Fit mit den Finanzen

Wer hilft wirklich mit der Steuer? Bei der Suche nach dem oder der Steuerberaterin Ihrer Wahl kommt es auf verschiedene Faktoren an.

den richtigen Steuerberater finden

Mit Zahlen und Paragrafen wollen Sie sich eigentlich nicht herumschlagen, mit den Vorgaben für die Umsatzsteuer noch viel weniger. Rechnungswesen und Steuererklärung ausgelagert an einen Steuerberater – und Sie fühlen sich auf der sicheren Seite. So wie Ihnen bei allen Abrechnungsfragen ein Dienstleister hilft, wirklich wirtschaftlich zu arbeiten, kann Sie auch eine Expertin oder ein Experte in Steuerfragen unterstützen. Aber häufig geht es genau an diesem Punkt mit den Schwierigkeiten los: Wie finde ich den geeigneten Steuerberater für mich und meine Praxis? In welchen Bereichen benötige ich Unterstützung und was kann die Kanzlei für mich leisten? Und hat der Steuerberater, bei dem ich seit Jahr und Tag bin, wirklich genügend Kenntnisse zu meinem Berufsfeld? Gleich, welche dieser Fragen Sie beschäftigt: Sie brauchen einen Berater an Ihrer Seite, der sich mit Ihrem Metier auskennt, andere Mandate in diesem Bereich hat und im besten Fall eine spezialisierte Zusatzausbildung, zum Beispiel als Fachberater für das Gesundheitswesen oder für Heilberufe.

Wichtig ist, dass Sie bei der Suche ganzheitlich vorgehen. Denn ein guter Steuerberater kümmert sich nicht nur darum, dass Ihre Buchführung erledigt und Steuererklärungen vollständig und pünktlich eingereicht werden. Er oder sie kennt nicht nur die umsatzsteuerlichen Knackpunkte, sondern weiß auch über optimale Prozesse und Abrechnungsorganisation Bescheid und bietet Ihnen dementsprechend Beratung an.

Möglichkeiten der Auswahl

Den richtigen Partner zu finden, ist allerdings nicht immer einfach. Das liegt zum einen daran, dass sich vor allem Steuerberater mit Einzelkanzleien selten auf eine bestimmte Zielgruppe spezialisieren und damit möglicherweise nicht über die Fachkenntnisse verfügen, die Sie benötigen. Aber dank der Digitalisierung muss es auch nicht zwingend die Kanzlei an der nächsten Straßenecke sein. Alltägliche Fragen können Sie telefonisch oder per E-Mail klären. Daher können Sie ruhig im weiteren Umfeld suchen. Für eine erste Sortierung bieten sowohl die Bundessteuerberaterkammer (www.bstbk.de) als auch der Deutsche Steuerberaterverband (www.dstv.de) auf ihren Internetseiten Suchfunktionen an. Dort ist es möglich, nicht nur nach Postleitzahlen, sondern auch nach Schwerpunkten und Branchen zu suchen. Auf diese Weise können Sie die Auswahl bereits etwas einengen. Darüber hinaus bietet DATEV, die Genossenschaft der Steuerberater, mit Smartexperts (www.smartexperts.de) einen Suchservice, mit dem Sie Ihre Suche noch stärker einschränken und spezialisieren können.

Mit den ausgewählten „Kandidat:innen“ sollten Sie erst einmal telefonieren, bevor Sie ein Erstgespräch vereinbaren. Achten Sie darauf, ob Ihr Gegenüber viele Fragen stellt und ob er oder sie Ihnen sympathisch ist. Denn nur, wenn die Chemie stimmt, können Sie ein nachhaltiges Vertrauensverhältnis aufbauen. Anschließend können Sie ein Erstgespräch vereinbaren. Klären Sie vorab, ob dieses Gespräch für Sie kostenlos ist oder ob der Steuerberater Gebühren in Rechnung stellt, weil es womöglich nicht nur um Informationen, sondern auch um eine erste Beratung geht. Nicht zuletzt sollten Sie darauf achten, was die Kanzlei noch anbietet – zum Beispiel betriebswirtschaftliche Analysen oder Datenauswertungen zur Praxisorganisation.

Wenn Sie bereits steuerlich beraten werden und den Berater wechseln möchten, gilt grundsätzlich die Kündigungsfrist aus dem Vertrag mit Ihrem bisherigen Steuerberater. Haben Sie keinen Vertrag unterzeichnet, ist eine Kündigung jederzeit möglich. Außer der Kündigung müssen Sie sich normalerweise um nichts kümmern, das erledigt Ihr neuer Berater. Sprechen Sie das Thema Datenübernahme aber sicherheitshalber an. Auch die Rechnungen Ihres bisherigen Beraters sollten beglichen sein, damit dieser Ihre Unterlagen herausgeben kann.

Übrigens: Falls Sie einfach nur Geld sparen und die Kanzlei wechseln wollen, lohnt sich dies in aller Regel nicht. Steuerberater sind an eine Gebührenverordnung gebunden, die für zahlreiche Tätigkeiten einen Mindestbetrag festsetzt. Und ein spezialisierter Berater erspart Ihnen mit guter Arbeit auf lange Sicht viel mehr, als Sie kurzfristig bei einer Honorarrechnung einsparen können.