Wochenrückblick KW 15: Zwischen Aufbruch und wachsendem Druck
Stimmungsbarometer Heilmittel: Lage trübt sich ein, Erwartungen steigen
Die wirtschaftliche Stimmung unter den Heilberuflern ist im ersten Quartal 2026 leicht gesunken und liegt nun im negativen Bereich. Auffällig ist die gegenläufige Entwicklung: Während sich die Einschätzung der aktuellen Lage deutlich verschlechtert hat, blicken viele Befragte etwas optimistischer auf die kommenden sechs Monate.
Innerhalb der Berufsgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede. Ergotherapeuten setzen ihren positiven Trend fort und sind aktuell die einzige Gruppe mit einem positiven Stimmungswert. Auch Hebammen und Apotheker bewerten ihre Perspektiven besser als zuvor, verbleiben jedoch insgesamt im negativen Bereich. Demgegenüber hat sich die Stimmung bei Logopäden, Physiotherapeuten und Heilpraktikern verschlechtert.
Als größte Belastungsfaktoren gelten weiterhin politische Entscheidungen und regulatorische Vorgaben. Zunehmend werden auch aktuelle Ereignisse als beeinträchtigend wahrgenommen. Weitere Herausforderungen bestehen in Arbeitszeit, Digitalisierung und administrativen Anforderungen.
Physiotherapie: Kritik an Sparplänen der Finanzkommission
Die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit stoßen im Bereich der Physiotherapie auf deutlichen Widerstand. Kritisiert wird insbesondere, dass geplante Einsparmaßnahmen die wirtschaftliche Grundlage vieler Praxen gefährden könnten.
Im Fokus der Kritik stehen unter anderem die vorgesehene Rückkehr zur Grundlohnsummenbindung sowie ein mögliches Preismoratorium. Beides würde notwendige Vergütungsanpassungen ausbremsen und die wirtschaftliche Situation weiter verschärfen. Auch die geplanten Änderungen bei der Blankoverordnung werden als problematisch bewertet, da sie den zusätzlichen Aufwand in Diagnostik und Koordination nicht ausreichend berücksichtigen.
Aus Sicht der Berufsvertretung drohen durch die Maßnahmen nicht nur Einkommenseinbußen, sondern auch eine Verschärfung des Fachkräftemangels und langfristig Versorgungsengpässe.
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Digitalgesetz: Rückenwind für vernetzte Versorgung
Der Entwurf des Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen wurde vorgestellt. Besonders interessant dabei: Der Start der eVO wird dort auf 2029 gelegt.
Der AOK-Bundesverband bewertet den Entwurf grundsätzlich positiv. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur besseren digitalen Vernetzung und zur Unterstützung eines zukünftigen Primärversorgungssystems.
Geplant sind unter anderem eine stärkere Nutzung der elektronischen Patientenakte, digitale Ersteinschätzungen sowie eine verbesserte Terminvermittlung. Diese Ansätze sollen die Patientensteuerung effizienter gestalten und den Zugang zur Versorgung erleichtern.
Kritisch gesehen wird jedoch die geplante Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur, insbesondere im Hinblick auf neue Aufgaben für die zuständige Organisation und fehlende Kontrollmöglichkeiten. Zudem wird weiterer Entwicklungsbedarf bei der praktischen Umsetzung digitaler Ersteinschätzungen gesehen.
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