Therapie per Video – jetzt möglich

Patienten per Video behandeln – das wird in Zeiten der Corona-Krise jetzt möglich gemacht. Wir zeigen Therapeuten, wie es geht, was sie beachten müssen und stellen Anbieter vor.

Schnell reagieren in schwierigen Zeiten – und bisher unmögliche Dinge, möglich machen, das ist hierzulande momentan das Mantra. Dem haben sich auch die Krankenkassen und der GKV-Spitzenverband verschrieben und eine Lösung auf den Weg gebracht, die es der gesamten Ergotherapie, weiten Teilen der Logopädie sowie kleinen Teilen der Physiotherapie ermöglicht, Behandlungen per Video durchzuführen. Diese Änderungen gelten vorerst bis Ende Mai.

Das sind die Einzelheiten: 

Wer kann eine Videobehandlung durchführen? 

Die Regelung gilt für: 

  • Ergotherapie
  • Stimm-, Sprech- Sprachtherapie mit Ausnahme der Schlucktherapie
  • Reha-Sport

Seit dem 03. April 2020 gestatten die gesetzlichen Krankenkassen Rehabilitationssport beziehungsweise Funktionstraining auch als Videotherapie. Das Angebot soll ein kontinuierliches Training unter bestimmten Vorgaben sicherstellen. Diese neue Regelung ist auf die Zeit der Corona-Pandemie begrenzt und endet mit der Aufhebung der Kontaktbeschränkungen. Weiterführende Informationen zu den Voraussetzungen, der Durchführung und dem Anerkennungsverfahren finden Sie hier.

Etwas komplizierter ist die Lage in der Physiotherapie. Dort gilt das für folgende Positionen, die zum Wohl des Patienten durchgeführt werden sollen: 

  • Bewegungstherapie/ Übungsbehandlung in Einzelbehandlung für die Positionen „Bewegungsübungen/opädischesTurnen“ (X0301), „Atemgymnastik“ (X0302) und „Atem- und Kreislaufgymnastik“ (X0303)
  • „Krankengymnastische Behandlung, auch Atemgymnastik, auch auf neuro-physiologischer Grundlage als Einzelbehandlung“ (X0501)
  • „Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage, auch Atemtherapie bei cystischer Fibrose (Mucoviscidose)" (X0701)
  • „Krankengymnastik, auch Atemtherapie, bei Mucoviscidose und schweren Bronchialerkrankungen, 60 Min.“ (X0702)

Wie werden Verordnungen und Dokumentationen richtig ausgefüllt?

Wenn die Behandlung nicht persönlich, sondern per Video stattfindet, muss das auf der Rückseite der Verordnung kenntlich gemacht werden. Dafür reicht die Kennzeichnung „V“ oder „Video“ aus. Auch hier gilt: Der Patient muss die Durchführung der Leistung bestätigen – das ist vorerst ebenfalls elektronisch möglich. In der Patientendokumentation muss dokumentiert werden, dass der Patient mit der Durchführung der Videobehandlung einverstanden war.

Technische und räumliche Anforderungen für die Videobehandlung

Die technischen Anforderungen erfüllen die meisten schon jetzt – dazu können einfach vorhandenen Laptops oder Tablets verwendet werden. Etwas komplexer ist die Anforderung an das räumliche Umfeld. Denn der Raum muss weiterhin genug Privatsphäre bieten. Anders als bei der ärztlichen Videobehandlung verzichtet der GKV-Spitzenverband auf die Vorgabe zertifizierter Softwareanbieter. 

Die normalen datenschutzrechtlichen Anforderungen (etwa die DSGVO) gelten weiterhin. 

Welche Anbieter können genutzt werden? 

Diese Anbieter bieten Videosprechstunden-Software an: 

Dies ist lediglich eine unverbindliche Auswahl möglicher Anbieter. Optica kann keine Gewähr dafür gewähren, dass die Anbieter den Anforderungen der DSGVO genügen. Eine vorherige Überprüfung muss eigenständig durchgeführt werden.

Wie lange sind Videobehandlungen erlaubt?

Sowohl die Heilmittelrichtlinie als auch die Verträge sind nicht angepasst worden – diese Änderungen sind also nicht im Gesetzt nachlesbar. Aufgrund der Empfehlungen des GKV-Spitzenverbands ist die Fernbehandlung per Video aber bis zum 31.Mai abrechenbar. 
 

Bitte beachten: Die Rechtslage kann sich jederzeit ändern. Insbesondere bei längeren Kontaktsperren ist mit einer Verlängerung der Erlaubnis zu rechnen.

 

Quellen: PHYSIO DEUTSCHLAND, Gemeinsamer Bundesausschuss und DBL


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