Verleihen Sie Flügel!

Jungen Mitarbeiter Flügel verleihen - sie inspirieren, ermutigen und begleiten - ist nicht immer eine leichte Aufgabe. Deswegen hat Therapeutin und Coach Barabara Freitag-Herse Tipps gesammelt, wie das gelingt.

Wenn junge motivierte Mitarbeiter in Ihrer Praxis anfangen, sind Sie als Praxisinhaber besonders gefordert. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass ein Anfänger sich beflügelt fühlt und sich zum Profi entwickelt.

Fast alle Praxisinhaber wünschen sich junge Kollegen, die kreativ und lösungsorientiert denken, souverän das Berufsbild und die Praxis vertreten, fach- und sozialkompetent sind und empathisch und wertschätzend kommunizieren.

Wollen Sie das wirklich?

Denn einfach ist das nicht! Der Prozess des Lernens geht nach dem Examen an den Arbeitgeber über. Junge Mitarbeiter bei der Entwicklung zu unterstützen erfordert von Ihnen ein wenig Mut, denn sie verlassen eventuell Ihr gewohntes Terrain. Inspirieren, ermutigen und begleiten Sie!

Einarbeitung von Berufsanfängern
1. Schaffen Sie eine Basis
Beim Sprung von Theorie zur Praxis mit „echten Patienten“ können wir Sicherheit geben, um das Gelernte zu verfestigen, und zwar über Zeit: Zeit zu hospitieren, zu fragen, vor- und nachzubereiten. Geben Sie einen Überblick über Strukturen und Abläufe, zum Beispiel durch grafische Workflow-Karten. Nur wenn der Mitarbeiter Ihre Anforderungen kennt, kann er sie auch erfüllen.
2. Geben Sie Rückendeckung
Im Laufe der Zeit kann der Mitarbeiter immer mehr Aufgaben eigenverantwortlich übernehmen. Hier braucht es Freiheit und Vertrauen. Als Praxisinhaber stehen sie hinter dem Mitarbeiter und unterstützen ihn durch wertschätzendes Feedback. Er muss die Möglichkeit haben, seinen Weg zu finden, auch wenn er anders ist als der Ihre. Es kann sehr bereichernd sein, von den jungen Kollegen zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern.
3. "Wurzeln und Flügel"
Sicherlich ist jedem Therapeuten klar, dass wir, um flexible und starke Flügel zu bekommen, eben auch trainieren müssen. Das bedeutet, dass die Herausforderungen für den Mitarbeiter schwieriger werden dürfen, beispielsweise durch Konflikte mit Patienten oder Angehörigen. Erproben Sie sich im Loslassen und finden Sie das richtige Maß, mit dem es beiden gutgeht.
Und jetzt: Laufen lassen und genießen!

Bleiben Sie im Kontakt und hinterfragen Sie die Art der Kommunikation, das Therapiemittel und die Zielstellung. Sie begegnen sich nun als gleichwertige Therapeuten mit unterschiedlicher Erfahrung. Trauen Sie dem Mitarbeiter zu, Verantwortung zu übernehmen, und geben Sie ihm die Möglichkeit selbstwirksam zu werden. Ermöglichen Sie Veränderung! 

Erlauben Sie auch, dass ein junger Mitarbeiter im Laufe der Zeit „besser“ wird als Sie. Denn wir kennen immer nur den Stand, bis zu dem wir gegangen sind. Weiter gehen die nächsten!


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