Wochenrückblick KW 12: Kosten, Kontrolle und Mitsprache im Fokus

Die Rahmenbedingungen für Gesundheitsfachberufe bleiben in Bewegung: Während neue Versorgungsmodelle zu deutlichen Ausgabensteigerungen führen, rücken zugleich Fragen der Kontrolle, Vergütung und politischen Einbindung stärker in den Mittelpunkt. Parallel dazu zeichnen sich auf Bundesebene weitreichende Sparmaßnahmen ab, die auch die Heilmittelversorgung betreffen dürften.

Physiotherapie & Ergotherapie: Blankoverordnung unter Druck

Die Einführung der Blankoverordnung sollte mehr Therapiefreiheit ermöglichen. Die aktuellen Auswertungen zeigen jedoch vor allem eine deutliche Ausweitung von Leistungen und Kosten. Sowohl in der Ergotherapie als auch in der Physiotherapie sind Ausgaben und Behandlungszahlen seit 2024 stark gestiegen.

Auffällig ist dabei laut AOK eine Verschiebung hin zu höherpreisigen Leistungen, ohne dass sich in den Behandlungsverläufen wesentliche Anpassungen erkennen lassen. Gleichzeitig fehlen belastbare Hinweise auf eine verbesserte Versorgungsqualität. Vor diesem Hintergrund wird das Instrument zunehmend kritisch diskutiert und eine stärkere Begrenzung gefordert.

Hebammen: Nachbesserungen bei der Vergütung

Während im Heilmittelbereich steigende Ausgaben im Fokus stehen, zeigt sich bei den Hebammen ein anderes Bild: Hier führen vertragliche Regelungen weiterhin zu finanziellen Belastungen, insbesondere für Beleghebammen.

Aktuelle Anpassungen im Hebammenhilfevertrag bringen punktuelle Verbesserungen, etwa bei der Abrechenbarkeit bestimmter Leistungen und beim Bürokratieabbau. Die Änderungen können Einbußen teilweise ausgleichen, lösen jedoch die strukturellen Herausforderungen nicht. Die kommenden Vertragsverhandlungen gewinnen damit weiter an Bedeutung.

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Gesundheitspolitik: Forderung nach stärkerer Einbindung

Parallel zu den Vergütungs- und Steuerungsfragen rückt die Rolle der Gesundheitsfachberufe im Versorgungssystem stärker in den Fokus. In einem offenen Brief fordern zahlreiche Verbände eine verbindliche Beteiligung am Fachdialog zur Primärversorgung.

Kritisiert wird insbesondere, dass zentrale Berufsgruppen bislang nicht ausreichend in die Entwicklung neuer Versorgungsstrukturen eingebunden sind. Angesichts des demografischen Wandels und wachsender Versorgungsanforderungen wird eine stärkere interprofessionelle Zusammenarbeit als notwendig beschrieben.

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