PRAXISnah: "Eine Blankoverordnung halte ich für sinnvoll"

Kollegen über die Schulter schauen und voneinander lernen: Unter diesem Motto geben wir Einblicke in Besonderheiten anderer Praxen – diesmal mit Elke Heinzmann. Sie ist Physiotherapeutin und Inhaberin der Praxis Motus.

Das erste, was Sie morgens machen:
Ich stehe immer um 6.15 Uhr, und dann überlege ich mir erst einmal, was ich an diesem Tag alles machen und erreichen möchte.

Was ist an Ihrer Praxis anders als in anderen Praxen?
Wir sind eine große, moderne Praxis mit spezialisierten Abteilungen in den Bereichen Orthopädie, Neurologie, Innere Medizin, Psychosomatik, Logopädie und – ganz neu – Ergotherapie.

Wie wird Ihr Team zum „Dreamteam“?
Inzwischen bin mit dem Team sehr zufrieden, das war allerdings nicht immer so. Entschei-dend dafür ist, dass man schon bei den Bewerbungsgesprächen darauf achtet, ob die- oder derjenige ins Team passt. Da lass ich inzwischen lieber mal eine Stelle kurzfristig unbesetzt, als dass ich jemanden einstelle, bei dem das vielleicht nicht der Fall ist.

Praxis-Outfit oder Freestyle?
Bei uns soll jeder seine Individualität mit in die Praxis einbringen dürfen. Ich finde, Kompetenz und Einheit erreicht man nicht durch eine Praxisuniform, sondern durch gemeinsame Werte.

Wie gehen Sie mit dem Fachkräftemangel um?
Zum Glück haben wir genug hochwertige Initiativbewerbungen, sodass wir nur selten Anzei-gen schalten müssen. Meistens reicht es aus, wenn wir auf der Website schreiben, ob wir gerade jemanden suchen.

Wie redselig sind Sie während der Behandlung: Smalltalk, intensive Gespräche oder Schweigen im Walde?
Der therapeutische Dialog ist ein wesentlicher Wirkmechanismus. Das heißt, natürlich muss ich als Therapeutin im intensiven Gespräch mit dem Patienten sein.

Wie machen Sie Ihre Praxis regional bekannt?
Wir machen keine Werbung, sind aber sehr aktiv in fachlichem Austausch. Ich selbst bin zum Beispiel engagiert in einem Parkinson-Netzwerk, in dem auch eine Selbsthilfegruppe vertreten ist. Dadurch erhöht man ja auch seine Bekanntheit in der jeweiligen Zielgruppe.

Kompetenz und Einheit erreicht man nicht durch eine Praxisuniform, sondern durch gemeinsame Werte.
Elke Heinzmann, Physiotherapeutin

Wie gestalten Sie Ihre Mittagspause?
In drei von fünf Tagen habe ich überhaupt Zeit für eine Mittagspause. Und dann versuche ich kurz abzuschalten und etwas zu essen.

Karteikarte oder Praxis-EDV – wie digital ist Ihre Praxis?
Sie ist bereits sehr digital. Aber ich freue mich auch schon darauf, wenn endlich die e-Verordnung kommt und wir komplett papierlos werden können.

Facebook, Twitter oder Instagram?
Wir sind auf Facebook und Instagram, denn an den sozialen Medien kommt man heutzutage ja nicht mehr vorbei – zumindest beruflich, denn privat meide ich das nach wie vor.


Motus Praxis für Physiotherapie auf Facebook

https://www.facebook.com/MotusZentrumStuttgart/


 

Wie bleiben Sie fachlich up-to-date?
Da steht tägliche Fachlektüre auf dem Programm. Darüber hinaus ist mir aber auch der per-sönliche Austausch mit den ehemaligen Kollegen der Uniklinik Tübingen wichtig.

Wie wichtig sind Fortbildungen für Sie?
Sehr wichtig! Wir laden dafür regelmäßig Spezialisten in die Praxis ein, zuletzt kam zum Beispiel Doris Brötz aus Tübingen zu uns, die uns eine Fortbildung im Bereich Rückenschmerz gegeben hat. Darüber hinaus bin ich auch selbst in der Fortund Weiterbildung aktiv, speziell im Bereich der Neurologischen Physiotherapie.

Gesundheitsminister für einen Tag? Was würden Sie machen?
Eine Blankoverordnung halte ich für sinnvoll, da die Therapeuten von den Maßnahmen in der Regel mehr verstehen, als die Ärzte. Doch selbst wenn das eine Minderheitenmeinung ist, sehe ich den Direktzugang dagegen eher kritisch. Ich befürchte nämlich, dass er sich negativ auf die Vergütung auswirken wird. Auch das Thema Haftung könnte schwierig werden.

Noch einmal auf Start – würden Sie alles nochmal genauso machen?
Zu keiner Sekunde habe ich meine Berufswahl bereut. Es ist einfach ein sehr schöner Beruf – trotz der mäßigen Vergütung.

Therapeut auch nach Feierabend?
Davor kann ich mich ganz gut schützen. Während ich in der Praxis zu hundert Prozent den Patienten und Mitarbeitern zur Verfügung stehe, bin ich privat zu null Prozent Therapeut.

Das letzte, was sie abends machen:
Mein Arbeitstag ist sehr lang. Aber durch die erfolgreiche Anwendung von Achtsamkeits-Übungen kann ich gut abschalten und habe dann so gegen Mitternacht die nötige Bett-schwere. Die Natur hat mir glücklicherweise einen guten Schlaf geschenkt.


MOTUS
Zentrum für Physiotherapie und Logopädie in Stuttgart
https://www.motus-physiotherapie.de/


Branchen-News automatisch in Ihr Postfach

Geänderte gesetzliche Vorgaben, aktuelle Absetzungen, spannende Events: Wir bringen Wissenswertes per E-Mail für Sie auf den Punkt – immer Mitte des Monats und bei besonderen Ereignissen auch ganz aktuell.  

Jetzt anmelden



Funktionalität eingeschränkt! Bitte aktivieren Sie JavaScript.