Logopädisches Lückenmanagement - Warum bestimmte Lücken unsere Fachkompetenz fördern

Warum logopädisches Lückenmanagement einen bedingungslos hohen Stellenwert im Qualitätsmanagement hat und wie man es praxisnah am besten umsetzt, erfahren Sie hier.

Was ist logopädisches Lückenmanagement?

Logopädisches Lückenmanagement beschäftigt sich mit den Dingen, die wir bezogen auf unseren Beruf nicht wissen. Wir alle haben Wissenslücken. Manche sind uns bewusst, manche begegnen uns unverhofft im Laufe unseres Berufslebens. Gemeinerweise machen diese Lücken etwas mit uns. Sie machen uns unsicher. Wir fühlen uns inkompetent und das kratzt mitunter ganz schön am Selbstwertgefühl. Völlig zu Unrecht übrigens, wie wir gleich erfahren werden.

Schritt 1: Man muss nicht alles wissen. Kann man auch gar nicht. Alles zu wissen wäre bezogen auf unsere Hirnkapazität und die Ökonomie unserer Denkprozesse nahezu katastrophal. Jeder, der schon einmal eine zu volle Festplatte auf dem Computer hatte weiß das. Und wenn man sich das bewusst macht gelangt man zu…

Schritt 2: Ich habe eine Lücke. Akzeptanz. Ja, ich habe eine Lücke und das nehme ich vollkommen wertfrei an. Ich muss nicht alles wissen und habe hier an dieser Stelle eine Wissenslücke bei mir entdeckt. Wir können nun das logopädische Lückenmanagement dazu nutzen, um zu entscheiden wie wir mit unserer Lücke umgehen möchten.

Schritt 3: Muss ich das wissen oder will ich das wissen? Beantworten Sie eine dieser Fragen mit „ja“? Wunderbar, dann gilt es eine gute Möglichkeit zu suchen diese Wissenslücke aufzuholen z.B. durch eine Fortbildung, ein Fachbuch oder den Austausch mit erfahrenen Kolleg*innen. Beantworten Sie aber die Fragen beide mit „nein“, dann ist es nicht nur wenig zielführend diese Lücke zu füllen, sondern dazu noch verschenkte Zeit und Hirnkapazität.

Wie viele und welche Fortbildungen sollte man besuchen?

Um die richtigen Fortbildungen (oder auch Fachbücher) für sich auszuloten, sollte dem Lückenmanagement eine gezielte Analyse vorausgehen. Welche Lücken sind mir bewusst? Und ganz wichtig: Muss oder will ich das wissen? Eine handschriftliche Tabelle anzulegen ist hier eine gute Möglichkeit, um den Überblick zu behalten. Aber wie viele Fortbildungen sollte man denn eigentlich so im Jahr besuchen und zu welchem Thema?

Erfolgsformel für mehr Fachkompetenz:

Ökonomisch zu arbeiten bedeutet seine Ressourcen clever zu managen und dabei wichtige Fähigkeiten weiter auszubauen. Für unser logopädisches Lückenmanagement hat sich dazu folgende Erfolgsformel bewährt:

2-3 Fortbildungen pro Jahr mit folgenden Schwerpunkten und folgender Gewichtung:

1. Eine Fortbildung zu einem Thema, in dem Sie bereits sehr versiert sind.
2. Eine Fortbildung zu einer Lücke, die Sie schließen müssen.
3. Eine Fortbildung zu einer Lücke, die Sie schließen wollen.

Es geht also darum sich gleichzeitig weiter in einem bereits sicheren Feld zu spezialisieren (Expertenstatus) und Lücken zu schließen, die für unseren Berufsalltag relevant sind (z.B. zu einer bestimmten Klientengruppe, die uns immer wieder in der Praxis begegnet). Haben wir dann immernoch noch Lust und Zeit weitere Fortbildungen zu machen oder Bücher anzuschaffen, dann dürfen diese unseren Interessen entsprechen, also bspw. thematisch einen Bereich behandeln, der uns einfach schon immer interessiert hat.

Wir sehen also, dass das logopädische Lückenmanagement ein ganz elementarer Bestandteil des Qualitätsmanagements ist, um langfristig eine qualitativ hochwertige Behandlung bei gleichzeitiger Weiterentwicklung der Behandelnden zu gewährleisten. Davon mal ganz abgesehen, ermöglicht uns das gezielte Lückenmanagement unsere Talente weiter auszubauen und gleichzeitig kompetent das allgemeine Wissen zu erweitern ohne Ressourcen zu verschwenden. Das ist ökonomisches Arbeiten und Lernen. In diesem Sinne…

 

 

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Ann-Kathrin Schäfer ist Lehrlogopädin für Stimme, Sprecherziehung und Dysgrammatismus. Zudem ist Sie Fachwirtin für Gesundheits- und Sozialwesen. So verfügt Sie über fachliches und wirtschaftliches Wissen, welches Sie auf ihrem Blog www.logowiwi.de mit Praxisinhabern, Existenzgründern, Lehrlogopäden und Schülern aus der Branche teilt.


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