PRAXISnah: „Wir sind ein richtig starkes Team.“

Kollegen über die Schulter schauen und voneinander lernen: unter diesem Motto geben wir Einblicke in Besonderheiten anderer Praxen. Diesmal mit Kathleen König, Logopädin und Praxisinhaberin in Berlin.

Praxisnah: Kathleen König

Den Bildern auf der Website nach zu urteilen, ist ihre Praxis "typisch Berlin". Stimmt dieser Eindruck?
Ja, durchaus. Wir sind seit 23 Jahren in einer Altbaupraxis im Erdgeschoss, ganz klassisch mit Dielenboden und Stuck an der Decke. Hinter dem Haus ist noch ein kleiner verwilderter Garten. Und das alles in einer 1A-Lage, nahe der Schlossstraße in Steglitz.

Was ist das Besondere an Ihrer Praxis? Was unterscheidet Sie von der Konkurrenz?
Der Konkurrenzgedanke ist nicht der unsrige, das liegt auch daran, dass ich mich im Daoismus verwurzelt fühle. Ich würde es daher lieber so formulieren, dass sich unsere Praxis durch ein engagiertes, zuverlässiges und freundliches Arbeiten auszeichnet. Das gilt sicherlich auch für andere Praxen, die alle ihr Bestes geben. Allerdings könnte man bei uns vielleicht sagen, dass wir – ich will es
mal etwas pathetisch sagen – gesegnet sind.

Inwiefern gesegnet?
Wir haben nicht nur diese schönen Räume in einer guten Lage, sondern eben auch ein Netzwerk aus engagierten Ärzt:innen, mit denen wir sehr gut kooperieren, und natürlich auch unsere Patient:innen, die ich als sehr zuverlässig empfinde. Und nicht zuletzt sind da natürlich meine Mitarbeiter:innen. Wir sind ein richtiges starkes Team, in dem Individualität auf Kompetenz trifft!

Wie wurde dieses Team so stark?
Ganz wichtig dafür ist, dass man sich mit einer wohlwollenden Haltung begegnet, kritikfähig bleibt und auch ganz eng und dicht miteinander kommuniziert. Dafür nehmen wir uns in der Woche ganz regelmäßig zwei Stunden Zeit, um gemeinsam Organisatorisches zu klären und Fälle zu besprechen. Gerade für das Teambuilding sind diese Besprechungen wichtig. Außerdem haben wir noch zweimal im Jahr einen Team-Tag, den wir gemeinsam verbringen. Dann gehen wir zusammen paddeln, schwimmen oder mal in eine Ausstellung. Auch solche gemeinsamen Aktivitäten sind ganz wichtig zur Stärkung des Teams.

Achten Sie schon bei den Bewerbungsgesprächen darauf, dass die Person ins Team passt?
Unbedingt! Und dabei geht es mir nicht darum, ein möglichst homogenes Team zu formen. Vielleicht sogar eher im Gegenteil: Mir ist es wichtig, dass die Person mit ihrer Persönlichkeit und natürlich auch mit ihrer Fachkompetenz mich und das ganze Team möglichst gut ergänzt.

Sie selbst sind nicht nur Logopädin, sondern arbeiten auch als Mediatorin...
Ja, allerdings habe ich damals die Ausbildung nicht nur gemacht, um dann später als Mediatorin arbeiten zu können, sondern auch, weil ich die Hoffnung hatte, dass sie mir in der Praxisführung weiterhilft. Und das ist auch zu hundert Prozent aufgegangen, das Team hat davon sehr profitiert.

...und im Moment lassen Sie sich in chinesischer Medizin und Akupunktur ausbilden und machen zudem noch eine Ausbildung als Heilpraktikerin.
Eigentlich wollte ich gar keine Ausbildung mehr machen, aber durch einen Schicksalsschlag vor sechs Jahren habe ich mich dann doch noch einmal dazu entschlossen, einen neuen Weg für mich zu suchen. Das Gute ist: Die chinesische Medizin und die Akupunktur lassen sich ganz wunderbar mit der Logopädie verbinden. Und das wäre für die Praxis dann auch wirklich ein gutes Alleinstellungsmerkmal.

Zahlen sich solche Zusatzausbildungen auch monetär?
Damit sprechen Sie einen wunden Punkt an, der mich richtig wütend macht! Denn aus meiner Sicht wäre es längst überfällig, dass Therapeut:innen ausbildungs- und leistungsgerecht abrechnen und bezahlt werden können. Ich selbst habe bereits jetzt schon neben der Logopädie drei weitere therapeutenspezifische Ausbildungen, die natürlich alle in meine Arbeit einfließen. Doch die Krankenkassen bezahlen nur einen festen Satz, der all die Zusatzqualifikationen überhaupt nicht berücksichtigt.

Würden Sie sich selbst als Workaholic bezeichnen?
Nein! Wir Therapeut:innen neigen zwar gerne dazu, zu viel zu arbeiten. Ich finde allerdings, dass das nicht sein muss, wenn man organisiert und fokussiert ist. Natürlich gibt es immer wieder Krisenzeiten, in denen auch ich hochtourig laufe. Zuletzt war das so in der Corona-Zeit, in der sich für mich auch mal wieder gezeigt hat, wie wichtig ein starkes Team ist, das mitzieht. Aber irgendwann
hat man dann ja die Sachen auch für sich sortiert und alles läuft wieder rund.

Zum Schluss noch eine Frage zu Ihrem Sicherheits- und Datenschutzbeauftragten, den Sie auf der Website vorstellen: Gitbe es Dr. Kläff wirklich?
(lacht) Ja, das ist unser Mops. Als vor wenigen Jahren mit der Datenschutzverordnung diese ganze nervige Bürokratie aufkam, haben wir ihn aus Protest zu unserem Beauftragten benannt.

Praxis für Logopädie und Mediation

Kathleen König und Team

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