Verbände fordern Schutzschirm für Hilfsmittel-Leistungserbringer

Führende Hilfsmittelverbände setzen sich für die Anerkennung der Branche als systemrelevant ein. Sie fordern einen Schutzschirm zur Abfederung der massiven Umsatzeinbrüche infolge der Corona-Pandemie.

Viele Patientinnen und Patienten verzichten seit Ausbruch der Corona-Pandemie auf Arztbesuche. Infolge dessen verzeichnen auch die Hilfsmittel-Leistungserbringer massive Umsatzrückgänge. Die Verbände im Hilfsmittelbereich fordern zur Sicherstellung der Versorgung einen Schutzschirm, ähnlich wie es ihn für zahlreiche andere Branchen inzwischen gibt. Grundlegend ist dabei die Anerkennung als systemrelevanter Partner zur Aufrechterhaltung der Patientenversorgung

So hat die Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung (IGHV), die einen Großteil der Leistungserbringerverbände der Hilfsmittelversorgung vereint, ein Eckpunkte-Papier mit Maßnahmenempfehlungen veröffentlicht. Außerdem unterstützen führende Verbände, die sich in der Task Force COVID-19 zusammengeschlossen haben, einen 5-Punkte-Plan von Dr. Roy Kühne, der als Mitglied des Bundestags im Ausschuss für Gesundheit und als Berichterstatter für Hilfsmittel der CDU/CSU-Bundestagsfraktion tätig ist. Die Forderungen liegen dem Bundesgesundheitsministerium zur Ergreifung weiterer Maßnahmen vor.

Die Forderungen im Einzelnen:

  • Hilfsmittel-Leistungserbringer müssen bei der Verteilung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) durch die Gesundheitsbehörden berücksichtigt werden. Dabei sollen Mehrausgaben infolge der COVID-19-Schutzmaßnahmen erstattet werden.
  • Hilfsmittel-Leistungserbringer als Bezugsquelle von Schutzausrüstung und Medizinprodukten dürfen nicht durch Beschlagnahme, Einziehung und Meldepflicht in ihrer Leistungsfähigkeit geschwächt werden.
  • Gefordert wird ein Konzept für einen reibungslosen Übergang in den Versorgungsalltag: Es muss konkretisieren, zu welchem Zeitpunkt welche Behandlungen und Operationen wiederaufgenommen werden können. Dabei regen die Verbände auch eine Informationskampagne für Patientinnen und Patienten an, die Bedenken hinsichtlich notwendiger Behandlungen und Arztbesuche ausräumt und umfassend über Schutzmaßnahmen aufklärt.
  • Die Nutzung digitaler Medien zum Ausbau der kontaktlosen Versorgung muss vorangetrieben werden.
  • Die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden muss sichergestellt werden: Aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen ist das derzeit nicht vollumfänglich möglich.

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