Reden bevor die Hütte brennt

Wie gelingt ein Kritikgespräch? Das erklärt die selbstständige Therapeutin und Coach Barbara Freitag-Herse in der Thieme-Serie praxisprofi und gibt Ihnen sechs hilfreiche Regeln mit an die Hand.

Wo unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten, entstehen unweigerlich auch Konflikte. Zu Ihren Aufgaben als Führungskraft gehört es, Probleme anzusprechen und Mitarbeiter klar, fair und konstruktiv zu kritisieren – möglichst bevor es in allen Ecken brennt. Dabei ist es gar nicht so schwierig, ein Kritikgespräch leicht und effizient zu führen. Die folgenden sechs Punkte können dabei helfen.

Infobox
1. Der richtige Zeitpunkt
Ein unangenehmes Gespräch auf die lange Bank zu schieben, verschlimmert das Problem unnötig. Wenn Sie zu aufgebracht sind, um sich klar und fair zu verhalten, führen Sie sich erst einmal selbst wieder in einen ressourcenreichen Zustand. Auch arbeitsrechtlich ist es entscheidend, auf gravierendes Fehlverhalten innerhalb von 14 Tagen nach Kenntnisnahme des Fehlverhaltens auf adäquate Weise zu reagieren. In einem Fall von gravierendem Fehlverhalten kontaktieren Sie unbedingt frühzeitig einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, um selbst keinen Fehler zu begehen.
2. Das richtige Setting
Wählen Sie den Zeitpunkt des Gesprächs sorgfältig. Meistens ist es richtig, das Gespräch unter vier Augen zu führen. Je nachdem, welche Wirkung Sie erzielen wollen, können Sie die Sitzposition anpassen. Ein freundliches Veränderungsgespräch führen Sie lieber über Eck sitzend als konfrontativ hinter Ihrem Schreibtisch. Kaffee, Tee oder ein Wasser bieten etwas Entspannung. Taschentücher in erreichbarer Nähe sind immer sinnvoll. 
3. Gute Vorbereitung bringt Klarheit
Vor einem Gespräch sollten Sie notieren: Um was genau geht es Ihnen? Was haben Sie konkret beobachtet und was ist daran für Sie nicht in Ordnung? Vermeiden Sie Generalisierungen wie „immer“, „alle“ etc., sortieren Sie Ihre Wahrnehmung und konkretisieren Sie das Fehlverhalten. Was ist das Ziel des Gesprächs? Welche Schritte erwarten Sie und bis wann? Sie können Ihre schriftliche Vorlage auch dazu nutzen, während des Gesprächs wichtige Vereinbarungen darauf zu protokollieren. Sie sollten dieses Protokoll datieren, dem Mitarbeiter zum Lesen geben und anschließend beide unterschreiben.
4. Fair bleiben
Lassen Sie Ihren Mitarbeiter in einem Konfliktgespräch nicht zappeln. Lassen Sie ihn die Situation aufnehmen und hören Sie ihm zu. Womöglich gibt es für ein bestimmtes Verhalten gute Gründe, zum Beispiel ein Missverständnis in der Aufgabenverteilung. Zeigen Sie, dass Sie Ihr Gegenüber trotz des Fehlverhaltens schätzen und um eine schnelle und faire Lösung bemüht sind.
5. Klartext sprechen
Verklausulierte Andeutungen werden den Mitarbeiter vermutlich nicht dazu bringen, sein Verhalten in Ihrem Sinne zu ändern, genauso wenig wie Seufzen, Augenbrauen zusammenziehen oder spitze Bemerkungen. Deutlich sinnvoller ist es, auch unangenehme Themen so zu benennen, wie sie nun mal sind, ohne dabei beleidigend zu sein. 
6. Konkrete Vereinbarungen treffen
Treffen Sie genaue Vereinbarungen, was sich wie bis wann geändert haben soll. Unter Umständen braucht es dazu Zwischenschritte, zum Beispiel das Einholen von fehlenden Informationen. Vereinbaren Sie auch diese Zwischenziele und legen Sie fest, wer was und bis wann zu erledigen hat.
Lust auf mehr? 

Hier lesen Sie den gesamten Artikel.


Branchen-News automatisch in Ihr Postfach

Geänderte gesetzliche Vorgaben, aktuelle Absetzungen, spannende Events: Wir bringen Wissenswertes per E-Mail für Sie auf den Punkt – immer Mitte des Monats und bei besonderen Ereignissen auch ganz aktuell.  

Jetzt anmelden



Funktionalität eingeschränkt! Bitte aktivieren Sie JavaScript.