Nun offiziell: Heilmittelrichtlinie wird verschoben

Es fing mit Spekulationen an, dann folgten die ersten Berichterstattungen. Nun bestätigt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Verschiebung der Heilmittelrichtlinie auf den 01.01.2021.

 

Bereits im September 2019 wurde beschlossen, dass die neue Heilmittelrichtlinie zum 01.10.2020 in Kraft treten soll. Man hatte sich für eine einjährige Vorlaufzeit entschieden, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Denn um Heilmittel ordnungsgemäß zu verschreiben, benötigen Vertragsärzte elektronische Programme, die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zertifiziert und zugelassen sind. Und hier liegt nun das Problem.

Der G-BA reagierte mit seinem Beschluss auf einen Antrag der KBV, indem darauf hingewiesen wurde, dass bisher nicht genügend Softwarehersteller das Zertifizierungsverfahren für die angepasste Praxisverwaltungssoftware begonnen beziehungsweise durchlaufen hätten. Deshalb befürchte die KBV, dass die notwendige Aktualisierung der jeweiligen Praxisverwaltungssoftware auch am 1. Oktober 2020 nicht flächendeckend zur Verfügung stünde. Eine veraltete Praxissoftware birgt die Gefahr, dass fehlerhafte Heilmittelverordnungen ausgestellt würden, was zu einem erhöhten Prüfaufwand bei den Heilmittelerbringern führen würde.

Um die Neuerungen in der Heilmittelversorgung trotz der Verzögerung in der vertragsärztlichen Versorgung einheitlich zu etablieren, hat der G-BA im Hinblick auf die überarbeitete Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte beschlossen, auch diese auf den  1. Januar 2021 zu verschieben.

Man kann zudem damit rechnen, dass sich im Zuge dessen auch die bundesweiten Verträge zur Heilmittelversorgung verschieben. Als Resultat daraus könnten sich auch die Preisverhandlungen verzögern. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
 


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