Schaufenster gematik: Hier spielt die Zukunftsmusik

Um das digitale Gesundheitswesen von morgen zu entwickeln, betreibt die gematik ein eigenes Zukunftslabor, das vielversprechende Technologien auf ihren Nutzen prüft und dabei auch über den Tellerrand, sprich die Grenzen Deutschlands, hinausschaut.

Therapeut erklärt Patientin ein Röntgenbild

Dass die Zukunft des Gesundheitswesens in Deutschland digital sein wird, darüber besteht kein Zweifel. Stellenweise ist sogar die Gegenwart bereits erfolgreich digitalisiert worden oder steht kurz davor. Beispielsweise bieten die gesetzlichen Krankenkassen seit 1. Januar 2022 die elektronische Patientenakte (ePA) als App. Dort werden zahlreiche Gesundheitsdaten von Patient:innen gespeichert, die – je nach Freigabe durch diese – von Heilberufler:innen eingesehen werden können. Damit werden viele heute noch in Papierform vorliegende Informationen an einem digitalen Ort gesammelt. Kurz vor dem Start ist auch das elektronische Gesundheitsberuferegister, das für die Ausgabe der elektronischen Heilberufs- und Berufsausweise zuständig ist, auch für die Heilmittelerbringer:innen (siehe Interview mit Stephan Pohlkamp). Aber wie geht die gematik bei ihren Entwicklungen vor, woher wissen die Berliner Entwickler:innen, welche Technologien für die digitale Zukunft entscheidend sein werden?

Zukunftslabor: die Denkfabrik innerhalb der gematik

Um solche Fragen zu beantworten, hat die gematik das Zukunftslabor eingerichtet. Es arbeitet als eine Art Thinktank und prüft künftige Technologien auf ihr Potenzial für die digitale Gesundheitsversorgung. Das Zukunftslabor entwickelt auch Prototypen, um den Nutzen der Technologien zu zeigen; die Umsetzung in konkrete Produkte gehört allerdings nicht zu seinen Aufgaben. Wichtig ist der Blick in andere Länder, da manche Deutschland in puncto digitales Gesundheitswesen voraus sind oder weil im Ausland andere, für das deutsche Gesundheitswesen interessante Technologien zum Einsatz kommen. Das gematik-Zukunftslabor steht im Dialog mit Unternehmen und Organisationen, tauscht sich zu Best-Practice-Beispielen aus und geht Forschungskooperationen ein. „Das Zukunftslabor setzt auf einen breiten Ansatz von Recherche, Forschung und fachlichem Austausch“, sagt dessen Leiter Ronald Koenig. „Dazu gehört natürlich auch der Blick ins Ausland, um herauszufinden, welche Technologien anderswo bereits eingesetzt werden und für uns relevant sein können.“

Auf der Suche nach dem interoperablen Gesundheitsdatenraum

Zu den Themenschwerpunkten des Zukunftslabors zählt der sogenannte „Interoperable Gesundheitsdatenraum“. Dahinter steckt der Plan, dass alle Teilnehmer:innen des Gesundheitssystems jederzeit und in Echtzeit auf medizinische Daten zugreifen können, die von den Versicherten dafür freigegeben wurden. Besonders herausfordernd ist dabei die Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, problemlos miteinander zu arbeiten und Informationen austauschen zu können. Diese grundlegende Funktion eines digitalen Gesundheitssystems ermöglicht, dass alle dazu Berechtigten benötigte Daten sofort finden. Zugleich ist es eine der komplexesten Herausforderungen auf dem Weg in die digitale Zukunft des Gesundheitswesens. Erstens müssen medizinische Daten miteinander kompatibel, zweitens muss der Zugriff auf sie, wo immer sie sich auch befinden, standardisiert und ohne Umwege möglich sein. Bisher ist das nicht der Fall, und dies zu ändern ist eine der Aufgaben des Zukunftslabors der gematik.


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