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Pro Therapeutenkammer: "Interessen im Direktmandat durchsetzen"

"Mit einer Kammer wäre ein Instrument geschaffen, mit dem wir unsere Interessen im Direktmandat durchsetzen könnten", sagt Frank Thilo Niemann, 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft Therapeutenkammer NRW e.V.

Stellen Sie sich vor, dass Ärzte, Apotheker oder Anwälte nicht selbstbestimmt ihre beruflichen Tätigkeiten ausüben dürften, sondern fremdbestimmt durch Dritte. Weisungsabhängig, nicht befähigt, die Belange, die mit der unmittelbaren Ausübung ihres Berufes in Zusammenhang stehen, entsprechend selbst zu gestalten. Nicht vorstellbar? Natürlich nicht. Die genannten Berufsgruppen würden niemals auf die Gestaltungsmöglichkeiten verzichten, die eine Ärzte-, Apotheker- oder Anwaltskammer mit sich bringt.

Eine Kammer ist eine landesrechtliche Körperschaft des öffentlichen Rechts, ein vom Gesetzgeber legitimiertes Instrument zur Selbstverwaltung von Berufsgruppen. Selbstbestimmung anstelle Fremdbestimmung durch Dritte. Krankenkassen, Gesundheitsämter, Ministerien, Kammern unterschiedlicher Berufsgruppen nehmen Einfluss auf die Berufe der Therapeuten in Deutschland. Dritte treffen Entscheidungen für uns, regeln unsere Belange. Wir werden über unsere Berufsverbände lediglich „gehört“. Mehr nicht! Ein direktes und unmittelbares Recht zur Mitsprache, etwa zur Selbstbestimmung bei der Berufsordnung, der Fort-und Weiterbildung, der Entwicklung einer Heilmittelrichtlinie, oder zur Mitarbeit an Gesetzesvorschlägen, welche die Belange der therapeutischen Berufe regeln, besteht nicht.

In unseren Berufsverbänden sind zudem nur rund 30 Prozent der bundesweit tätigen Therapeuten organisiert. In einer Kammer, die sowohl landes- wie auch bundesweit aufgestellt ist, wären dagegen alle therapeutischen Berufsgruppen und deren Mitglieder vertreten. Erst mit einer Verbindung, bestehend aus einer Kammer und unseren Berufsverbänden, würde ein Instrument geschaffen, mit dem die Gesamtheit der Therapeuten selbstbestimmt ihre Interessen im Direktmandat durchsetzen könnte. Der zu entrichtende Jahresbeitrag berechnet sich nach dem Einkommen und wird, wie beispielsweise in der Handwerkskammer, moderat ausfallen.

Ein segensreiches Produkt der Ärzte-und Apothekerkammer ist das Ärzte- und Apothekerversorgungswerk. Dieses stellt sicher, dass die betreffenden Mitglieder im Alter angemessen finanziell abgesichert sind. Viele Therapeuten sind im Rahmen der Ausübung ihres Berufes bereits aktuell monetär „am Limit“. Im Alter sollte sich dieser Umstand nicht auch noch konsequent fortsetzen.


Was Marcus Troidl, Bundesvorsitzender vom VDB-Physiotherapieverband e.V. sagt? Seine Argumente lesen Sie hier.

Contra Therapeutenkammer



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