Optica OWL Wochenrückblick KW 47: Fachkräftelücke akut bis chronisch
SHV-TherapieGipfel: Handeln statt reden
Am 12. November fand der 7. TherapieGipfel des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV) unter dem Motto „Handeln statt reden“ statt. Rund 500 Teilnehmende lauschten dort unter anderem Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die den Reformbedarf der Branche offen ansprach. Dabei erwähnte sie bereits erfolgte Neuerungen: So habe beispielsweise das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) für höhere Vergütungen im Heilmittelbereich gesorgt. Und dank der Blankoverordnung kann Versorgung inzwischen individueller gestaltet werden. Sie plädiert aber dafür, Versorgung neu zu denken und verfolgt dabei den Ansatz einer Primärversorgung im Gesundheitswesen. Dazu stellte sie den Beginn einer Arbeitsphase mit Workshops und Gesprächen im Ministerium in Aussicht, an der auch der SHV aktiv beteiligt wird. Fragestellungen liegen bereits auf dem Tisch. So hat der SHV auf dem TherapieGipfel auch über seine Kernsätze informiert: Die Einbindung als eigenständiger Partner im Primärsystem, die Umsetzung des Direktzugangs, das Voranbringen der Digitalisierung und der damit längst überfällige Bürokratieabbau bestimmen beispielsweise die berufspolitischen Aktivitäten seiner sieben Mitgliedsverbände. Es braucht nun Antworten. Oder wie es Serdar Yüksel, für die SPD im Bundestag und Mitglied im Gesundheitsausschuss, in einer der Diskussionsrunden auf den Punkt brachte: „Wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Umsetzungsdefizit“.
VAST-Fachtagung: Zeit für einen Blick nach vorn
Umsetzungsbedarf hat etwa die Reform der Berufsgesetze im Heilmittelbereich. 2026 soll ein neues Berufsgesetz für die Physiotherapie umgesetzt werden, wie Nina Warken auf Nachfrage beim TherapieGipfel bestätigte. Teil der Diskussionen um neue Berufsgesetze wird sicher auch die Ausbildung sein. Bei der 13. Interdisziplinären Fachtagung des Verbunds für Ausbildung und Studium in den Therapieberufen (VAST) diskutierten am 7. November Vertreterinnen und Vertreter aus Physiotherapie, Logopädie, Diätologie und weiteren Fachbereichen unter dem Motto „Zeit für einen Blick nach vorn“ über die Zukunft der Ausbildung und Versorgung. Im Fokus stand die Weiterentwicklung der Therapieberufe im 21. Jahrhundert. New Learning, der Einsatz von KI in der Ausbildung oder die Transformation der Heilmittelverordnung standen da auf der Agenda. „Die Therapieberufe stehen vor großen Herausforderungen und Veränderungen – sei es durch Digitalisierung, neue Lernkonzepte oder gesundheitspolitische Reformen. Solche interdisziplinären Treffen sind entscheidend, um gemeinsam Lösungen und Konzepte zu entwickeln und voneinander zu lernen“, betont Minettchen Herchenröder, Generalsekretärin von Physio Deutschland, die Bedeutung des Formats. Austausch und Kooperation zwischen den Berufsgruppen sind für sie der Schlüssel, um Versorgungsqualität langfristig zu sichern.
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Tag der Jungen Freien Berufe: Gründung, Nachfolge und Familie
Die Ausgestaltung der beruflichen Tätigkeit stand im Mittelpunkt des Tages der Jungen Freien Berufe, der Anfang November zum ersten Mal in Berlin stattfand. Der Bundesverband der Freien Berufe e.V. (BFB) war Gastgeber für knapp 100 Teilnehmende: junge Freiberufler:innen sowie Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Verbänden. Dabei wurden persönliche Einblicke in Gründung, Nachfolge und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben, flankiert von klaren politischen Impulsen der jungen Generation. „Alle Berufe stehen vor sehr ähnlichen Herausforderungen, zum Beispiel, wenn es um Finanzen, Umgang mit Kunden und Bürokratie geht. Es hilft sehr, sich ein gutes Netzwerk zu schaffen, um Unterstützung zu bekommen und Synergien nutzen zu können“, so Ricarda Uhlemeyer, Mitglied im Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten, IFK e. V., die den Verband auf der Veranstaltung vertrat. Dabei wurden die zehn Thesen des Gesprächsforums „Junge Freie Berufe“ anschließend an die Politik übergeben. Die wichtigsten Thesen fordern mehr Wertschätzung für freie Berufe, weniger Bürokratie, eine moderne digitale Infrastruktur, bessere Rahmenbedingungen für Existenzgründungen sowie faire und zukunftssichere Arbeits- und Vergütungsstrukturen.
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