PRAXISnah: "Fortbildungen sind extrem wichtig"

Kollegen über die Schulter schauen und voneinander lernen: Unter diesem Motto geben wir Einblicke in die Besonderheiten anderer Praxen – diesmal mit Sebastian Gebhardt. Er ist unter anderem Physiotherapeut und Osteopath.

Das erste, was Sie morgens machen:
Ich trinke einen Kaffee. Und drei- bis viermal in der Woche mache ich Frühsport.

Was ist an Ihrer Praxis anders als in anderen Praxen?
Wir haben gerade in unserem Zentrum im Heilbad Hoheneck eine sehr enge Verzahnung zwischen den Bereichen Therapie, Fitness, Wellness und alternativer Medizin. Egal aus welchem Grund der Patient oder Kunde zu uns kommt, können wir ihn so immer umfassend und gut betreuen. Wir bieten zum Beispiel auch eine kostenlose Gesundheitsberatung an, sodass die Patienten oft erst zu uns kommen und dann mit unserer „Idee“ zum entsprechenden Facharzt gehen.

Wie wird Ihr Team zum „Dream-Team“?
Wir haben trotz unserer Größe – allein in Hoheneck haben wir 650 Quadratmeter mit 18 Mitarbeitern – eine ziemlich familiäre Atmosphäre. Für unsere Kunden, aber eben auch für die Mitarbeiter. Zentral ist für mich hier die gegenseitige Wertschätzung. Und das jeder Mitarbeiter, die Möglichkeit bekommt, sich seinen Bereich zu suchen, indem er arbeiten und in dem er sich entwickeln möchte.

Praxis-Outfit oder Freestyle?
Wir haben alle die gleichen T-Shirts. Die therapeutischen Kräfte tragen Blau, die Empfangskräfte Grün.

Wie gehen Sie mit dem Fachkräftemangel um?
Die Zahl der Bewerbungen von Physiotherapeuten ist natürlich auch bei uns in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Im Vergleich zu anderen Praxen stehen wir aber noch gut da. Der Grund ist meines Erachtens unser hervorragender Ruf. Es spricht sich natürlich rum, wenn Leute irgendwo gut und gerne arbeiten.

Wie redselig sind Sie während der Behandlung: Smalltalk, intensive Gespräche oder Schweigen im Walde?
Das entscheidet der Patient. Die einen wollen reden, die andere wollen ihre Ruhe haben.

Wie machen Sie Ihre Praxis regional bekannt?
Zum einen schalten wir Anzeigen in Gemeindeblättern oder Zeitungen, zum anderen setzen wir auf Onlinewerbung bei Google. Außerdem haben wir zweimal im Jahr unsere Donnerstags-Specials; das sind kostenlose Vortragsabende – mit Verköstigung – zu gesundheitsrelevanten Themen. Bei unserem letzten Abend hat zum Beispiel eine Heilpraktikerin ein Referat über gesunde Ernährung als Basismedizin gehalten.

Wie gestalten Sie Ihre Mittagspause?
Meistens gar nicht. Oft nutze ich die Pause, um von dem einen zum anderen Arbeitsort zu fahren. Denn meine zweite Praxis ist in Oberstenfeld, rund eine halbe Stunde von Ludwigsburg entfernt.

Karteikarte oder Praxis-EDV – wie digital ist Ihre Praxis?
Wir arbeiten mit Theorg. Da ist eigentlich fast gar nichts mehr analog.

Wir haben eine sehr enge Verzahnung zwischen den Bereichen Therapie, Fitness, Wellness und alternativer Medizin.
Sebastian Gebhardt, Physiotherapeut

Facebook, Twitter oder Instagram?
Hauptsächlich Facebook, mit immerhin mehr als 1.300 Followern. Twitter läuft nur nebenher, und Instagram machen wir noch gar nicht, allerdings wollte ich demnächst mal eines meiner Kinder um Rat fragen, ob sich das lohnt. Die kennen sich damit einfach besser aus.

Wie bleiben Sie fachlich up-to-date?
Wir haben die Zeitschrift „physiopraxis“ abonniert, welche meist sehr interessante Artikel enthält, und informieren uns darüber hinaus online bei entsprechenden Foren.

 


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Wie wichtig sind Fortbildungen für Sie?
Fortbildungen sind extrem wichtig. Letztlich sind sie auch eine Motivationshilfe, um sich selbst im Beruf herauszufordern und immer am Ball zu bleiben. Deshalb bekommen meine Mitarbeiter die Fortbildungen auch zum größten Teil bezahlt.

Gesundheitsminister für einen Tag: Was würden Sie anpacken?
Ich würde das vorhandene Geld anders verteilen - zugunsten der medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Fachkräfte. Wie soll dem Fachkräftemangel sonst begegnet werden? Wir erleben es auch tagtäglich, dass Patienten problemlos XXL-Medikamentenpackungen verschrieben bekommen, doch nebenwirkungsfreie, sinnvolle Therapien werden leider sehr restriktiv verordnet oder im Nachhinein nicht bezahlt. Da sieht man, dass die Lobbyarbeit der Pharmaindustrie offensichtlich sehr viel besser ist als die unsrige. Und dann würde ich noch den Verwaltungsaufwand im Gesundheitswesen zurückdrehen. Denn der hat wirklich in den letzten Jahren überhandgenommen, nur Kosten verursacht und wirklich keinem Patienten geholfen.

Noch einmal auf Start – würden Sie alles genauso machen?
Ja und nein. Noch einmal in der Situation, würde ich mich wahrscheinlich schneller selbständig machen oder vielleicht gleich Medizin studieren.

Therapeut auch nach Feierabend?
Es passiert natürlich schon oft, dass man privat um Rat gefragt wird. Auf einer Party muss man nur erwähnen, dass man Therapeut ist und sofort kommen die Fragen. Solange sich das in Grenzen hält, ist das in Ordnung.

Das letzte, was sie abends machen:
Ich bin ein Nachtmensch, sodass ich abends gerne noch lange kreativ bin, lese oder mich mit meinem Hobby, dem Segeln, beschäftige.


med´n´well
Therapie + Sportzentrum im Heilbad Hoheneck
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