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„Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mitarbeiter!“

Teamgeist und wirtschaftlicher Erfolg sind zwei paar Schuhe? Nein, sagt Unternehmensberater und Teamentwickler Frank Gerlach. Was er sonst noch für Tipps zur Teamentwicklung hat, lesen Sie im Interview.

Warum gelten das Team und der gemeinsame Teamgeist als wichtige Erfolgsfaktoren für eine Praxis?
Es ist wie im Sport: eine Ansammlung von guten Einzelkämpfern schafft noch keinen Erfolg! Ganz wichtig für den dafür nötigen „Team-Spirit“ sind gemeinsame Ziele und Werte. Denn dann agieren Sie motiviert und kundenorientiert und die Stimmung und Atmosphäre in der Praxis wird gleich viel positiver sein. Auf dieser Grundlage wird eine Praxis auch wirtschaftlich erfolgreicher sein.

Inwiefern?
Sie können noch so ein guter Therapeut sein, aber wenn zum Beispiel ihre Rezeptionskraft unfreundlich zu den Patienten ist, werden sie eine negative Empfehlung bekommen oder gar Kunden verlieren. Sobald Sie nicht mehr allein tätig sind und weitere Mitarbeiter beschäftigen – sei es Therapeuten, Rezeptions- oder Verwaltungskräfte –, ist es deshalb notwendig, sich über Ihr Team Gedanken zu machen. Denn obwohl in der Therapie jeder für sich allein mit dem Patienten arbeitet, spüren Ihre Patienten, ob in der Praxis eine gute Stimmung herrscht, ob die Kommunikation stimmt und wie das Verhältnis zum Chef ist.

Mit welchen Problemen im Team haben Sie es in Ihrer Beratertätigkeit am häufigsten zu tun?
Wie heißt es so schön: Der Fisch stinkt immer zuerst am Kopf. Alle Probleme im Team oder Praxis haben ihre Ursachen meiner Erfahrung nach in der Betriebsführung: Hat der Chef die richtigen Mitarbeiter ausgesucht? Wie wurden sie eingearbeitet? Hat der Chef überhaupt Zeit für sie und finden regelmäßige, zielführende Besprechungen statt? Gibt es Qualitätsstandards und regelmäßiges Feedback? In meiner Beratungspraxis kommt es zudem öfter vor, dass Konflikte in Teams nicht angesprochen und geklärt werden, der Informationsfluss fehlt, keine Transparenz in Bezug auf Unternehmensziele und persönliche Ziele vorhanden ist oder sich jeder nur als Einzelkämpfer sieht. Oft wird dann auch gar nicht erkannt, dass etwas im Argen liegt.

Alle Probleme im Team oder Praxis haben ihre Ursachen meiner Erfahrung nach in der Betriebsführung.
Frank Gerlach, Unternehmensberater und Teamcoach

Das heißt: Das Problem ist fehlendes Bewusstsein für die Erfolgsfaktoren?
Genau. Dabei sind Praxen, die von sich behaupten, sie seien so gut und toll, dass sie kein Teamcoaching benötigen, selten gut. Sie schauen oft nur nicht so genau hin und versuchen eine oberflächliche Harmonie zu zeigen. Aber muss ich schlecht sein, um besser zu werden? Sollte man erst dann ins Gespräch kommen, wenn etwas schiefläuft und Probleme zu diskutieren sind? Da empfehle ich, eher den Fokus auf die funktionierenden Dinge und Positiv-Verstärker zu legen und darüber dann mit höherer Motivation und Freude die immer irgendwann auch mal auftretenden Schwierigkeiten zu bewältigen und die Optimierungspotentiale zu nutzen.

Wie können Sie als Unternehmensberater in solchen Fällen helfen?
Zunächst einmal ist es meine Aufgabe herauszufinden, was in der Praxis bzw. im Team gut ist und wo es Schwierigkeiten gibt. Dann geht es darum, bestimmte Strukturen zu installieren – zum Beispiel regelmäßige Teambesprechungen mit festen Regeln, Einzelgespräche mit gegenseitigem Feedback und Festlegung von Zielen sowie die Einführung von bestimmten Qualitätsstandards und einem Fortbildungs- und Schulungsplan. Wenn diese strukturellen Dinge stehen, führen wir ein 2-Tages-Team-Coaching außerhalb der Praxis durch und erarbeiten gemeinsam ein Leitbild mit Unternehmens- und Team-Philosophie. Darin werden die Werte im Umgang untereinander und gegenüber den Patienten-Kunden, sowie die übergeordneten Ziele definiert. Quasi ein Ziel- und Verhaltenskodex, der mit den eigenen Werten übereinstimmt und deshalb Freude und Motivation fördert. Dazu gilt es Kommunikationswerkzeuge zu vermitteln, damit alle offener, ehrlicher, respektvoller und erfolgreicher miteinander und mit Patienten-Kunden umgehen können.

Gibt es den einen Tipp, den Sie Praxisinhabern in Sachen Mitarbeiterführung jetzt schon einmal geben können?
Und um es auf einen ganz einfachen Punkt zu reduzieren: Nehmen Sie sich viel mehr Zeit für Ihre Mitarbeiter! Da es schwieriger geworden ist, neue Mitarbeiter zu gewinnen, ist es umso wichtiger die bestehenden Mitarbeiter zu halten. Und das geht nur, wenn Sie als Chef genau wissen, was bei Ihren Mitarbeitern los ist, was gut klappt, was Schwierigkeiten bereitet und was deren persönlichen Ziele und Motivationsfaktoren sind.


Frank Gerlach
Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt auf ganzheitlicher Beratung und Coaching
für Gesundheitszentren und Physiotherapiepraxen in Köln

www.gerlach-coaching.de


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