In sieben Phasen zum gesunden Wandel – Veränderungen gemeinsam gestalten

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Doch warum sind Veränderungen oft unbeliebt und wie können Sie Veränderungsprozesse gesund gestalten?

nachdenkliche junge Therapeutin

Nichts ist so beständig wie der Wandel – das wusste schon der Philosoph Heraklit vor mehr als 2500 Jahren. Insbesondere im Gesundheitswesen ändert sich ständig irgendetwas. Doch warum sind Veränderungen oft unbeliebt und wie können Sie Veränderungsprozesse gesund gestalten?

Warum Veränderungen häufig unbeliebt sind

Veränderung bedeutet für viele Menschen Unsicherheit und Stress. Deshalb hören Sie häufiger ein „Nein“ oder ein „Ja, aber“ als ein klares „Ja“. Denn wenn ein Nein verbalisiert wird, bleibt alles so, wie es ist. Sagen Menschen zu etwas Ja, lassen Sie sich auf Veränderungen ein. Auch wenn diese nur ganz klein sind. Viele Personen suchen Beständigkeit in dieser unbeständigen Welt. Deshalb folgt auf eine neue Idee oder einen Optimierungsvorschlag oft keine La-Ola-Welle der Begeisterung. Viel eher spukt durch die Köpfe: „Was soll ich denn noch alles tun? Schaffe ich das?“ 

Zudem haben viele Mitarbeitende Angst vor Fehlern. Bei Veränderungsprozessen ist die Fehlerwahrscheinlichkeit viel höher als bei gewohnten Tätigkeiten. Menschen möchten in der Regel „gut dastehen“ und nicht unsicher oder gar inkompetent wirken. So fühlen sich allerdings viele in Veränderungsprozessen: unsicher und inkompetent – ein weiterer Grund für die Unbeliebtheit solcher Wandel.

Ängste der Mitarbeitenden

Verunsicherung und Hilflosigkeit – weil viele Mitarbeitenden kaum in Veränderungsprozesse involviert werden und diese so nicht nachvollziehen können. So fehlen ihnen Wichtige Informationen, die Sicherheit geben und Verständnis für das Bevorstehende schaffen.

Soziale Veränderungen – weil Veränderungsprozesse auch das Teamgefüge beeinflussen können, etwa durch veränderte Rollen im Team oder durch den Weggang einzelner Kolleg*innen. 
Überforderung – weil zum Beispiel auch im Privatleben einzelner Kolleg*innen gerade viel im Wandel ist und so die Veränderung im beruflichen Kontext zu viel werden kann.

Sieben Phasen der Veränderung

Nach Prof. K. Streich finden Veränderungen in sieben Phasen statt:

1.    Schock
2.    Verneinung & Ablehnung
3.    Rationale Akzeptanz
4.    Emotionale Akzeptanz
5.    Lernen & Ausprobieren
6.    Erkenntnis
7.    Integration

Dieses Phasenmodell gibt eine ungefähre Orientierung, welchen emotionalen Verlauf Veränderungen mit sich bringen. Wichtig: Diese Phasen werden nicht immer Punkt für Punkt durchlaufen und sollten eher als Anhaltspunkte dienen, um ein Verständnis für die Reaktion und die damit einhergehenden Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu schaffen.

Tipps für den gesunden Wandel

In meiner Arbeit als Coach begleite ich viele Praxen, Praxisinhaber*innen, therapeutische Leitungen und Teams. In den allermeisten Fällen durchlaufen wir gemeinsam Veränderungsprozesse. Es ist mir ein großes Anliegen, diese gesund zu gestalten und transparent zu kommunizieren. Kommunikation ist in Zeiten des Wandels unverzichtbar und eine der wichtigsten Führungsaufgaben. Gerade zu Beginn eines Veränderungsprozesses ist es zwingend notwendig, dass ausreichend kommuniziert wird, damit alle den gleichen Wissensstand haben. Die Personen, die den Wandel einleiten – in den meisten Fällen die Führungspersonen – haben sich schon lange und intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Diese mentale Vorbereitung fehlt den Mitarbeitenden häufig, weshalb sie sich oft überrannt fühlen.

Welche vier Tipps dabei helfen, Veränderungsprozesse gesund zu gestalten, und wie Sie Ihr Team dabei mitnehmen, lesen Sie auf thieme-connect.de