Nachgehakt: Wie hat sich der Arbeitsalltag in unserer Praxis durch den TI Anschluss verändert?
Gastbeitrag von Carsten Schilling (Logopädie Schilling)
Den Tag des TI-Anschlusses haben wir lange erwartet, und die Spannung war groß: Wie sehr würde diese Veränderung unseren Alltag tatsächlich beeinflussen?
Erste Schritte und Erfahrungen mit KIM
Zunächst stellten wir fest, dass wir für jeden Arzt, dem wir eine KIM-Nachricht senden wollten, zunächst eine KIM-Adresse hinterlegen mussten. Dank des in Optica Viva integrierten KIM-Verzeichnisdienstes war dies überwiegend problemlos möglich, sofern die eigene Ärztedatenbank gepflegt ist. Danach konnte es direkt losgehen, und wir verschickten unseren ersten Bericht per KIM. Vorsichtshalber kontaktierten wir die Praxis anschließend kurz, um sicherzustellen, dass die Nachricht angekommen war – mit positiver Rückmeldung.
Seitdem werden fast alle Berichte über KIM verschickt. In Summe waren es rund 400 Berichte innerhalb eines Jahres. Das bedeutet 400 Seiten, die nicht gedruckt werden mussten, 400 Berichte, die nicht verschickt werden mussten, und kein Porto. Im Gegensatz zu Fax oder E-Mail erfolgt der Versand per KIM zudem vollständig gesetzeskonform. Außerdem nutzen wir damit dasselbe Kommunikationsmittel wie die Ärzte untereinander – ein Schritt, der die Zusammenarbeit auf Augenhöhe erleichtert.
Ein weiterer Faktor war unsere Haltung zur TI: Wir haben die Vorteile früh erkannt und die TI bereits aus eigener Tasche bezahlt, auch bevor eine Refinanzierungsvereinbarung bestand. Bald werden wir die Refinanzierungspauschale rückwirkend vollständig erhalten.
Herausforderungen und Perspektiven
Trotz aller Vorteile mussten wir feststellen, dass einige Ärzte zunächst nicht wussten, wo sie KIM-Nachrichten von Heilmittelerbringern in ihrer Software finden. Während eingehende e-Arztbriefe in der Praxissoftware automatisch zugeordnet werden, war dies bei Berichten von Heilmittelerbringern bislang nicht vorgesehen. Einige Berichte landeten daher unter „sonstige KIM-Nachrichten“ und mussten von den Ärzten erst richtig eingeordnet werden. Dieses Problem wird sich voraussichtlich lösen, sobald 2026 Berichte in die elektronische Patientenakte (ePA) eingestellt werden können.
Rückblickend war es sicher nicht immer einfach, diese Pionierarbeit zu leisten – ohne Refinanzierungsvereinbarung, Erfahrungswerte oder nennenswerte Unterstützung. Dennoch hat sich der Aufwand gelohnt, und wir würden den Schritt wiedergehen. Heute ist die Unterstützung in diesem Bereich deutlich gewachsen: Beispielsweise durch den OpticaTI-Begleitservice, der Schritt für Schritt durch die TI-Anbindung führt, sowie durch Verbände wie den dbl, die Rat und Hilfe bieten.
OpticaTI: Ihr einfacher Anschluss an die Telematikinfrastruktur
OpticaTI bindet Sie unkompliziert an die TI an: unser Full-Service-Paket mit bequemer monatlicher Zahlung stellt Ihnen die notwendige Hardware und eine sichere VPN-Verbindung bereit, schließt Ihre Praxis an und unterstützt Sie mit weiteren Serviceleistungen, z.B. bei der Beantragung der Ausweise und der Förderung sowie mit einem kompetenten Support-Team.
Die monatlichen Kosten entsprechen dabei den Beträgen, die Sie von der GKV-Förderung erhalten - Ihr Anschluss wird also zu 100% refinanziert