PRAXISnah: "Wir arbeiten mit zwei Therapiehunden"

Kollegen über die Schulter schauen und voneinander lernen: Unter diesem Motto geben wir Einblicke in die Besonderheiten anderer Praxen – diesmal mit Celine Westphal-Ebner, die zwei Logopädie-Praxen führt.

Du oder Sie - wie fühlen Sie sich am wohlsten?
Im privaten Bereich und bei meinen Mitarbeiterinnen bin ich sehr schnell beim Du. Bei Patienten allerdings grundsätzlich nicht, sofern es keine Kinder sind. Und die dürfen mich dann natürlich auch duzen.

Das erste, was Sie morgens machen:
Sobald der Wecker klingelt, checke ich erst einmal im Bett meine EMails. Auch um zu schauen, ob zum Beispiel ein Patient einen Termin abgesagt hat.

Was ist an Ihrer Praxis anders als in anderen Praxen?
Wir arbeiten mit zwei Therapiehunden, einem Golden Retriever und einem Beagle. Die sind ganz prima, um gerade bei Kindern die Brücke zwischen Patient und Therapeut zu bilden und über sie ins Gespräch zu kommen.

Zwei bis drei Fortbildungen pro Jahr sollten schon sein, um auf dem neusten Stand zu sein.
Celine Westphal-Ebner, Logopädin und Geschäftsführerin von Dialogo

Wie wird Ihr Team zum „Dream-Team“?  
Was meine aktuell sechs Mitarbeiterinnen sehr schätzen, ist, dass sie sehr selbstständig arbeiten können. Auch, dass sie gut bezahlt werden. Letztlich halte ich diesen Punkt für viel wichtiger, als irgendwelche Teambuilding-Maßnahmen oder, dass man zusammen auch noch die Freizeit verbringt.

Praxis-Outfit oder Freestyle?
Jeder darf bei uns anziehen, was er mag. Vielleicht müsste man mal darüber nachdenken, wenn sich eine Mitarbeiterin so gar nicht passend kleiden würde. Aber das war bislang noch nicht nötig. Nur für Hausbesuche gibt es eine Tasche mit dem Logo der Praxis.

Was machen Sie, um dem Fachkräftemangel zu begegnen?
Das ist in der Tat ein riesiges Problem für uns. Wir haben eine Warteliste für zwei Vollzeitarbeitskräfte. Ich versuche daher natürlich immer, die perfekte Stelle zu schaffen, mit guter Bezahlung, vielen Urlaubstagen und so weiter. Das Problem ist aber: Die Konkurrenz macht das natürlich auch und das führt dazu, dass es Therapeuten gibt, die Stellen-Hopping betreiben, sobald sie irgendwo ein besseres Angebot bekommen

Wie redselig sind Sie während der Behandlung: Smalltalk, intensive Gespräche oder Schweigen im Walde?
Als Logopädin muss ich natürlich immer sprechen. Aber mir ist das auch vor und nach der eigentlichen Therapiesitzung wichtig. Und um nicht irgendwas zu reden, habe ich eine sehr penible Aktenführung, bei der ich auch private Dinge notiere und dann sehr gezielt nachfragen kann, wie zum Beispiel der Urlaub war oder wie die Mathearbeit gelaufen ist.

Wie machen Sie Ihre Praxen regional bekannt?
Wir unterstützen den lokalen Musik- und den Sportverein. Aber ganz ehrlich: Im Moment versuche ich eher, dass mich gar niemand neu kennenlernt, da unsere Warteliste aus allen Nähten platzt. 

Wie gestalten Sie Ihre Mittagspause?
Mittagspause? Was ist das?

Jede Mitarbeiterin hat ein eigenes iPad mit der Praxissoftware iPrax, um die Terminplanung eigenständig machen zu können und auch, um als Team gut und vernetzt zusammenarbeiten zu können.
Celine Westphal-Ebner, Logopädin und Gründerin von Dialogo

Kartei-Karte oder Praxis-EDV – wie digital ist Ihre Praxis?
Ziemlich digital. Jede Mitarbeiterin hat ein eigenes iPad mit der Praxissoftware iPrax, um die Terminplanung eigenständig machen zu können und auch, um als Team gut und vernetzt zusammenarbeiten zu können. Auf eine Bürokraft können wir so verzichten.

Facebook, Twitter oder Instagram?
Soziale Medien nutze ich hautsächlich privat. Wir haben auch als Praxis eine Facebook-Seite, die allerdings zugegebenermaßen nicht immer auf den neusten Stand ist. Hauptsächlich nutzen wir sie für Stellengesuche. 


DIALOGO auf Facebook
www.facebook.com/DIALOGOEsslingen
 


Wie bleiben Sie fachlich up-to-date?
Wir Logopäden aus der Region treffen uns immer mal wieder, um uns auszutauschen. Auch eine Facebook-Gruppe für Praxisinhaber nutze ich gerne und oft. Logopädische Fachzeitschriften sind nicht so mein Ding.

Wie wichtig sind Fortbildungen für Sie?
Super wichtig! Zwei bis drei Fortbildungen pro Jahr sollten schon sein, um auf dem neusten Stand zu sein. Wir haben auch viele Inhouse-Fortbildungen, für die wir Referenten zu uns einladen. Das ist günstiger als in Fortbildungsinstituten und natürlich auch praktischer. Die letzte Fortbildung bei uns war zum Beispiel zur Neurofunktionstherapie (NFT).

Noch einmal auf Start – würden Sie alles nochmal genauso machen?
Ich würde nichts anders machen. Das ist mein absoluter Traumberuf. 

Therapeut auch nach Feierabend?
Ab und zu wird man von Freunden schon nach Ratschlägen gefragt. Zum Beispiel habe ich eine Therapiemethode gegen das Schnarchen entwickelt und etabliert. Dann wird man natürlich auch mal privat gefragt, was man da machen kann. Das ist auch okay. Wenn man seinen Beruf mit Leidenschaft ausübt, redet man auch darüber.

Das letzte, was sie abends machen:
Ich versuche in der Regel gegen 22.30 Uhr schlafen zu gehen. Zuvor bin ich meist mit Hund und Pferd an der frischen Luft unterwegs. Das brauche ich als Ausgleich. 

DIALOGO 
Praxis für Logopädie
www.dialogo-esslingen.de 


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