TSVG: fünf sinnvolle Maßnahmen für Praxisinhaber

Bis zum Schluss gab es Zweifel, jetzt kommt es – das TSVG und damit auch die Höchstpreise für therapeutische Leistungen. Unternehmensberater Mathias Gans erklärt, was Praxisinhaber jetzt tun sollten.

Stichtag 1. Juli 2019 – ab diesem Tag gilt der Höchstpreis für jede physio-, ergotherapeutische und logopädische Leistung in Deutschland. Wie Sie sich darauf vorbereiten können und welche Maßnahmen sinnvoll sind, erklärt Unternehmensberater und Praxisinhaber Mathias Gans. Hier kommen seine fünf Tipps:

1. Kontrollieren Sie Ihre Privatpreise.

Die steigenden Preise für gesetzlich Versicherte bieten die Möglichkeit, auch die Privatpreise anzupassen – vor allem, wenn Ihre Privatpreise bis jetzt vergleichsweise gering sind. „Wir passen unsere Privatpreise an die gestiegene Vergütung durch die Krankenkassen an“: Eine bessere Argumentation bekommen Sie so schnell nicht wieder. Dabei entscheiden Sie selbstverständlich selbst, wie hoch Ihre Vergütungssätze sein sollen. Orientierung bietet die Privatliquidation der Ärzte – üblich ist ein Vergütungssatz, der im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung um das 1,5- bis 2,3-fache erhöht ist. Falls noch nicht geschehen, sollten Sie zudem auf nur einen Privatpreis pro Leistung umstellen.

2. Gehen Sie auf Ihre Mitarbeiter zu.

Untersuchungen zeigen, dass ein als zu gering empfundener Lohn demotivieren kann. Deswegen sollten Sie angesichts der steigenden Vergütungssätze das Gespräch mit Ihren Mitarbeitern suchen. Wenn Sie jetzt selbst aktiv werden, können Sie mögliche Veränderungen besser gestalten. Natürlich müssen Sie dabei immer die Wirtschaftlichkeit Ihrer Praxis berücksichten. Das gilt vor allem in Regionen, in denen das Lohnniveau bereits heute hoch ist. So bleiben die Personalkosten wirtschaftlich im Rahmen und die Motivation der Mitarbeiter erhalten.

3. Nutzen Sie die mögliche Umsatzsteigerung.

Ihr Umsatz steigt durch die erhöhten Preise? Sofern die Arbeitsleistung Ihres Teams gleich bleibt, steigt der Gewinn fast entsprechend dem Umsatz. Machen Sie sich bereits jetzt Gedanken, wie Sie darauf reagieren. Sie haben als Praxisinhaber eine 75- bis 90-Stundenwoche? Dann ist jetzt der Zeitpunkt, die eigene Arbeitszeit auf ein verträgliches Maß von zum Beispiel 50 bis 60 Stunden zu reduzieren.

4. Denken Sie an Rücklagen für die Einkommensteuer.

Wenn Ihr Gewinn steigt, erhöht sich auch Ihre Einkommensteuer. Dafür sollten Sie eine Rücklage bilden, zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto. Über die Höhe sprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater. Wägen Sie mögliche Investitionen gründlich ab. Sofern Ihr Gewinn um 10.000 Euro pro Jahr steigt, sollten Sie eher 4.000 Euro Einkommensteuer in Kauf nehmen als eine spontane und eventuell unüberlegte Investition zu tätigen. 

5. Beobachten Sie Ihre Umsätze in den nächsten Monaten sehr genau.

Preiserhöhungen zahlen sich nur dann aus, wenn Ihr Umsatz dadurch auch wirklich steigt. Passiert das nicht, müssen Sie den Grund finden und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Bei der Analyse kann ein externer Experte hilfreich sein und Ihnen viel Zeit sparen.


 

Über den Autor

Mathias Gans ist Praxisinhaber und Unternehmensberater. Sein Wissen gibt der gelernte Therapeut außerdem in Fachbüchern und in Seminaren weiter. Er ist auch für Sie persönlich erreichbar – entweder per E-Mail an mathias.gansgansplan.de oder telefonisch unter 0176 24138671.


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