Wochenrückblick KW 9: Vergütungen, Direktzugang und Physio-Ausbildung

In der neunten Kalenderwoche standen berufspolitische Entwicklungen, strukturelle Reformvorhaben und Fragen der Versorgungsqualität im Mittelpunkt. Von stockenden Vergütungsverhandlungen über europäische Ausbildungsstandards bis hin zu Reformansätzen im Anerkennungsrecht zeigen die aktuellen Meldungen, wie stark gesundheitspolitische Weichenstellungen die therapeutischen Berufe betreffen.

Ergotherapie: Vergütungsverhandlungen 2026 vorzeitig beendet

Der erste Verhandlungstermin zur Vergütung 2026 wurde ohne inhaltlichen Austausch abgebrochen. Hintergrund war die Teilnahme einer nicht angekündigten Person mit medialem Interesse, die im Vorfeld bereits Details aus Sondierungsgesprächen veröffentlicht hatte.

Damit kam es zu keinem Einstieg in die inhaltlichen Beratungen. Ein neuer Termin wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

Direktzugang zur Physiotherapie: Modellvorhaben in Prüfung

Das Bundesministerium für Gesundheit prüft derzeit eine gesetzliche Grundlage für Modellvorhaben zum Direktzugang in der Physiotherapie. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten künftig einen unmittelbaren Zugang zur physiotherapeutischen Versorgung ohne ärztliche Verordnung zu ermöglichen.

Der Direktzugang ist in vielen europäischen Ländern bereits etabliert. In Deutschland wäre ein entsprechendes Modell ein weiterer Schritt im Kontext des geplanten Primärversorgungssystems. Frühere Modellprojekte sowie internationale Studien weisen auf eine mögliche Entlastung ärztlicher Strukturen und eine effizientere Versorgungssteuerung hin.

Offen sind derzeit konkrete Ausgestaltung, Zeitplan sowie eine mögliche Einbeziehung weiterer Heilmittelberufe.

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EU-Ausbildungsrahmen erhöht Druck auf deutsche Physiotherapie

Die Europäische Kommission arbeitet an einem europaweit einheitlichen Ausbildungsrahmen (Common Training Framework) für die Physiotherapie. Ziel ist eine Harmonisierung der Qualitätsstandards sowie die automatische Anerkennung von Berufsabschlüssen innerhalb der EU.

In Deutschland erfolgt die Ausbildung überwiegend fachschulisch, während in vielen EU-Staaten eine vollständige Akademisierung umgesetzt ist. Sollte der geplante Rahmen in der diskutierten Form verabschiedet werden, könnten deutsche Abschlüsse künftig nicht automatisch anerkannt werden.

Neben möglichen Nachteilen im europäischen Wettbewerb wird auch auf strukturelle Folgen für Nachwuchsgewinnung und Fachkräftesicherung hingewiesen.

Den restlichen Wochenrückblick finden Sie bei Optica OWL:

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