PRAXISnah: "Ich würde den Direktzugang umsetzen"

Kollegen über die Schulter schauen und voneinander lernen: Unter diesem Motto geben wir Einblicke in Besonderheiten anderer Praxen – diesmal mit Rüdiger Lüftner, Inhaber der Praxis „körperreich“ in Backnang.

Das erste, was Sie morgens machen:
Einen Kaffee trinken und die Tageszeitung lesen.

Was ist an Ihrer Praxis anders als in anderen Praxen?
Wir haben einen sehr hohen Qualitätsanspruch in Therapie und Organisation. Das sagen vermutlich die meisten Praxisinhaber, ich glaube aber, dass es bei uns schon ein bisschen etwas Besonderes ist. Zum Beispiel haben wir unsere eigenen praxisinternen Leitlinien zur Behandlung unserer Patienten. Wir nennen sie Behandlungsstrategien und legen auch großen Wert darauf, dass alle Mitarbeiter danach vorgehen. Das heißt, bei uns darf nicht jeder das so machen, wie er es für richtig hält – oder zumindest nur in einem gewissen Rahmen, den wir vorgeben. Außerdem haben wir uns mit einem Rücken- und einen Kiefernzentrum sowie einem Schwerpunkt auf der Schmerztherapie noch einmal besonders spezialisiert.

Wie wird Ihr Team zum „Dream-Team“?
Durch eine gute Mitarbeiterführung und einem angenehmen Betriebsklima. Wichtig dafür ist ein offener und ehrlicher Umgang miteinander, die gegenseitige Wertschätzung, Möglichkeiten der Mitarbeiterbeteiligung und vor allem die individuelle Förderung der Mitarbeiter.

Praxis-Outfit oder Freestyle?
Wir stellen weiße Polos, Longsleeves und Sweatshirtjacken mit grünem Logo – passend zum Corporate Design der Praxis.

Wie gehen Sie mit dem Fachkräftemangel um?
Aufgrund unseres guten Rufs hält sich das Problem einigermaßen in Grenzen. Natürlich würde auch ich mir noch mehr Bewerber wünschen, um mehr Auswahl bei der Einstellung von Mitarbeitern zu haben.

Wie machen Sie Ihre Praxis regional bekannt?
Wir machen regelmäßig Vortragveranstaltungen, ich selber bin auch als Referent regelmäßig unterwegs und dann bin ich auch noch in dem hiesigen Fußballverein sehr engagiert. Das Wichtigste ist aber meiner Ansicht nach die Kundenzufriedenheit und die persönliche Empfehlung. Und da wir jedem Patienten bitten, uns am Ende mit eine Fragekarte zu bewerten, wissen wir auch, dass uns 95 Prozent der Patienten weiterempfehlen würden.

Wie gestalten Sie Ihre Mittagspause?
Meistens im Büro, um noch parallel etwas arbeiten zu können. Am liebsten aber im gemütlichen Beisammensein mit den Mitarbeitern.

Kartei-Karte oder Praxis-EDV – wie digital ist Ihre Praxis?
Wir haben Theorg für die Physiotherapie. Darüber hinaus setzten wir gerade die Digitalisierung im medizinischen Trainingstherapiebereich um. Nur bei der Dokumentation arbeiten wir noch mit Karteikarten – das soll sich aber schnellstmöglich ändern.

Ich halte es für wichtig, sich auf die Patienten einzustellen.
Rüdiger Lüftner, Physiotherapeut und Inhaber der Praxis körperreich

Facebook, Twitter oder Instagram?
Nicht aktiv.

Wie bleiben Sie fachlich up-to-date?
Durch Fachzeitschriften, Vorträge, Seminare, aber auch durch einen aktiven Austausch mit anderen Praxisinhabern.

Wie wichtig sind Fortbildungen für Sie?
Sehr wichtig, allerdings setze ich hier vor allem auf die interne Fortbildung. Ich halte es für fatal, die Mitarbeiter überwiegend auf externe Fortbildungen zu schicken und die interne Förderung, Weiterentwicklung und Reflexion zu vernachlässigen. Ich mache es gerade andersherum und investiere da auch sehr viel Zeit.

Gesundheitsminister für einen Tag? Was würden Sie machen?
Ich würde als erstes den Direktzugang umsetzen. Allerdings muss ich sagen, dass ich dafür auch auf Seiten der Therapeuten noch Reformbedarf sehe. Da kann man nicht immer nur auf die Politiker zeigen.

Noch einmal auf Start – würden Sie alles nochmal genauso machen?
Eigentlich wollte ich ja Medizin studieren. Ein eigener Kreuzbandriss und das hautnahe Miterleben der Arbeit eines Physiotherapeuten hat mich dann aber auf einen anderen Weg gebracht. Darüber bin ich auch sehr froh und würde alles genauso wieder machen.

Wie redselig sind Sie während der Behandlung: Smalltalk, intensive Gespräche oder Schweigen im Walde?
Situativ. Ich halte es für wichtig, sich auf die Patienten entsprechend einzustellen und sie zu spiegeln.

Therapeut auch nach Feierabend?
Als Physiotherapeut muss man in seiner Freizeit ran, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis jemand Beschwerden hat. Das mache ich auch gerne und würde mir eher Gedanken machen, wenn ich damit plötzlich Probleme hätte. Schließlich mag ich meinen Beruf.

Das letzte, was sie abends machen:
Lesen oder Fernsehen. Also Abschalten.


körperreich. Physio & Training

in Backnang

http://www.koerperreich-physiotherapie.de/


 


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