Neue Wege zur Rekrutierung: So gewinnen Sanitätshäuser Nachwuchskräfte

In der Hilfsmittelbranche fehlen Fachkräfte und Auszubildende. Ein Problem ist die demografische Entwicklung, ein anderes das Image. Dabei bieten zahlreiche Ausbildungs- und Studiengänge Zugang zu den spannenden Tätigkeiten, auch Quereinsteiger sind zunehmend willkommen. Die Betriebe können bei der Rekrutierung selbst neue Wege beschreiten.

Vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten im Sanitätswesen

Die demografische Entwicklung lässt sich nicht ändern. Bleibt also das Image, an dem gearbeitet werden kann – und muss. Denn die Branche hat viel zu bieten, das Spektrum der Tätigkeiten und Kompetenzen ist breit gefächert. Das beginnt bei den Kund:innen: Versorgt werden alle, vom Baby bis zum Senior. Gearbeitet wird mit einer Vielzahl von Materialien, Tools und Techniken. Die Digitalisierung mit Branchensoftware, Körperscanner und 3-D-Druck erweitert das klassische Handwerk um neue, spannende Aspekte. Diese Vielseitigkeit spiegelt sich auch in den Ausbildungsgängen wider. „Sanitätshaus Aktuell“ listet gleich acht „zukunftssichere und systemrelevante“ Berufe auf, die deutschlandweit von Sanitätshäusern und orthopädischen Werkstätten ausgebildet werden. Dazu zählen neben den Orthopädiemechaniker: innen oder den Orthopädieschuhmacher: innen auch Fachinformatiker: innen für Systemintegration. 

Zudem spielt die akademische Ausbildung eine immer größere Rolle. Die bereits in den 1970er-Jahren gegründete, heutige Bundesfachschule für Orthopädie- Technik in Dortmund (BUFA) bietet in Kooperation mit der Fachhochschule Dortmund Bachelor- und Masterstudiengänge für Orthopädie- und Rehabilitationstechnik an. An den Hochschulen Kaiserslautern, Münster oder Hildesheim/ Holzminden/Göttingen kann Ähnliches studiert werden. Allein das sollte genügen, um den zukünftigen Auszubildenden und Fachkräften da draußen zu zeigen, dass „Omas dicke Strümpfe“ gestern, nein, vorgestern waren.

Employer Branding: Neue Skills für moderne Sanitätshäuser gefragt

Mitunter sind noch ganz andere Fähigkeiten gefragt. Für Thomas Bauch, Gründer und Inhaber des Sanitätshauses Bauch in Finsterwalde, spielt beispielsweise der hauseigene Onlineshop eine tragende Rolle: „Drei bis vier Mitarbeitende sind täglich damit beschäftigt, den Angebotskatalog zu aktualisieren und sich um die Logistik zu kümmern.“ Mit E-Commerceund Shopsystemen muss man also auch umgehen können. Dieses neue Image gilt es zu vermitteln, und dabei können alle mitwirken – Politik, Verbände und Betriebe. Das Bündnis „Wir versorgen Deutschland“ lässt die wichtigsten Akteure der Branche mit einer Stimme in Richtung Politik sprechen. Auf der OTWorld im Mai fand gerade wieder die Jugend. Akademie TO unter großem Zuspruch statt. Optica hat kürzlich zum 50. Firmenjubiläum Weiterbildungsgutscheine für die Branche verlost. 

Und jeder Betrieb kann selbst etwas dafür tun. Wie das geht, zeigt beispielsweise das ostfriesische Sanitätshaus Janssen mit kleinen Filmchen auf TikTok. Nach jedem will man noch eins sehen. Milliarden Menschen nutzen die Plattform, vor allem junge Leute hangeln sich stundenlang von einem Video zum nächsten. Hier ist Platz für alles, für Kosmetik und Mode, für Slapstick und Herzschmerz – und auch für Sanitätshäuser und Orthopädietechnik-Betriebe, die Nachwuchs- und Fachkräfte suchen. In den kurzen Videoclips von Janssen geht es um Teamgeist, die Arbeit, den Kampf mit der Bürokratie oder den „Betriebshund“. Hier kann man lernen, wie sich Lust auf die Branche, das Sanitätshaus und die Jobs machen lässt. 

So gelingt, was neudeutsch „Employer Branding“ genannt wird. Der Betrieb wird als Marke aufgebaut, nicht nur bei den Kund:innen, sondern auch bei potenziellen neuen Mitarbeiter: innen, die bei der Jobsuche immer öfter die Wahl haben. Deshalb ist es wichtig, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Wie ist die Unternehmenskultur? Wie tickt der Betrieb? Warum sollte man gerade hier arbeiten wollen und nicht bei der Konkurrenz? Gelegenheiten, um solche „weichen“, emotionalen Faktoren zu präsentieren, gibt es genug. Man kann Feiern wie Firmenjubiläen dazu nutzen, Aktionen mit Schüler:innen veranstalten, mal das alte Logo auffrischen – Stichwort „Corporate Design“ – oder eben Social-Media-Kanäle bespielen.

Positive Auswirkungen einer starken Arbeitgebermarke auf das Team

Ein schöner Nebeneffekt: Employer Branding wirkt auch positiv auf das bereits bestehende Team, was ebenfalls bei der Personalsuche Vorteile bringt. Die eigenen Mitarbeiter:innen sind die besten Botschafter – für die Marke ebenso wie für die Branche. Was sie sagen, hat Gewicht für potenzielle Bewerber:innen. Das bestätigt auch Thomas Bauch aus Finsterwalde:

„Wenn wir eine Stelle ausschreiben, posten wir sie auf Instagram, Facebook und auf unserer Website. Aber das  meiste läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda und über die Mitarbeiter:innen in unseren Filialen.“ 

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