Wochenrückblick KW 16: eVO-Aufschub, GKV-Reform und ePA im Fokus
GKV-Reform: Einsparziele treffen auf deutlichen Widerstand
Die geplante Finanzreform der gesetzlichen Krankenversicherung gewinnt weiter an Dynamik und soll kurzfristig politisch umgesetzt werden. Ziel ist es, die Ausgaben stärker an die Einnahmen zu koppeln und so die finanzielle Stabilität des Systems zu sichern.
Während die Krankenkassen diesen Ansatz ausdrücklich begrüßen, stoßen die Vorschläge insbesondere im Heilmittelbereich auf Kritik. Befürchtet werden Auswirkungen auf Vergütungsstrukturen sowie auf die wirtschaftliche Situation der Praxen. Auch mögliche Folgen für die Fachkräftesituation und die Versorgungssicherheit werden thematisiert.
Darüber hinaus umfasst die Reform weitere Maßnahmen wie steigende Zuzahlungen, Anpassungen bei der Mitversicherung sowie strukturelle Veränderungen im Leistungskatalog. Insgesamt zeigt sich ein deutliches Spannungsfeld zwischen dem politischen Ziel der Ausgabenbegrenzung und den Anforderungen an eine stabile und leistungsfähige Versorgung.
ePA: Wachsende Nutzung bei weiterhin ungleicher Umsetzung
Ein Jahr nach Einführung der elektronischen Patientenakte zeigt sich eine deutlich zunehmende Nutzung im Versorgungsalltag. Millionen angelegter Akten sowie eine hohe Zahl an gespeicherten Dokumenten und regelmäßigen Zugriffen auf Medikationsdaten unterstreichen die wachsende Relevanz der Anwendung.
Besonders in Arztpraxen und Apotheken hat sich die ePA inzwischen etabliert und wird aktiv genutzt. Deutlich heterogener ist die Entwicklung im stationären Bereich, wo komplexere IT-Strukturen und Anpassungsprozesse eine schnellere Integration erschweren. Dennoch ist auch hier ein kontinuierlicher Anstieg der Nutzung zu beobachten.
Aus Versorgungssicht liegt der Mehrwert vor allem in der verbesserten Verfügbarkeit medizinischer Informationen. Vorbefunde, Medikationspläne und Dokumentationen können sektorenübergreifend genutzt werden, was die Behandlungsqualität unterstützen und Doppeluntersuchungen vermeiden kann. Gleichzeitig zeigt sich, dass die ePA noch nicht flächendeckend im Alltag angekommen ist und weitere funktionale sowie strukturelle Weiterentwicklungen erforderlich bleiben.
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Schulgeldfreiheit: Verlängerung in Schleswig-Holstein stärkt Ausbildung, Bund bleibt gefordert
Mit der Verlängerung der Schulgeldfreiheit über das Jahr 2027 hinaus setzt Schleswig-Holstein ein klares Signal für die Gesundheitsfachberufe. Die Entscheidung schafft insbesondere durch den eingeführten Kohortenschutz Planungssicherheit für Auszubildende und trägt zur Attraktivitätssteigerung der Ausbildung bei.
Berufsverbände bewerten diesen Schritt als wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung, da finanzielle Hürden weiterhin als wesentliches Hemmnis für den Berufseinstieg gelten. Gleichzeitig wird deutlich, dass landespolitische Maßnahmen allein nicht ausreichen, um die strukturellen Herausforderungen nachhaltig zu lösen.
Gefordert wird weiterhin eine bundeseinheitliche Regelung sowie eine umfassende Reform der Berufsgesetze. Ziel ist es, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und die Ausbildung langfristig zu stärken. Die Entwicklungen zeigen damit sowohl Fortschritte auf Landesebene als auch bestehenden Handlungsbedarf auf Bundesebene.
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