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Dürfen Angehörige Einsicht in die Patientenakte nehmen?

Grundsätzlich darf nur der Patient Einsicht in seine nehmen. Er kann den Therapeuten von der Schweigepflicht entbinden und kann die Einsicht auch über seinen Tod hinaus regeln.

Das Recht auf Einsichtnahme steht grundsätzlich nur dem Patienten selbst zu. Das Gesetz kennt kein Einsichtnahmerecht von Verwandten oder den Ehegatten. Auch gegenüber dem Ehegatten gilt die Schweigepflicht, d.h. diesem darf nicht einmal mitgeteilt werden, ob der andere Ehegatte sich in der Behandlung des Therapeuten befindet oder befand. Lesen Sie dazu auch den Beitrag: Darf der Therapeut Patienten die Akteneinsicht verweigern? 

Entbindung der Schweigepflicht schriftlich hinterlegen

Natürlich darf der Patient seinen Therapeuten von der Schweigepflicht entbinden und einen sogenannten rechtsgeschäftlichen Vertreter bestellen. Die Entbindung der Schweigepflicht sollte schon wegen der Gefahr der Strafverfolgung stets schriftlich erfolgen und in die Patientenakte aufgenommen werden. Sie kann durch den Patienten jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Eltern von Minderjährigen und gerichtlich bestellte Betreuer

Besteht eine gesetzliche Vertretungsmacht, etwa durch die Eltern bei Minderjährigen oder durch einen gerichtlich bestellten Betreuer bei Demenzkranken, können diese das Einsichtsrecht wahrnehmen.

Wann Erben Einsichtsrecht haben

Ein Patient kann seinen Erben und Angehörigen die Einsichtnahme auch über den Tod hinaus verweigern. Ergibt sich aus seinen Äußerungen oder seinem Verhalten, dass er diesen nach seinem Ableben gerade keine Einsicht gewähren wollte, dann ist diese zu verwehren. Für alle anderen Fälle gilt, dass, wenn der Patient verstorben ist, die Erben ein Einsichtsrecht haben, wenn sie vermögensrechtliche Ansprüche geltend machen wollen.

Ist ein naher Angehöriger nicht Erbe geworden, hat er nur dann ein Einsichtsrecht, wenn er sogenannte immaterielle Interessen geltend machen will, d.h. solche, die keine Vermögensinteressen beinhalten. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn ein Angehöriger eine private Krankenversicherung abschließen will und diese anfragt, ob Erbkrankheiten bekannt sind. Der Therapeut muss sich die Erbenstellung nachweisen lassen.


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