PRAXISnah: "Unsere Praxis ist zu rund 80 Prozent papierlos"

Kollegen über die Schulter schauen und voneinander lernen: Unter diesem Motto geben wir Einblicke in Besonderheiten anderer Praxen – diesmal mit Yvonne und Jürgen Wurster, Inhaber von Therapoint und der Vitalmanufaktur.

Das Erste, was Sie morgens machen:
Das ist die beste Zeit, um Ärzte zu erreichen, die danach vielleicht in Behandlung oder im OP sind.

Was ist an Ihrer Praxis anders als in anderen Praxen?
Wir sind sehr breit und interdisziplinär aufgestellt. In unserer Praxis bieten wir neben Physiotherapie auch Ergotherapie und Logopädie an. In unserer wenige Meter entfernten Vitalmanufaktur gehen wir noch weiter bis hin zu den Bereichen Wellness und Spa sowie Beauty und Kosmetik.

Wie wird Ihr Team zum Dreamteam?
Wir müssen jeden Tag darum kämpfen, dass unser Team ein Dreamteam bleibt oder wieder dazu wird – zum Beispiel, wenn Mitarbeiter ausfallen und deshalb die Arbeit an anderen hängenbleibt. Denn dann kommt natürlich Unruhe ins Team. Das Wichtigste für uns als Arbeitgeber ist dabei, dass man jeden Einzelnen im Team auch wahrnimmt und sofort reagiert, wenn man zur Lösung eines Problems beitragen kann.

Praxis-Outfit oder Freestyle?
Wir haben ein einheitliches Outfit, weil wir in der Praxis gleich als Mitarbeiter erkannt werden wollen.

Wie gehen Sie mit dem Fachkräftemangel um?
Das ist gerade bei uns im ländlichen Raum tatsächlich ein sehr großes Problem. Trotzdem nehmen wir aber inzwischen nicht mehr jeden Bewerber, weil es uns wichtiger ist, die Qualität hochzuhalten. Das geht besser mit weniger Mitarbeitern, als mit den falschen.

Wie redselig sind Sie während der Behandlung: Smalltalk, intensive Gespräche oder Schweigen im Walde?
Weder als Therapeut noch als Patient sollte man während der Behandlung die ganze Zeit nur quatschen. Aber ein bisschen Smalltalk gehört natürlich dazu – genauso wie das offene Ohr des Therapeuten.

Wie machen Sie Ihre Praxis regional bekannt?
Wir pflegen sehr gute Kontakte zu den Ärzten in der Region. Außerdem betreuen wir den örtlichen Fußballverein, machen mit den Unternehmen der Region betriebliches Gesundheitsmanagement, kümmern uns um zwei Alten- und Seniorenheime und beteiligen uns am Sommerferienprogramm für Kinder. All das hilft natürlich, um sich in der Region einen Namen zu machen.

Wie gestalten Sie Ihre Mittagspause?
Die fällt meistens aus.

Karteikarte oder Praxis-EDV – wie digital ist Ihre Praxis?
Unsere Praxis ist inzwischen zu rund 80 Prozent papierlos. Darüber hinaus nutzen wir zum Beispiel auch eine Anatomie-App, um für den Patienten auf dem Tablet bestimmte Dinge zu visualisieren.

Facebook, Twitter oder Instagram?
Nutzen wir alles, hauptsächlich jedoch für unsere Vitalmanufaktur und das Float Stuttgart.


die Vitalmanufaktur auf Facebook
https://www.facebook.com/vitalmanufaktur/

das Float Stuttgart auf Facebook
https://www.facebook.com/floatStuttgart


Wie bleiben Sie fachlich up-to-date?
Wir haben jede Menge Fachzeitschriften abonniert, die dann auch in der Praxis für unsere Mitarbeiter ausliegen.

Wie wichtig sind Fortbildungen für Sie?
Sehr. Wir machen das immer so, dass jeder Mitarbeiter, der auf einer Fortbildung war, das Gelernte dann gleich an den Rest des Teams weitergibt. Das macht Spaß, alle profitieren davon und wir lernen voneinander.

Gesundheitsminister für einen Tag? Was würden Sie machen?
Dafür würde ein Tag nicht reichen! Erst einmal würde ich dafür sorgen, dass der Berufsstand mehr Gehör findet und mehr wahrgenommen wird. Dann würde ich erreichen wollen, dass die Ausbildung besser und praxisbezogener wird – und da rede ich ausdrücklich nicht von Akademisierung. Ich würde natürlich auch etwas an der Vergütung ändern wollen. Es geht doch zum Beispiel überhaupt nicht, dass wir für bestimmte Leistungen, wenn zum Beispiel der Arzt eine Verordnung falsch ausstellt, nicht bezahlt werden. Und last but not least würde ich auch die Weichen in Richtung Direktzugang stellen wollen.

Wir pflegen sehr gute Kontakte zu den Ärzten in der Region.
Yvonne und Jürgen Wurster

Noch einmal auf Start – würden Sie alles noch mal genauso machen?
Wir würden alles noch einmal genauso wieder machen und uns auch wieder so breit aufstellen wollen, wie wir es gemacht haben. Allerdings sind wir auch sehr froh, dass wir nicht noch einmal auf Start gehen müssen, denn der Aufbau unserer Praxen hat schon sehr viel Kraft gekostet.

Therapeut auch nach Feierabend?
Natürlich bin ich auch außerhalb der Praxis permanent mit gesundheitlichen Themen konfrontiert. Da meine Frau mir aber nicht nur in der Familie, sondern auch in Sachen Büroorganisation den Rücken weitgehend freihält, habe ich auch kein Problem damit, wenn ich mal am Wochenende von jemanden angesprochen werde.

Das Letzte, was sie abends machen:
Als Unternehmer mit drei Standorten und vielen Mitarbeitern müssen wir abends, wenn die Kinder im Bett sind, meistens noch einmal ran – bevor wir dann selbst erschöpft ins Bett fallen.


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