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Bundeseinheitliche Höchstpreise: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Das TSVG bringt für Heilmittelerbringer zahlreiche positive Neuerungen. Viele Therapeuten beschäftigt dabei vor allem die Frage, was die bundeseinheitlichen Preise für den Praxisalltag bedeuten. Wir haben die Antworten.

Wie verändern sich die Preise für therapeutische Leistungen?

Das TSVG tritt zum 1. Mai 2019 in Kraft. Zum 1. Juli 2019 werden die Preise dann bundesweit für alle Kassenarten und je Berufsgruppe angehoben – auf den Höchstsatz für jede einzelne Leistung. Der GKV-Spitzenverband trägt die entsprechenden Preise bis zum 30. Juni 2019 zusammen und veröffentlicht sie in Form einer Liste. Wenn weitere Preiserhöhungen für spätere Zeitpunkte angesetzt waren, werden diese laut Gesetz vorgezogen. Die neuen Preise gelten bis zum 30. Juni 2020 – dann wird erneut verhandelt.

Gibt es Ausnahmen?

Einige Leistungspositionen sind nur in den Rahmenverträgen einiger Länder gelistet und bisher nicht bundeseinheitlich geregelt. Dazu gehören zum Beispiel die Befundposition und die Hausbesuchspauschale. Diese Positionen bleiben auch nach dem 1. Juli 2019 bis auf Weiteres nur in den betreffenden Bundesländern gelistet. Dort gilt dann aber ebenso der Höchstpreis für die entsprechenden Positionen. Noch unklar ist, wie beispielsweise kurortspezifische Heilmittel behandelt werden.

Was ändert sich bei Vergütungslisten, die an die Vergütung der gesetzlichen Krankenversicherung gekoppelt sind?

Diese Frage lässt sich noch nicht verbindlich beantworten. Die Vergütung für die Behandlung von Bundespolizisten ist beispielsweise per Gesetz an die Vergütung der Ersatzkassen gekoppelt. Damit sollten hier ab 1. Juli 2019 die bundeseinheitlichen Preise gelten. Grundsätzlich bezieht sich das TSVG aber nur auf die Vergütung durch gesetzliche Krankenversicherungen. Sobald uns Informationen über andere Kostenträger bzw. gekoppelte Verträge vorliegen, veröffentlichen wir sie an dieser Stelle.

Wer profitiert und gibt es auch Verlierer?

Bisher war die Vergütung in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. Am meisten profitieren Therapeuten aus Bundesländern, in denen bisher niedrigere Preise galten. Insgesamt verliert durch das TSVG aber niemand. Das gilt im Besonderen, weil bereits beschlossene Preiserhöhungen vorgezogen werden und die bundeseinheitlichen Höchstpreise die Basis für weitere Verhandlungen bilden. Ziel ist es, die Vergütung für Therapeuten dauerhaft zu verbessern. Auch darüber werden wir Sie auf dem Laufenden halten.  

Was bedeutet das für die nächsten Verhandlungsrunden?

Bundeseinheitliche Preise schaffen die Grundlage für einen bundesweiten Rahmenvertrag je Berufsgruppe. Das bedeutet auch, dass keine regionalen Kassenverhandlungen mehr nötig sind. Die bundesweiten Verhandlungen sollen im Juli 2020 starten. Neben einer besseren Vergütung stehen folgende Ziele im Fokus: Mehr therapeutische Freiheit, bundeseinheitliche Zulassungsverfahren und weniger Bürokratie. Zusätzlich wird die Grundlohnsummenbindung dauerhaft abgeschafft. Dadurch wird die wirtschaftliche Situation der Praxen bei künftigen Verhandlungen stärker einbezogen: Personal-, Sach- und Betriebskosten sollen im Sinne einer wirtschaftlichen und leistungsgerechten Vergütung berücksichtigt werden.

Splitting-Regelung: Wie wird abgerechnet, wenn Behandlungen vor dem 1. Juli 2019 beginnen und danach enden?

Diese Frage lässt sich nicht einheitlich beantworten. Auf Landesebene regeln die Rahmenverträge mit den einzelnen Kostenträger und ihre Anhänge den Übergang zu neuen Preisen. Diese Rahmenverträge mit den einzelnen Kostenträgern gelten auch nach dem 1. Juli 2019. An den unterschiedlichen Vorgehensweisen für den Fall, dass eine Behandlung vor dem Stichtag beginnt und danach endet, ändert sich nach derzeitigem Stand nichts. Ist hier beispielsweise der Behandlungsbeginn als Kriterium definiert, gelten die bundeseinheitlichen Preis für alle Verordnungen, bei denen die ersten Behandlung am 1. Juli 2019 oder später stattfindet. In der Übergangsphase zu den bundeseinheitlichen Preisen müssten Therapeuten nach jetzigem Stand also genau die Übergangsregelungen beachten, die auch bei allen bereits erfolgten Preisänderungen im Jahr 2019 galten.

Was sollten Therapeuten jetzt konkret tun?

Für den Praxisalltag besonders relevant ist die neue Liste der bundesweit einheitlichen Höchstpreise. Der GKV-Spitzenverband muss diese bis zum 30. Juni 2019 veröffentlichen. Auch wir stellen die Liste inkl. der neuen Zuzahlungsbeträge so früh wie möglich zur Verfügung. Auf der sicheren Seite ist, wer Verordnungen durch Optica taxieren lässt: Wir hinterlegen die neuen Preise wie üblich im System und sorgen dafür, dass die Übergangsregelungen korrekt angewendet werden. Darüber hinaus informieren wir Sie fortlaufend über Neuigkeiten rund um das TSVG.
 


 

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