Telematikinfrastruktur – so funktioniert der Anschluss

Ab 1. Juli können sich Physiotherapeut:innen als erste Gruppe der Heilmittelerbringer:innen an die Telematikinfrastruktur (TI) anschließen. Hier erfahren Sie, was Sie davon haben und was Sie dafür tun müssen.

So funktioniert der Anschluss an die TI

In wenigen Tagen ist es so weit: Physiotherapeut:innen mit einer GKV-Zulassung können sich am 1. Juli freiwillig an die TI anschließen. Damit wird der Wunsch nach dieser Möglichkeit, den der Spitzenverband der Heilmittelverbände bereits Anfang 2019 geäußert hat, wenigstens zum Teil umgesetzt. Die anderen Heilmittelerbringer:innen wie Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen oder Podolog:innen müssen darauf noch warten. Doch spätestens ab Januar 2026 wird auch für sie der Weg frei sein: Dann ist der Anschluss an die TI für alle verpflichtend.

Wozu dient die TI?

In der vollen Ausbaustufe soll die gesamte Kommunikation und der komplette Informationsfluss im deutschen Gesundheitswesen über die TI laufen. In Arbeit sind derzeit bei der gematik zahlreiche Anwendungen, die zum Teil bereits funktionieren, zum Teil in der Testphase sind oder zum Teil auch erst noch entwickelt werden.

Zu diesen Anwendungen zählen beispielsweise das Versichertenstammdaten- Management (VSDM), das E-Rezept, die elektronischen Patientenakte (ePA) und die „Kommunikation im Gesundheitswesen“, kurz KIM, der elektronische Heilberufeausweis (eHBA) und die Notfalldaten. In Zukunft Praxis stellen wir einige dieser Anwendungen vor. In der Mai-Ausgabe war es das E-Rezept, in dieser Ausgabe erklären wir auf Seite 15 die KIM.

Bei allen Anwendungen steht für die gematik, die im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums und der Spitzenverbände des Gesundheitswesens in Deutschland arbeitet, die Sicherheit der Daten im Vordergrund. Denn Informationen über Krankheiten, Diagnosen, Behandlungen, Medikamente und Therapien sind höchstvertraulich und sollen niemals in unbefugte Hände gelangen. Ein weiterer wichtiger Aspekt der TI ist die sogenannte Interoperabilität, also die Fähigkeit des Netzes, die vielen verschiedenen IT-Systeme in Krankenhäusern, Krankenkassen, Laboren und Praxen miteinander zu verbinden.

So funktioniert KIM

So funktioniert KIM

Was haben Sie als Heilmittelerbringer:in davon?

Mit dem Anschluss an die TI werden Physiotherapeut:innen, Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen und Podolog:innen Teil eines Systems, das beispielsweise Ärzt:innen bereits nutzen. Gerade in der Zusammenarbeit mit den Arztpraxen fallen oft Aufgaben an, die sich mit der TI vereinfachen lassen. Laut einer aktuellen Umfrage unter 1.000 Optica-Kund/innen müssen 19 Prozent aller Rezepte nach Einreichung korrigiert werden, 21 Prozent aller Rezepte benötigen einen detaillierten Arztbericht. Physiotherapeut:innen müssen beispielsweise durchschnittlich 300 Rezepte pro Monat korrigieren.

Das kann mehr als einen ganzen Arbeitstag kosten. Wertvolle Zeit, die für die Betreuung der Patient:innen fehlt. Mit der TI und der darauf laufenden KIM-Anwendung vereinfachen Sie solche Aufgaben. Außerdem können Sie weitere Services nutzen.

Was müssen Sie tun, um sich anzuschließen?

Es ist ganz einfach: Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei auf www.optica.de/optimaldigital, wo Sie auch weitere Informationen zum Thema finden.

Sobald alle Rahmenbedingungen der Telematikinfrastruktur verbindlich festgelegt wurden, legen wir uns für Sie ins Zeug: Wir besprechen die Details mit Ihnen, stellen Ihnen die nötige Infrastruktur, sorgen für die sichere Anbindung und unterstützen Sie im laufenden Betrieb. Wir begleiten Sie bei allen Schritten und beantworten Ihre Fragen. Rufen Sie uns an (0711 99 373 – 2000) oder schreiben Sie uns an optimaldigital@optica.de.

Und das Beste: Der notwendige Konnektor, der die sichere Verbindung zur TI herstellt, muss anders als früher nicht einmal bei Ihnen in der Praxis installiert werden. Er kann auch als Cloud-Lösung bereitgestellt werden. Übrigens: Unser Technologiepartner ist RISE, ein von der gematik zugelassenes Unternehmen. Ob bei Ihnen in der Praxis oder als Cloud-Lösung: RISE übernimmt die Bereitstellung der Hard- und Software sowie die Installation.

Die Vorteile der TI im Überblick

  • Sie korrigieren Rezepte schnell und einfach und empfangen Arztbriefe digital.
  • Arztpraxen sind bereits angeschlossen und kommunizieren über KIM. Als Physiotherapeut:in kommunizieren Sie mit ihnen auf Augenhöhe.
  • Der digitale Austausch ist schnell, effizient und strukturiert, neueste Technologien garantieren maximale Sicherheit.
  • Mit der TI sind Sie für die Zukunft gerüstet und können Anwendungen wie die ePA nach Freischaltung direkt nutzen.
  • Sie verbessern die Versorgung Ihrer Patient:innen, da sich Ihr Verwaltungsaufwand reduziert und vereinfacht.
  • Die Kosten für die Anbindung, die Erstausstattung an die TI und ihren laufenden Betrieb werden voraussichtlich wie bei den Ärzt/innen zu 100 Prozent von den Krankenkassen übernommen.