Wochenrückblick KW 11: Vergütung, KI-Regeln und GKV-Finanzen

Die gesundheitspolitische Agenda bleibt auch in dieser Woche von strukturellen Fragen geprägt. Neue Vergütungsregelungen in der Logopädie, schwierige Verhandlungen in der Ergotherapie sowie aktuelle Finanzdaten der gesetzlichen Krankenversicherung zeigen, wie stark wirtschaftliche Rahmenbedingungen die Versorgung prägen. Gleichzeitig rücken Digitalisierungsthemen und Fragen der Sicherheit im Arbeitsalltag von Gesundheitsberufen stärker in den Fokus.

Ergotherapie: Vergütungsverhandlungen zunächst ohne Einigung

Die aktuellen Vergütungsverhandlungen zwischen den ergotherapeutischen Berufsverbänden und dem GKV-Spitzenverband sind zunächst ohne Ergebnis geblieben. Ein zentraler Streitpunkt ist die Berechnung der Personalkosten als Grundlage für mögliche Vergütungsanpassungen.

Während nach bisheriger Systematik eine Anpassung von rund 4,55 Prozent möglich wäre, schlägt der GKV-Spitzenverband eine neue Berechnungslogik vor, die zu einer geringeren Steigerung führen würde. Zudem sehen die Verbände wichtige Kostenentwicklungen im Praxisbetrieb bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Die Gespräche sollen in weiteren Verhandlungsrunden im März fortgesetzt werden.

Logopädie: Neue Vergütungsanlage bringt Preisanpassung ab Juli

Auch im Bereich der Logopädie steht die Vergütung im Fokus. Für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung tritt zum 1. Juli 2026 eine neue Vergütungsanlage in Kraft.

Die Preise für Therapiepositionen steigen um 6,12 Prozent, während Diagnostik- und Berichtsleistungen um 3,06 Prozent angehoben werden. Für Praxen relevant ist zudem eine organisatorische Besonderheit: Maßgeblich für die Abrechnung ist künftig das tatsächliche Behandlungsdatum. Bei Verordnungen, die vor Juli beginnen und danach fortgeführt werden, können dadurch unterschiedliche Zuzahlungsbeträge innerhalb derselben Behandlung entstehen.

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Digitalisierung im Gesundheitswesen: KI-Systeme stoßen auf regulatorische Hürden

Mit „ChatGPT Health“ hat OpenAI Anfang des Jahres einen KI-Dienst vorgestellt, der Gesundheitsdaten auswerten und Patienten bei der Vorbereitung von Arztbesuchen unterstützen soll. Während das System in den USA bereits getestet wird, ist ein Markteintritt in Deutschland bislang nicht absehbar.

Grund dafür sind komplexe regulatorische Anforderungen. Neben der europäischen KI-Verordnung spielen auch die Medizinprodukte-Verordnung sowie strenge Datenschutzregelungen eine Rolle. Branchenbeobachter gehen derzeit davon aus, dass eine Einführung entsprechender Systeme in Deutschland frühestens 2027 realistisch sein könnte.

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