss anregt oder Stresshormone abbaut. Der schlüssige Nachweis für einen langfristigen therapeutischen Nutzen der Heiterkeit steht indes noch immer aus. Unbestritten sind dagegen die wohltuenden Folgen der Heiterkeit für die Seele: Lachen wirkt angstlösend, verhilft zu Entspannung, beeinflusst den Gefühlshaushalt positiv und setzt im besten Falle Selbstheilungskräfte frei.

Humor in der Patientenkommunikation kann allerdings auch nach hinten losgehen, so Humorexpertin Hansmeier. „Wie bei einer Therapie muss man die richtige Dosis für den Humor bestimmen.“ Weder sei es zum Beispiel angebracht, in der Praxis den Clown zu spielen, noch sollte man bei seinen Scherzen den nötigen Respekt gegenüber den Patienten verlieren. Dabei könne man zusammen mit dem Patienten gerne herzhaft lachen, auch über dessen Krankheit und das damit verbundene Leid – aber niemals auf seine Kosten.

Das bestätigt auch Katharina Rogalla. Sie ist Mitglied von HumorCare, einer weiteren Organisation, die sich der Förderung von Humor in Therapie und Pflege verpflichtet hat. Zudem ist sie aber auch noch Physiotherapeutin, die einzige von insgesamt 200 Mitgliedern des mittlerweile 20 Jahre bestehenden Vereins. „Einerseits braucht man sicherlich bei dem Thema etwas Fingerspitzengefühl,“ so Rogalla, anderseits möchte sie auch vor zu viel Hemmungen und Unsicherheiten im Umgang mit den Patienten warnen. Denn: „Gerade Menschen mit einem schweren Leiden haben oft eine große Sehnsucht nach etwas Heiterkeit in ihrem Leben.“
Zudem ließen sich mit etwas Ironie und Leichtigkeit manch schwierige Themen einfacher ansprechen. Sei es ein etwaiges Übergewicht, das dem Therapieerfolg im Wege steht, oder die fehlende Compliance, um die Übungen auch zuhause weiterzumachen – die Patienten würden viel positiver auf einen kleinen Scherz reagieren, als wenn man nur Dinge ernsthaft problematisiert, gar ermahnt oder tadelt. „Effektiv und nachhaltig ist es, wenn sich die Leute gut fühlen und die Therapie Spaß macht“, zeigt sich Rogalla überzeugt. Und wenn sie mit ihrer humorvollen und lustigen Art bei einem Patienten mal ins Leere läuft, ist das auch nicht so schlimm. Denn schließlich lacht sie ja auch für sich selbst – um selbst etwas Spaß und Freude bei der Arbeit zu haben.


Tipps & Tricks

Wertschätzender, wohlwollender Humor kann Wunder wirken: innerhalb des Praxisteams, im Umgang mit Patienten und auch im Umgang mit sich selbst.
Das Deutsche Institut für Humor gibt in einem Gastbeitrag Tipps, wie Sie Ihren (Arbeits-)Alltag mit einer Prise Humor würzen, die Arbeitsatmosphäre in der Praxis entspannen und das Vertrauen der Patienten und im Praxisteam untereinander stärken können.

Alle Tipps und Tricks lesen Sie hier.


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