Jahresrückblick 2025: Zwischen Aufbruch, Anspruch und Realität
Politik zwischen Ambition und Ernüchterung
Im Frühjahr erzeugten Koalitionsverhandlungen kurzfristige Hoffnung. Der politische Wille zu Reformen klang ambitioniert: höhere Attraktivität der Gesundheitsberufe, Entlastung der GKV-Finanzen, weniger Dokumentation, eine modernisierte gematik und ein beschleunigter Roll-out der elektronischen Patientenakte. Doch die Euphorie hielt nicht lange. Als der Haushaltsentwurf für 2026 auf dem Tisch lag, zeigte sich ein anderes Bild: keine zusätzlichen Mittel, stattdessen der Verweis auf notwendige Strukturreformen. Die politische Botschaft verschob sich von Gestaltung auf Sparzwang.
Parallel dazu wurde immer deutlicher, dass Entscheidungen im Bereich der Vergütung häufig an Versorgungsrealitäten vorbeigehen. Während die Politik langfristige Kommissionen und spätere Reformvorschläge ankündigte, rangen Berufsgruppen bereits jetzt mit finanziellen Risiken. Die Proteste der Hebammen machten dies sichtbar: Wenn Honorare sinken und Verträge gekündigt werden, geraten unmittelbar Frauen und Familien in Versorgungslücken. Ähnliche Signale kamen aus der Physiotherapie, Ergotherapie und Pflege – die ökonomischen Rahmenbedingungen entscheiden darüber, ob Menschen im Beruf bleiben oder das Feld verlassen.
Digitalisierung schafft funktionale Grundlagen
Während die Finanzpolitik bremste, schob die Digitalisierung an. Die Ablösung der altbekannten Konnektoren durch zentral betriebene TI-Gateways markierte einen Schritt hin zu einer leistungsfähigen Infrastruktur. Skalierbarkeit, Wartungsarmut und sichere Anbindung lassen technische Modernisierung erstmals greifbar erscheinen.
Eine weitere Weiche wurde mit der Finanzierung der TI gestellt. Erstmals existiert eine einheitliche Vereinbarung, die die Anbindung wirtschaftlich kalkulierbar macht. Seit Mitte des Jahres können sich nun alle Berufsgruppen anschließen. Der Fokus verschiebt sich damit weg von Kostenfragen hin zur Frage, wie die digitale Vernetzung den Versorgungsalltag konkret verbessern kann.
Kurz vor Jahresende ist nun auch klar, dass die Anbindungspflicht für die TI auf den 01.10.2027 verschoben wird. Damit wird Therapeut:innen der Zeitdruck genommen, sich bis Januar 2026 anzuschließen. Dennoch sollte das nicht als Anlass genommen werden, den TI-Anschluss herauszuzögern. So ist es hilfreich sich bereits jetzt mit allen verfügbaren Funktionen in der Praxis auseinanderzusetzen, um die Vorteile der Digitalisierung direkt ausnutzen zu können. Dazu zählt bereits jetzt unter anderem die Kommunikation im Gesundheitswesen (KIM). In Zukunft wird dann auch die eVerordnung die Digitalisierung weiter vorantre
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Therapiealltag zwischen Freiraum und Engpass
2025 zeigte auch, wie sehr Versorgung von erfolgreicher Arbeitsorganisation abhängt. Die Blankoverordnung entfaltete ihre Wirkung im Praxisbetrieb: individuelle Therapieplanung, weniger Termine in Arztpraxen, längere Verordnungszeiträume und eine engere Einbindung der Patient:innen in den Prozess. Dort, wo Therapeut:innen selbst über Dauer, Frequenz und Heilmittel entscheiden, entstehen oft passgenauere Behandlungsverläufe – und Teams berichten von einem konstruktiveren Miteinander über Berufsgrenzen hinweg.
Gleichzeitig verschärfte sich der Fachkräftemangel dramatisch. Physiotherapie und Ergotherapie belegten erneut die Spitzenplätze in der Engpassanalyse. Die durchschnittliche Nachbesetzungszeit offener Stellen verlängerte sich weiter. Viele strukturelle Vorschläge liegen seit Jahren auf dem Tisch – von moderner Vergütung bis zur Reform der Ausbildungswege. Doch ohne politische Beschlüsse pendelt das System zwischen Problembeschreibung und Hilflosigkeit.
Was dieses Jahr außerdem passiert ist, erfahren Sie im vollständigen Jahresrückblick bei Optica OWL: