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PRAXISnah: "Eine Blankoverordnung halte ich für sinnvoll"

Kollegen über die Schulter schauen und voneinander lernen: Unter diesem Motto geben wir Einblicke in Besonderheiten anderer Praxen – diesmal mit Elke Heinzmann. Sie ist Physiotherapeutin und Inhaberin der Praxis Motus.

Was ist an Ihrer Praxis anders als in anderen Praxen?
Wir sind eine große, moderne Praxis mit spezialisierten Abteilungen in den Bereichen Orthopädie, Neurologie, Innere Medizin, Psychosomatik, Logopädie und – ganz neu – Ergotherapie.

Wie wird Ihr Team zum „Dreamteam“?
Entscheidend dafür ist, dass man schon bei den Bewerbungsgesprächen darauf achtet, ob die- oder derjenige ins Team passt. Da lasse ich inzwischen lieber mal eine Stelle kurzfristig unbesetzt, als dass ich jemanden einstelle, bei dem das vielleicht nicht der Fall ist.

Praxis-Outfit oder Freestyle?
Bei uns soll jeder seine Individualität mit in die Praxis einbringen dürfen. Ich finde, Kompetenz und Einheit erreicht man nicht durch eine Praxisuniform, sondern durch gemeinsame Werte.

Wie machen Sie Ihre Praxis regional bekannt?
Wir machen keine Werbung, sind aber sehr aktiv in fachlichem Austausch. Ich selbst bin zum Beispiel engagiert in einem Parkinson-Netzwerk, in dem auch eine Selbsthilfegruppe vertreten ist. Dadurch erhöht man ja auch seine Bekanntheit in der jeweiligen Zielgruppe.

Kompetenz und Einheit erreicht man nicht durch eine Praxisuniform, sondern durch gemeinsame Werte.
Elke Heinzmann, Physiotherapeutin

Karteikarte oder Praxis-EDV – wie digital ist Ihre Praxis?
Sie ist bereits sehr digital. Aber ich freue mich auch schon darauf, wenn endlich die e-Verordnung kommt und wir komplett papierlos werden können.

Wie wichtig sind Fortbildungen für Sie?
Sehr wichtig! Wir laden dafür regelmäßig Spezialisten in die Praxis ein, zuletzt kam zum Beispiel Doris Brötz aus Tübingen zu uns, die uns eine Fortbildung im Bereich Rückenschmerz gegeben hat. Darüber hinaus bin ich auch selbst in der Fortund Weiterbildung aktiv, speziell im Bereich der Neurologischen Physiotherapie.

Gesundheitsminister für einen Tag? Was würden Sie machen?
Eine Blankoverordnung halte ich für sinnvoll, da die Therapeuten von den Maßnahmen in der Regel mehr verstehen, als die Ärzte. Doch selbst wenn das eine Minderheitenmeinung ist, sehe ich den Direktzugang dagegen eher kritisch. Ich befürchte nämlich, dass er sich negativ auf die Vergütung auswirken wird. Auch das Thema Haftung könnte schwierig werden.

Therapeut auch nach Feierabend?
Davor kann ich mich ganz gut schützen. Während ich in der Praxis zu hundert Prozent den Patienten und Mitarbeitern zur Verfügung stehe, bin ich privat zu null Prozent Therapeut.


MOTUS
Zentrum für Physiotherapie und Logopädie in Stuttgart
https://www.motus-physiotherapie.de/

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