Wochenrückblick KW 50: Dr. KI als Schlüssel für eine bessere Versorgung?

Künstliche Intelligenz macht Dr. Google Konkurrenz. Auch wenn die Nutzungszahlen steigen und KI als dienliches Werkzeug erkannt ist, bleibt die Unsicherheit hinsichtlich sensibler Gesundheitsinformationen, die Patient:innen dort preisgeben und auf Basis unklarer Kompetenz erhalten.

Chatbots klären verständlich zu Gesundheitsfragen auf

71 Prozent der Deutschen stehen dem Einsatz von KI im Gesundheitswesen positiv gegenüber. Das ergab jüngst eine repräsentative Bitkom-Studie. Sie wenden sich an Chatbots zur Klärung von Symptomen oder stellen generelle Frage zum Thema Gesundheit. Allerdings macht der Einsatz von KI in der Medizin auch jeder dritten befragten Person Angst. „Vertrauen und Transparenz sind dabei entscheidend: Die Menschen müssen nachvollziehen können, wie die KI zu ihren Empfehlungen kommt, um sie verantwortungsvoll einzusetzen“, so Bitkom Vizepräsidentin Christina Raab. Künstliche Intelligenz biete enorme Chancen für Diagnose, Therapie und Organisation im Gesundheitswesen. Gleichzeitig würden sich viele Menschen um den Schutz ihrer Daten und einen Verlust an menschlicher Zuwendung sorgen. „Damit sich diese Potenziale entfalten können, müssen Patientendaten bestmöglich geschützt werden. KI wird dann Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte so unterstützen, dass sie mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben“, ist sich Christina Raab sicher.

Sorge vor Fehlinformationen und Mangel an Evidenz

KI als wichtigen Baustein zur Stärkung der Gesundheitskompetenz erkannten kürzlich auch die Teilnehmenden einer Tagung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) unter dem Motto „Gesundheitskompetenz – KI als Gamechanger?!“. Sie bewegte aber auch die Sorge, dass Fehlinformationen und Gesundheitsinformationen ohne Evidenzgrundlage zunehmen könnten. Dabei stellten sie fest, dass klassische Gesundheitsportale an Bedeutung und Reichweite verlieren. Die Politik sieht man in der Verantwortung, Qualität, Transparenz und Gemeinwohlorientierung als Maßstab für den Einsatz von KI im Gesundheitswesen anzusetzen. Die Potenziale der KI sahen die Teilnehmenden darin, komplexe Inhalte verständlich zu machen, personalisierte Unterstützung zu ermöglichen und redaktionelle Prozesse zu unterstützen. Die Risiken, die mit der Nutzung von KI einhergehen, liegen in einem möglichen Qualitätsverlust, einem Kontrollverlust über die Darstellung von Inhalten und daraus folgenden Fehlinformationen und Missverständnissen sowie einer Überschätzung der KI-Kompetenz.

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Deutschland belegt bei Prävention vorletzten Platz

Dabei kommt die Unterstützung durch KI dem zur Überlastung neigenden deutschen Gesundheitssystem gerade recht. Der Public Health Index 2025, der von der AOK und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) herausgegeben wird, bescheinigt den Deutschen im europäischen Vergleich bei überdurchschnittlich hohen Pro-Kopf-Ausgaben eine niedrigere Lebenserwartung und einen vorletzten Platz in der Präventionspolitik. 40 Prozent der Todesfälle in Deutschland gehen auf das Konto verhaltensbedingter Risiken, wie Rauchen, Alkoholkonsum, falsche Ernährung und Bewegungsmangel. Als beispielhaft führt der Public Health Index etwa die finnische Alkohol- und Ernährungspolitik auf, die irische Tabakregulierung oder die strikte norwegische Alkoholpolitik.

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