Wochenrückblick KW 17: GKV-Finanzreform und Direktzugang
GKV-Finanzreform: Zwischen Stabilisierung und struktureller Kritik
Die geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung gewinnt weiter an Dynamik und soll die Finanzierung des Systems künftig stärker an den Einnahmen ausrichten. Krankenkassen unterstützen diesen Kurs grundsätzlich und verweisen auf die Notwendigkeit einer langfristigen finanziellen Stabilisierung.
Im Heilmittelbereich wird die Reform jedoch kritisch bewertet. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände warnt vor deutlichen Auswirkungen auf Vergütungsentwicklung, wirtschaftliche Stabilität der Praxen und die Fachkräftesituation. Insbesondere eine mögliche Rückkehr zur Grundlohnsummenbindung sowie zusätzliche Begrenzungen der Vergütungsentwicklung werden als problematisch angesehen. Auch Veränderungen bei der Blankoverordnung stehen in der Kritik.
Parallel dazu versucht das „Bündnis Therapieberufe“, die politische Debatte stärker in die Versorgungspraxis zu holen. Mit einer bundesweiten Initiative sollen Abgeordnete gezielt in Praxen eingeladen werden, um die Auswirkungen gesundheitspolitischer Entscheidungen unmittelbar im Versorgungsalltag kennenzulernen.
ePA: Warken will Entwicklung zur digitalen „Alltags-App“ vorantreiben
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat auf der DMEA die Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte als zentrales Steuerungsinstrument im Gesundheitswesen konkretisiert. Die ePA soll künftig deutlich stärker in den Versorgungsalltag eingebunden werden und zum Einstiegspunkt in die ambulante Versorgung werden.
Geplant ist, dass Versicherte künftig über die ePA-Umgebung nicht nur Gesundheitsdaten verwalten, sondern auch Termine organisieren, Ersteinschätzungen nutzen und perspektivisch stärker in Präventionsangebote eingebunden werden. Damit wird die ePA zunehmend als digitale Schnittstelle zwischen Patientinnen, Patienten und Versorgungssystem verstanden.
Zugleich sollen Krankenkassen mehr Möglichkeiten erhalten, Daten – insbesondere aus der ePA – für Prävention und Versorgungsangebote auszuwerten. Auch die Nutzung für Forschungszwecke wird durch den Ausbau des Forschungsdatenzentrums weiter vorangetrieben.
Als Herausforderung bleibt die Nutzerfreundlichkeit bestehen. Insbesondere das Anmeldeverfahren gilt weiterhin als Hürde, weshalb Vereinfachungen wie Video-Ident und perspektivisch die europäische EUDI-Wallet ab 2027 vorgesehen sind. Ziel ist eine niedrigschwellige und durchgängige Nutzung im Versorgungsalltag.
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Direktzugang in der Diskussion: Yüksel wirbt für neue Rollenverteilung
Im Bundestag hat der Abgeordnete Serdar Yüksel (SPD) für einen erweiterten Direktzugang von Heilmittelerbringern plädiert. Anlass war eine Debatte zur Verbesserung der Terminvergabe im Gesundheitswesen.
Yüksel sprach sich dafür aus, Patientinnen und Patienten in bestimmten Fällen ohne vorherigen Arztkontakt direkt zu therapeutischen Leistungen zu führen. Er begründete dies mit unnötigen Umwegen im Versorgungssystem und verwies auf das geplante Primärversorgungssystem als möglichen Rahmen für neue Zuständigkeiten.
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