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PRAXISnah: "Bei uns ist manchmal Livemusik zu hören"

Kollegen über die Schulter schauen und voneinander lernen: Unter diesem Motto geben wir Einblicke in die Besonderheiten anderer Praxen – diesmal mit Melissa Frierson, die eine ergotherapeutische Praxis führt.

Du oder Sie - wie fühlen Sie sich am wohlsten?
Erwachsene sieze und Kinder duze ich. Schwierig wird es nur manchmal bei jugendlichen Patienten, bei denen man sich nicht sicher ist, ob die selbst vielleicht schon gesiezt werden möchten.

Das erste, was Sie morgens machen:
Das kommt darauf an. Wenn ich in die Praxis gehe, komme ich meistens etwas früher, um ohne Hektik den Tag vorbereiten zu können und auch noch Zeit für einen Kaffee zu finden. An mehreren Tagen in der Woche mache ich aber vormittags Hausbesuche und komme erst mittags in die Praxis.

Was ist an Ihrer Praxis anders als in anderen Praxen?
Bei uns ist manchmal Livemusik zu hören! Das liegt daran, dass ich mich auf die Handtherapie spezialisiert habe und zurzeit eine von drei gelisteten Neurohandtherapeutinnen der AFH (Akademie für Handtherapie) in Baden-Württemberg bin. Deshalb kommen auch einige Musiker hierher, die aufgrund von Überlastungen ihr Instrument nicht mehr richtig spielen können. Und die bringen dann natürlich ihr Instrument mit, damit ich sehen kann, was da schiefläuft und wo man ansetzen kann.

Gerade wir Ergotherapeuten haben viel mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass wir nur „Basteltanten“ wären.
Melissa Frierson, Ergotherapeutin

Wie wird Ihr Team zum „Dream-Team“?  
Das wichtigste ist, dass sich Mitarbeiter auch selbst in der Praxis entfalten und einbringen können. Gerade in so einer kleinen Praxis ist das wichtig, um sich mit der Praxis identifizieren zu können.  

Praxis-Outfit oder Freestyle?
Wir haben Poloshirts in unseren Praxisfarben. Man kann sich also morgens entscheiden, ob man in Weiß oder in Petrol kommen möchte.

Was machen Sie, um dem Fachkräftemangel zu begegnen?
Ich habe ja nur eine Mitarbeiterin, die habe ich allerdings auch sehr lange suchen müssen. Da ich mich im Moment aber nicht vergrößern möchte, habe ich im Moment mit dem Thema glücklicherweise nichts zu tun.

Wie redselig sind Sie während der Behandlung: Smalltalk, intensive Gespräche oder Schweigen im Walde?
Das hängt sehr von dem jeweiligen Patienten und der Behandlungsart ab. Aber zum Beispiel bei Hausbesuchen bin ich ja manchmal der einzige soziale Kontakt in die Außenwelt. Und da wäre es seltsam, wenn ich schweigsam wäre. 

Wie machen Sie Ihre Praxen regional bekannt?
Ich schalte immer mal wieder Anzeigen im Gemeindeanzeiger, um etwas Werbung für unsere Praxis zu machen. Neben den Patienten sind aber auch Ärzte für mich eine ganz wichtige Zielgruppe. Und hier hat sich der gute alte Brief bewährt. Damit informiere ich ganz persönlich, wenn es bei uns etwas Neues gibt.

Wie gestalten Sie Ihre Mittagspause?
Ich arbeite eher durch, checke Mails oder bereite den Nachmittag vor – und esse nebenbei.

Neben den Patienten sind aber auch Ärzte für mich eine ganz wichtige Zielgruppe.
Melissa Frierson von ergotherapie.melissa frierson

Kartei-Karte oder Praxis-EDV – wie digital ist Ihre Praxis?
Wir arbeiten mit THEORG, das heißt die Patientenakten und die Dokumentation sind komplett digital.

Facebook, Twitter oder Instagram?
Weder privat noch geschäftlich. Da halte ich es mit dem Prinzip ganz oder gar nicht. Und ich habe mich für „gar nicht“ entschieden.

Wie bleiben Sie fachlich up-to-date?
Ich finde das Angebot des Deutschen Verbands der Ergotherapeuten für meine Arbeit sehr hilfreich. Gerade das Online-Angebot (www.dve.info ) nutze ich viel und gerne.

Wie wichtig sind Fortbildungen für Sie?
Super wichtig! Zwei Wochen im Jahr bin ich im Schnitt dafür sicherlich unterwegs. Gerade wir Ergotherapeuten haben viel mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass wir nur „Basteltanten“ wären. Umso wichtiger ist es, das Gegenteil zu beweisen und immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben.

Noch einmal auf Start – würden Sie alles nochmal genauso machen?
Ich würde nichts anders machen. Ich bin glücklich und mag meinen Beruf.

Therapeut auch nach Feierabend?
Das bleibt nicht aus, wenn man seinen Beruf mit Leidenschaft ausübt. Natürlich werde ich auch mal privat um Rat gefragt. In meinem Freundeskreis gibt es zum Beispiel Musiker, die auch schon Probleme an der Hand hatten. Da helfe ich gerne – und natürlich ohne danach eine Rechnung zu stellen.

Das letzte, was sie abends machen:
 Sport. Möglichst jeden Abend, wenn ich es schaffe.

ergotherapie.melissa frierson
Praxis für Ergotherapie Melissa Frierson
https://ergotherapie-frierson.de

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