Grundlohnsumme 2027: Veränderungsrate bei 3,42 Prozent

Mit 3,42 Prozent liegt die neue Grundlohnsumme fest. Durch gesetzliche Abschläge bleibt für Physiotherapiepraxen aber deutlich weniger Spielraum.

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Veränderungsrate für 2027 auf 3,42 Prozent festgelegt. Was zunächst wie eine reine Rechengröße wirkt, hat für Physiotherapiepraxen konkrete finanzielle Folgen: Über das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz bildet die Grundlohnsumme erneut die Basis für die Vergütungsverhandlungen in der Branche.

Für die Jahre 2027 bis 2029 hatte der Gesetzgeber zusätzlich einen Abschlag von jeweils einem Prozentpunkt festgelegt. Auf Nachfrage von Physio Deutschland habe das Bundesministerium für Gesundheit bestätigt, dass dieser Abschlag in der veröffentlichten Veränderungsrate von 3,42 Prozent bereits eingepreist sei. Der Wert stellt damit zunächst die verbindliche Obergrenze für mögliche Vergütungssteigerungen im Jahr 2027 dar.

Physio Deutschland sieht darin eine erhebliche Belastung für die Praxen und in der Folge auch für die Versorgung. Bundesvorsitzender Marc Akel machte deutlich, dass die wirtschaftliche Stabilität der Praxen die Grundlage für eine hochwertige physiotherapeutische Versorgung sei. Angesichts steigender Kosten und des Fachkräftemangels werde sich der Verband daher mit Nachdruck für die Interessen seiner Mitglieder und der gesamten Berufsgruppe einsetzen.

Die Physiotherapieverbände bereiten sich entsprechend intensiv auf die bevorstehenden Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband vor. Als Grundlage dienen dabei die vom Bundessozialgericht bestätigten Parameter für eine wirtschaftliche Praxisführung, die konsequent in die Gespräche eingebracht werden sollen.

Dass der Gesetzgeber mit dem Beitragsstabilisierungsgesetz auch in der Physiotherapie deutlich auf die Kostenbremse tritt, zeigt sich bereits an anderer Stelle: Die versorgungsbezogene Pauschale bei der Blankoverordnung ist mit Inkrafttreten des Gesetzes bereits weggefallen. Mit der gedeckelten Vergütungsentwicklung setzt sich dieser Kurs nun fort.

Für Physio Deutschland steht die wirtschaftliche Perspektive der Praxen daher ganz oben auf der Agenda. Laut Akel sei klar, dass Physiotherapie keine bloße Kostenposition darstelle, sondern ein wesentlicher Baustein zur Bewältigung der Herausforderungen im Gesundheitswesen sei. Sie könne andere Versorgungsbereiche entlasten, die Selbstständigkeit von Patient:innen stärken und dadurch einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. Der Verband kündigte an, sich in den kommenden Wochen und Monaten entsprechend aktiv in die Debatte einzubringen.

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