PRAXISnah: "Das Schulgeld hätte man längst abschaffen müssen"

Kollegen über die Schulter schauen und voneinander lernen: Unter diesem Motto geben wir Einblicke in Besonderheiten anderer Praxen – diesmal mit Simon Brandner. Der Ergotherapeut ist Inhaber zweier Praxen nahe Stuttgart.

Das erste, was Sie morgens machen:
Ich habe vier Kinder, das jüngste ist ein halbes Jahr, das älteste sieben Jahre. Sie morgens, gemeinsam mit meiner Frau für den Kindergarten und die Schule fertig zu machen sind die ersten Aufgaben am Tag. Da ist morgens schon was los...

Was ist an Ihrer Praxis anders als in anderen Praxen?
Den Patienten gefällt besonders unser Wartebereich. Der ist nämlich besonders schön und gemütlich, mit einer Kaffeemaschine und immer frischem Obst. Zwei bequeme Wippsessel stehen gegenüber einer Berglandschaft mit einem schönen See im Vordergrund. Das ist zwar nur leider eine Fototapete, es ist aber trotzdem so entspannend, dass vor einiger Zeit sogar eine Mutter, die auf ihr Kind gewartet hat, darin eingeschlafen ist.

Wie wird Ihr Team zum „Dream-Team“?
Wichtig ist für mich, dass man immer ein offenes Ohr für sein Team hat und offen für Anregungen ist. Mein Team kann einiges mitgestalten. Das heißt, ich bin nicht so der Typ „Allein-Herrscher“.

Praxis-Outfit oder Freestyle?
Bislang Freestyle, aber das wird sich nächstes Jahr ändern – übrigens auf Wunsch der Mitarbeiter.

Wie gehen Sie mit dem Fachkräftemangel um?
Aktuell haben wir kein Problem damit, und ich hoffe, dass das so bleiben wird. Denn ich fange diesen Monat bei einer Ergotherapieschule in Stuttgart als Dozent an. Und dann bin ich ja quasi an der Quelle...

Wie redselig sind Sie während der Behandlung: Smalltalk, intensive Gespräche oder Schweigen im Walde?
Ich stelle mich da komplett auf die Patienten ein. Manchmal höre ich einfach nur zu und beim nächsten Mal reden vielleicht wir über die verschiedensten Themen.

Wie machen Sie Ihre Praxis regional bekannt?
Werbung mache ich nur gelegentlich bei einem lokalen Sportverein; aber das auch eher, um ihn zu unterstützen. Wichtiger ist für mich der Kontakt zu den Ärzten. Ich lege großen Wert darauf, dass die uns kennen und über Neuigkeiten aus unserer Praxis informiert werden.

Wie gestalten Sie Ihre Mittagspause?
Da fahre ich meistens nachhause zu meiner Familie.


Brandner Ergotherapie

Praxen für Ergotherapie in Ostfildern-Nellingen und Wernau

https://ergotherapie-ostfildern.de/


 

Kartei-Karte oder Praxis-EDV – wie digital ist Ihre Praxis?
Wir sind ziemlich digital geworden und managen alles über unsere neuen Tablets. Ich mag dieses mobile Arbeiten. Das ist praktisch für die Hausbesuche und in der Praxis ballt es sich nicht so sehr vorne an der Anmeldung.

Facebook, Twitter oder Instagram?
Da bin ich komplett raus. Das mache ich noch nicht einmal privat. Ich habe aber auch nicht das Gefühl, dass das unsere Patienten vermissen würden. Wir haben eine schöne Website. Das reicht!

Wie bleiben Sie fachlich up-to-date?
Durch diverse Magazine und durch Fachliteratur. Letzteres muss ich nun durch meinen neuen Dozenten-Job wieder häufiger lesen.

Wie wichtig sind Fortbildungen für Sie?
Sehr wichtig. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Mitarbeiter. Deshalb unterstütze ich sie auch dabei, wenn sie sich fortbilden. Das heißt, sie werden in der Zeit freigestellt und bekommen auch die Fortbildung ganz oder teilweise bezahlt.

Gesundheitsminister für einen Tag? Was würden Sie machen?
Man muss ja zugestehen, dass sich derzeit einiges zum Guten wandelt. Manches geht mir dabei allerdings nicht schnell genug. Das Schulgeld hätte man zum Beispiel längst abschaffen müssen.

Noch einmal auf Start – würden Sie alles nochmal genauso machen?
Ja, ich habe genau das gemacht, was ich immer machen wollte und würde es auch genau so wieder machen. Studieren wäre zwar auch eine Option gewesen, dann aber auf jeden Fall auch etwas im Gesundheitsbereich.

Therapeut auch nach Feierabend?
Von Freunden und Bekannten auch außerhalb der Praxis um Rat gebeten zu werden, ist für mich ganz normal. Damit habe ich auch kein Problem.

Das letzte, was sie abends machen:
So richtig Feierabend ist natürlich erst, wenn die Kinder alle im Bett sind. Dann mache ich manchmal noch Sport oder lege mich einfach auf die Couch und relaxe. Zum Runterkommen höre ich meistens im Bett noch ein bisschen Musik.


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