Neuer Vertrag für Podologen

Einigung in den Verhandlungen zwischen den Podologieverbänden und dem GKV-Spitzenverband. Jetzt steht nur noch die Verabschiedung in den Gremien der Vertragspartner aus. Alle Anpassungen im Überblick.

Elf Sitzungen waren nötig, um zum neuen Vertrag nach §125 Konsens zu erzielen. Diese Änderungen wurden beschlossen. Der Überblick: 

Teilabrechnung

Schnellere Abrechnung bereits erbrachter Leistungen. Dieser Wunsch wird voraussichtlich Realität. Denn Verordnungen mit sechs Behandlungen, die bisher erst nach rund zehn Monaten bezahlt wurden, können jetzt früher abgerechnet werden. Aber nicht nur hier wird die Teilabrechnung möglich. Auch bei Inhaberwechsel ist eine Teilabrechnung mit allen Kostenträgern möglich. In diesem Zusammenhang wurde auch das Zahlungsziel von bisher 28 auf 21 Tage reduziert. Außerdem ist die Abrechnung zweimal im Monat möglich. Die Anspruchsfristen für beide Seiten wurden auf neun Monate festgelegt.

Therapiefrequenz

Gegenstand der Verhandlungen war auch die Therapiefrequenz. Künftig wird eine Über- oder Unterschreitung der Frequenz von zwei Werktagen aus praxisorganisatorischen Gründen bei allen Kostenträgern ohne Begründung ermöglicht. Bei Frequenzunterbrechungen von mehr als zwei Tagen ist weiterhin eine Begründung nötig. Wenn eine Verordnung mehr als zwölf Kalenderwochen unterbrochen wird, wird diese ungültig. 

Absetzungen 

Weiterer Gegenstand der Gespräche: die regelmäßigen Absetzungen für Behandlungen bei stationärem Aufenthalt am Aufnahme- und Entlasstag. Im neuen Vertrag sind Behandlungen gerade an diesen Tagen beschrieben – Absetzungen müssen Podologen damit nicht mehr fürchten. Außerdem werden Verordnungen mit falschen Kostenträgerdaten (z.B. bei einem Krankenkassenwechsel) Leistungserbringern nicht mehr abgesetzt.

Korrekturmöglichkeit und –zeitpunkt

Bisher mussten Verordnungen bereits vor Behandlungsbeginn korrigiert werden. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Arztseitige Korrekturen bzw. Ergänzungen auf Heilmittelverordnungen müssen erst vor der Einreichung bei der Krankenkasse vorgenommen werden.

Präsenz

Viele Therapeuten wünschten sich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deswegen müssen zugelassene Heilmittelpraxen für GKV-Versicherte künftig mit 25 Stunden, einschließlich Abwesenheiten wie Hausbesuchen, verfügbar sein. 
Außerdem wurde im Vertrag festgehalten, dass ausschließlich im Hausbesuch tätige Therapeuten künftig keinen separaten Raum in der Praxis brauchen. Voraussetzung dafür ist, dass die Therapeuten auch organisatorisch an die Praxis des zugelassenen Leistungserbringers angebunden sind. Das heißt auch, dass die ordnungsgemäße Durchführung der Therapie in der Verantwortung des zugelassenen Leistungserbringers liegt. Mit Blick auf den sozialversicherungsrechtlichen Status können nur angestellte Therapeuten einer ausschließlichen Beschäftigung im Hausbesuch nachgehen. 

Bestandsschutz

Alle Praxen, die bis zum 31.12.2020 zugelassen werden, unterliegen einer Regelung zum Bestandsschutz. Das gilt auch, wenn eine Praxis verkauft oder übernommen wird.

Leistungsbeschreibung

Nicht nur die Regelbehandlungszeit wurde auf einen rechtssicheren Stand gebracht, auch nicht relevante Leistungsprositionen wurden gestrichen. Das soll den bürokratischen Aufwand, auch in Hinblick auf das neue Verordnungsformular, mindern. Positionen werden künftig in "Behandlung klein" und "Behandlung groß" unterschieden. Beide setzen sich aus der Therapieleistung, der Vor- und Nachbereitung, Dokumentation sowie dem erhöhten Sachkostenaufwand zur Erfüllung der umfangreichen hygienischen Anforderungen in Podologiepraxen zusammen.  Neu ist die Aufnahme einer Befundpauschale, die sowohl die Erstbefundung als auch Zwischenbefundungen definiert und für jede Behandlung abrechenbar ist.

Neue Vergütungssätze

Ab 01. Januar 2021 werden die neuen Vergütungssätze schon ab Verordnungsdatum angewendet. Heißt: Der bisherige Versatz entfällt und alle ab diesem Zeitpunkt erbrachte Behandlungen können zu den neuen Konditionen abgerechnet werden. 

Dieser Überblick unterliegt noch dem Vorbehalt der Gremien. Geplant ist aber analog zur neuen Heilmittelrichtlinie ein Inkrafttreten ab dem 01. Januar 2021.


Quelle: Podo Deutschland 
 


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