Unterbrechungsfristen: Das sollten Therapeuten wissen

Immer wieder werden Rezepte von Krankenkassen abgesetzt, weil die Therapie zu spät begonnen oder zu lange unterbrochen wurde. Wir zeigen die Grundregeln für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen.

Wer als Physiotherapeut, Ergotherapeut, Logopäde oder Podologe eine Behandlung zu spät beginnt, riskiert eine Komplettabsetzung. Bei einer zu langen Unterbrechung folgt in der Regel eine Absetzung aller folgenden Behandlungen. Die Fristen sind in den Rahmenverträgen zwischen Verbänden und Krankenkassen geregelt, die sich je nach Kasse und Bundesland unterscheiden.

Für Podologen sind die Vorgaben der AOK und Ersatzkassen vergleichsweise einfach: Sie müssen die Behandlung innerhalb von 28 Kalendertagen ab Ausstellungsdatum der Verordnung beginnen und alle vier bis sechs Wochen einen Behandlungstermin durchführen.

Für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sind die Grundregeln etwas komplizierter:

Spätester Behandlungsbeginn
  • Es gilt das Datum, das der Arzt unter "spätester Behandlungsbeginn" auf dem Rezept eingetragen hat.
  • Fehlt die Angabe zum spätestens Behandlungsbeginn, müssen Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden die Behandlung innerhalb von 14 Tagen ab Ausstellungsdatum des Rezepts beginnen.
  • In begründeten Ausnahmefällen erlauben einige Krankenkassen einen späteren Behandlungsbeginn. Die Abweichung muss zwischen Therapeut und Arzt vereinbart werden. Die Begründung ist unten links auf der Rezeptrückseite mit Datum und Handzeichen einzutragen.
Maximale Behandlungsunterbrechung
  • 14 Kalendertage ohne Begründung. Unsere Erfahrungen zeigen, dass eine Wiederaufnahmen am 14. Kalendertag zu empfehlen ist. Wird die Behandlung erst am 15. Tag fortgesetzt, kann es zu Absetzungen kommen.
  • In folgenden begründeten Ausnahmefällen erlauben zahlreiche Krankenkassen eine längere Unterbrechung:
    therapeutisch indizierte Unterbrechung in Abstimmung mit dem Arzt (T)
    Krankheit des Patienten bzw. des Therapeuten (K)
    Urlaub des Patienten bzw. des Therapeuten (F)
    Details finden Sie in unserer Übersicht mit den Vorgaben speziell für Ihre Branche.

 


Vorgaben speziell für Ihre Branche

Unterbrechungsfristen für Physiotherapie

Unterbrechungsfristen für Ergotherapie

Unterbrechungsfristen für Logopädie

Für Podologen gilt bei AOK und Ersatzkassen
Behandlungsbeginn: innerhalb von 28 Tagen
Frequenz: eine Behandlung alle vier bis sechs Wochen
 



Die Buchstaben-Kürzel sind zusammen mit Datum und Handzeichen auf der Rezept-Rückseite zu dokumentieren. Auch ein Reha-Aufenthalt des Patienten wird mit dem Vermerk „Reha“ von den Krankenkassen erfahrungsgemäß akzeptiert. Kuren als Begründung werden dagegen in der Regel abgelehnt. Ausnahme: Bei der AOK Baden-Württemberg dürfen Kuren genau wie eine krankheitsbedingte Unterbrechung mit dem Kürzel "K" vermerkt werden.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, nutzt einfach die Vorabprüfung durch Optica. Verordnungen zu Lasten von AOK und DAK, bei denen Korrekturen nach Absetzungen erfahrungsgemäß nicht oder nur schwer möglich sind, werden dann nach 22 Kriterien geprüft – darunter auch die Fristen für Behandlungsbeginn und Behandlungsunterbrechung. Gerne machen wir Ihnen ein Angebot.


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