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Neues Gesetz – neue Chancen: mehr Informationen zum TSVG

Mehr Versorgungsautonomie und eine bessere Bezahlung: Knapp eine Woche ist die Verabschiedung des Terminservice- und Versorgungsgesetztes (TSVG) jetzt her. Hier finden Sie die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

191 Seiten umfasst das TSVG. Keine Angst, Sie müssen nicht alles lesen, um die relevanten Informationen für Therapeuten zu erfahren. Das haben wir für Sie übernommen und die wichtigsten Meilensteine übersichtlich dargestellt. 

Das Wichtigste zuerst: Das TSVG soll am 1. Mai 2019 in Kraft treten. 

Die Spitzenverbände der Heilmittelbranche sind mit dem Ergebnis ihrer Verhandlungen grundsätzlich zufrieden. Das TSVG bringe deutliche Verbesserungen für die Heilmittelerbringer, resümiert Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV). Ein Fortschritt hin zu einer besseren Entlohnung von Therapeuten ist die dauerhafte Abschaffung der Grundlohnsummenbindung bei Verhandlungen mit den gesetzlichen Krankenversicherern (GKV). Künftig sollen bei Preisverhandlungen die Entwicklung der Personal- und Sachkosten für die Leistungserbringung sowie die durchschnittlichen Betriebskosten berücksichtigt werden. 

Zum 1. Juli 2019: bundeseinheitliche Preise auf Höchstniveau

Die Vergütung von Therapeuten für GKV-Leistungen wird mit dem neuen TSVG maßgeblich verbessert. Zum 1. Juli 2019 werden die Preise für Heilmittelleistungen deutschlandweit auf das jeweilige Höchstniveau angepasst. Diese Verbesserung werden vor allem Therapeuten in Regionen spüren, in denen bisher geringere Vergütungen gezahlt wurden.

Bis 1. Juli 2020: deutschlandweit einheitliche Versorgungsverträge 

Nicht nur die Bezahlung wird bundesweit vereinheitlicht, sondern auch die Verhandlungen für die Vergütung von Heilmittelerbringern. Bis zum 1. Juli 2020 werden die Heilmittelverbände mit dem GKV-Spitzenverband bundeseinheitliche Versorgungsverträge für jeden Heilmittelbereich aushandeln. Dies bietet laut Physio-Deutschland die Möglichkeit, die Leistungen der Branche in finanzieller, aber auch in inhaltlich-fachlicher Sicht neu zu gestalten.

Bis November 2019: Schiedsstelle wird gebildet 

Konflikte zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern sind nicht nur aufwendig, sondern auch langwierig. Sollten Verhandlungen zwischen GKV und den Heilmittelerbringern künftig keine Lösung erzielen, soll ab November 2019 eine feste Schiedsstelle Abhilfe schaffen. 

Ab 1. September 2019: einheitliche Zulassungsverfahren

Die Zulassungsverfahren in der Heilmittelbranche wurden lange als zu bürokratisch kritisiert und werden im Zuge der Gesetzesänderung deutlich erleichtert. Bis zum 1. September 2019 werden die Zulassungsbedingungen zwischen dem GKV-Spitzenverband und den Leistungserbringern auf Bundesebene verhandelt. Die Heilmittelerbringer haben somit mehr Mitspracherechte und müssen ihre Zulassung darüber hinaus nur noch an einer Stelle beantragen.

Ab 15. November 2020: Blankoverordnungen werden möglich

Das TSVG schafft eine weitere Möglichkeit für Therapeuten, mehr Versorgungsverantwortung und Autonomie wahrzunehmen: die Blankoverordnung. Mit ihr ist der Therapeut zwar an die darin festgelegte ärztliche Diagnose gebunden, kann aber selbst über Auswahl, Dauer und Frequenz der Behandlung entscheiden. Die Blankoverordnung ist ein Meilenstein für mehr Eigenverantwortung von Therapeuten. Sie soll zum 15. November 2020 in Kraft treten. Bis dahin verhandeln der GKV-Spitzenverband und die Vertreter der Therapeuten-Verbände darüber, bei welchen Indikationen die Blankoverordnung eingesetzt werden soll. 


Weitere Einschätzung zum TSVG
Was verbessert sich mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz? Fragen aus der Redaktion des Fachmagazins "Zukunft Praxis" an die Vorsitzende des Deutschen Verbands für Physiotherapie (ZVK) Andrea Rädlein. 

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Einen Wermutstropfen sehen die an den Verhandlungen zum neuen TSVG beteiligten Interessensverbände der Heilmittelbranche allerdings doch: Das Gesetz sieht grundsätzlich keine Durchführung von Modellvorhaben zum Direktzugang mehr vor. „Dadurch kann der Direktzugang zu den Therapieberufen nicht wissenschaftlich untersucht werden“, kritisiert Ute Repschläger vom SHV. Das wäre jedoch erforderlich, um zu prüfen, auf welche Weise der Direktzugang die therapeutische Versorgung gerade in ländlichen Gegenden auf Dauer stärken kann.“ 

Anders war das bei der Blankoverordnung, die schon bald gelebte Praxis werden wird. Die Vorteile wurden in Modellprojekten von 2011 bis 2017 wissenschaftlich analysiert. Hierzu hatten sich Krankenkassen und Verbände im Zuge des Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) verpflichtet. 

Die wichtigsten Termine übersichtlich dargestellt


TSVG-News auf unserer Sonderseite

Noch mehr Neuigkeiten rund um das TSVG finden Sie auf unserer Sonderseite. Dort ergänzen wir regelmäßig News, Hintergrundartikel und Experten-Interviews – und begleiten die Umsetzung des TSVG damit bis Ende 2020. 

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